Sonntag, 23. Juli 2017


Obst und Gemüse kennt natürlich jeder, doch trotzdem gibt es Unterschiede, die nicht immer klar sind und auch die gesundheitliche Wirkung betreffen.

Die meisten Menschen wissen natürlich, dass Obst und Gemüse gut für sie sind, aber nicht jeder weiß, was denn nun eigentlich die Unterschiede sind. Wenn es um Struktur, Geschmack und Nährwerte geht, lassen sich viele Abgrenzungen zwischen Obst und Gemüse aufzeigen. Und das gilt auch für die Gesundheitseffekte.

Der Unterschied zwischen Obst und Gemüse

Obst und Gemüse können beide von einem botanischen und kulinarischen Standpunkt aus klassifiziert werden. Botanisch gesehen hängt die Einteilung von der Ursprungspflanze ab. Eine Frucht entwickelt sich aus der Blüte einer Pflanze, während die anderen Pflanzenteile als Gemüse eingeordnet werden. Früchte enthalten Samen, während Gemüse aus Wurzeln, Stielen und Blättern bestehen können. In kulinarischer Hinsicht werden Früchte und Gemüse auf der Basis von Geschmack eingeteilt. Früchte haben meist einen süßen oder sauren, manchmal bitteren Geschmack und können in Desserts, als Zwischenmahlzeit oder als Saft verwendet werden. Gemüse schmecken im Allgemeinen etwas milder und herzhafter und werden meist als Hauptmahlzeit oder als Beilage gegessen.

Obst, das oft als Gemüse gilt

Sie haben wahrscheinlich eine ganz gute Vorstellung, was nun eine Frucht ist und was ein Gemüse, zumindest in geschmacklicher Hinsicht. Aber es gibt verschiedene Pflanzen, die eigentlich zum Obst gehören und doch oft wegen ihres Geschmacks den Gemüsen zugeordnet werden. Tomaten sind dafür ein sehr bekanntes und kontroverses Beispiel. 1893 erließ der oberste Gerichtshof in den USA den Beschluss, dass Tomaten bezüglich der nationalen Zollvorschriften, als Gemüse klassifiziert werden mussten. Botanisch gehören Tomaten aber zu den Früchten. Doch wegen ihres Geschmacks werden sie immer noch häufig als Gemüse eingeordnet. Noch einige Beispiele für Obstsorten, die oft als Gemüse betrachtet werden:
  • Kürbis
  • Avocado
  • Gurken
  • Paprika
  • Auberginen
  • Oliven
  • Hülsenfrüchte
  • Zucchini

Gemüse mit einem süßlichen Aroma

Obwohl es viele Früchte gibt, die als Gemüse angesehen werden, gibt es umgekehrt kaum Gemüse, die als Obst betrachtet werden. Manche Gemüse haben allerdings von Natur aus einen etwas süßeren Geschmack als die meisten anderen und werden darum auch in Desserts, Torten und Gebäck verarbeitet. Obwohl Rhabarber oft als Obst gilt, ist er botanisch gesehen ein Gemüse, denn er stammt aus dem Stängel der Pflanze.
Süßkartoffelkuchen wird in den USA traditionell auch als Dessert zu Thanksgiving gegessen. Doch trotz des süßen Geschmacks gehören Süßkartoffeln tatsächlich zu den Wurzelgemüsen, nicht zu den Früchten. So werden auch kandierte Yamswurzeln, ebenfalls Wurzelgemüse, dennoch in Backrezepten verwendet. Noch einige Gemüse mit einem von Natur aus süßlichen Geschmack sind beispielsweise Rote Bete, Möhren und Kohlrabi.

