Freitag, 20. Mai 2016


Fast die Hälfte der Herzinfarkte verläuft stumm
(Foto: OpenClipartVectors - pixabay.com)
Fast die Hälfte aller Herzinfarkte tritt ohne klassische Symptome wie Brustschmerzen und Kurzatmigkeit auf. Dadurch steigt das Risiko für Folgeschäden.


Beinahe die Hälfte aller Herzinfarkte, nämlich 45 Prozent, tritt ohne die bekannten Symptome wie Schmerzen in der Brust, kalter Schweiß und Kurzatmigkeit auf. Weil solche »stummen« oder auch »stillen« Herzinfarkte oft völlig unbemerkt bleiben, steigt das Risiko für einen weiteren Infarkt sowie die Gefahr, an einer Herzerkrankung zu sterben. Das ergaben Forschungen der Wake Forest School of Medicine im Fachjournal »Circulation«.

45 Prozent Infarkte ohne klassische Symptome
Für die Studie sammelten Elsayed Z. Soliman und seine Kollegen Daten von 9.498 Männern und Frauen im mittleren Alter, die an einer Studie über die Ursachen und Folgen von Verkalkungen der Schlagader teilnahmen. Die Teilnehmer wurden durchschnittlich neun Jahre lang untersucht. In dieser Zeit erlitten 386 Menschen einen Herzinfarkt, begleitet von den bekannten klassischen Symptomen. 317 Studienteilnehmer erkrankten an einem sogenannten »stummen« Herzinfarkt, ohne die üblichen Beschwerden. Nach einem solchen stummen Infarkt stieg das Risiko zu Sterben, um 34 Prozent und die Gefahr an einer Herzerkrankung zu sterben, verdreifachte sich.

Symptome nur wenig ausgeprägt
Bei einem Herzinfarkt gelangt weniger oder gar kein Blut mehr zum Herzmuskel. Die Symptome können so mild sein, dass sie kaum bis überhaupt nicht bemerkt werden. Häufig wird ein stummer Infarkt nur durch Zufall entdeckt, wenn ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Kontrolle oder vor Operationen gemacht wird. Patienten, die nicht wissen, dass sie einen Herzinfarkt hatten, erhalten natürlich nicht die entsprechend nötige Behandlung, was das Risiko für einen weiteren Herzinfarkt und die Gefahr an einer Herzerkrankung zu sterben, erhöht. Obwohl stille Herzinfarkte ohne deutliche Symptome häufiger bei Männern auftraten, verliefen sie bei Frauen öfter tödlich.

Gleiche Behandlung auch für stille Infarkte
Ein Herzinfarkt ohne Symptome muss laut den Wissenschaftlern genauso behandelt werden wie ein Herzinfarkt mit klassischen Symptomen: Kontrolle und Normalisierung von Blutdruck und Cholesterinspiegel sowie Anpassung der Lebensweise mit gesunder Ernährung, mehr Bewegung, Gewichtsabnahme und Nichtrauchen.
Patienten mit leichten Schmerzen in der Brust und weiteren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes, sollten laut den Medizinern ein EKG bekommen, um festzustellen, ob sie bereits einen Infarkt hatten und um einen drohenden Herzinfarkt zu verhindern.

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