Der Nährwertvergleich zwischen Obst und Gemüse

Früchte und Gemüse sind, was den Nährwert betrifft, in vielen Punkten vergleichbar. Beides liefert viele Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe. Auch sind beide von Natur aus natrium- und fettarm. Wie anhand des süßen Geschmacks zu erwarten ist, enthält Obst oft mehr Zucker und Kalorien im Vergleich zu den meisten Gemüsearten. 125 Gramm Äpfel enthalten 65 Kalorien und 13 Gramm Zucker, während 91 Gramm Brokkoli nur mit 31 Kalorien und zwei Gramm Zucker zu Buche schlagen. Verglichen mit Gemüse liefern bestimmte Sorten Obst auch mehr Ballaststoffe pro Gramm. Der Ballaststoffgehalt pro 100 Gramm variiert für Obst zwischen zwei und 15 Gramm und für Blattgemüse zwischen 1,2 und vier Gramm. Auch der Wassergehalt ist sehr unterschiedlich. Blattgemüse bestehen zu 84 bis 95 Prozent aus Wasser. Obst hat oft etwas weniger Wasser, zwischen 61 und 89 Prozent. Einige Unterschiede gibt es auch bei den Nährstoffen:
  • Knollengewächse: ballaststoffreich, gute Quelle für Vitamin C, Betacarotin, Kalium und B-Vitamine.
  • Zitrusfrüchte: Reich an Vitamin C, Betacarotin, Folsäure und Antioxidantien, die vor degenerativen Erkrankungen schützen.
  • Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler (z.B. Brokkoli und Kohl): Liefern Glucosinolate oder Senfölglykoside, die Krebs vorbeugen sollen.
  • Beeren: Sie sind randvoll gepackt mit Anthocyanen, entzündungshemmende Substanzen, die in Studien den oxidativen Stress senkten und die Herzgesundheit förderten.
  • Blattgemüse: Ein guter Lieferant für Carotinoide wie Lutein, das das Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfall und Krebs senkt.

Wenn Sie eine abwechslungsreiche Mischung von Obst und Gemüse in Ihre Ernährung integrieren, nehmen Sie automatisch eine große Vielfalt an Nährstoffen auf.

Gesundheitsvorteile von Obst und Gemüse

Es wurden enorm viele Untersuchungen durchgeführt, die die vielen positiven Effekte von Obst und Gemüse auf die Gesundheit bestätigten. Verschiedene Studien haben festgestellt, dass das essen von mehr Obst und Gemüse in Verbindung mit einem niedrigeren Risiko für Herzkrankheiten steht. Eine Studie ergab sogar, dass mehr als drei Portionen täglich das Risiko für Herzerkrankungen um 70 Prozent verringern.
Weil Obst und Gemüse zwar wenig Kalorien, dafür aber viele Ballaststoffe enthalten, fördern sie zudem auch ein normales Körpergewicht. Laut einer Studie mit 133.000 Teilnehmern, die 24 Jahre lang untersucht wurden, nahmen diejenigen ab, die mehr stärkearmes Obst und Gemüse aßen.
Eine höhere Ballaststoffzufuhr in Form von Obst und Gemüse kann auch das Krebsrisiko verringern. Aus mehreren Studien ging hervor, dass ein höherer Obst- und Gemüsekonsum mit einem geringeren Risiko für Darmkrebs zusammenhängt.
Zu guter Letzt wirken Obst und Gemüse positiv auf den Blutzucker. Die Ballaststoffe aus diesen Nahrungsmitteln verzögern die Aufnahme von Zucker ins Blut, was den Blutzuckerspiegel stabil hält. Eine Studie hat ausgewiesen, dass ein höherer Konsum von grünem Blattgemüse und Obst bei Frauen sogar die Entwicklung eines Typ 2-Diabetes hinauszögern kann. Das gilt allerdings nicht für Fruchtsäfte. Die Saftform liefert zwar eine Portion Vitamine, Mineralien und Fruchtzucker, aber ohne die entsprechenden Ballaststoffe und den damit verbundenen Gesundheitsvorteilen.

Obst oder Gemüse: auf jeden Fall gesund

Botanisch gesehen gibt es deutliche Unterschiede zwischen Gemüse und Obst. Gesundheitlich verfügen beide über eine beeindruckende Menge an Nährstoffen und haben positive Wirkungen auf die körperliche Verfassung, die von einem geringeren Risiko für chronische Krankheiten bis zu einer schlankeren Taille reichen. Laut den aktuellen Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lautet die Empfehlung 400 Gramm Gemüse und 250 Gramm Obst täglich zu essen. Letztlich ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit sowohl Gemüse, Salat und Obst und den damit verbundenen unterschiedlichen Nährstoffen wichtiger als die genaue Klassifizierung. Hauptsache frisch, lecker und gesund.

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