Mittwoch, 24. April 2013


Häufige Einnahme von Antibiotika schädigt die Darmflora
(Foto: muscha/pixabay.com)

Meist merken wir von ihr wenig und das ist auch gut so. Denn wenn sie sich bemerkbar macht, haben wir häufig gesundheitliche Probleme wie Durchfall, Blähungen oder auch Verstopfung. Gemeint ist unsere Darmflora. Wenn ihre Zusammensetzung nicht stimmt, kommt es zu diversen körperlichen Beschwerden. Aber man kann sie unterstützen und die Regeneration fördern.

Was macht unser Darm?



Der Darm ist mit etwa 400 m² Oberfläche und ungefähr acht Metern Länge das größte Organ des Menschen. Er wird von mehr als 400 verschiedenen Bakterienstämmen besiedelt und die Gesamtzahl der Darmbakterien ist schätzungsweise zehnmal so hoch wie die Anzahl unserer Körperzellen. Der Darm hat nicht nur die Aufgabe, die aufgenommene Nahrung optimal zu verwerten, sondern bildet den Hauptteil unserer Immunabwehr.
Im Darm findet ein ständiges Training des Immunsystems statt. Die Abwehrzellen im Darm sind oft die Ersten, die mit fremden und eventuell krankmachenden Substanzen aus der Umwelt in Berührung kommen. Im Darm werden Abwehrstrategien entwickelt, die dann als Information an das gesamte Immunsystem weiter gegeben werden.


Die Darmbakterien wehren krankheitserregende Keime (pathogene Bakterien, Parasiten, Viren, Pilze) ab und verhindern so die Ausbreitung von Infektionen und auch Allergien. Sie produzieren Verdauungsenzyme zur optimalen Verwertung der Nahrung, aber ebenso Vitamine wie B12 - wesentlich für die Bildung roter Blutkörperchen und die optimale Funktion der Nervenzellen - und essenzielle Fettsäuren. Die nützlichen Darmbakterien sind wirksam bei Durchfallerkrankungen und verkürzen nachgewiesenermaßen die Dauer des Durchfalls, besonders wenn er von Viren verursacht wurde. Eine gesunde Darmflora kann selbst Erreger abwehren, die gegen Antibiotika resistent sind.



Was schadet der Darmflora?



Alkohol, viel Stress, wenig Schlaf, manche Impfungen können ebenso die Darmflora schädigen wie Crashdiäten und bakterielle Infektionen (Salmonellen). Und besonders schlecht bekommen den Darmbakterien Medikamente wie Antibiotika und Cortison. Durch eine längere Antibiotikatherapie kann die Darmflora ganz oder teilweise zerstört werden. Dann nehmen oft die Fäulnisbakterien (Kolibakterien) im Darm überhand. Sie erzeugen den typischen Geruch von Kot, der sich auch in Urin und Schweiß wiederfindet. Er entsteht durch den Abbau von Proteinen, wobei toxische Stoffe entstehen. Je geruchloser also Stuhl, Urin und Schweiß, desto besser ist die Darmflora ausbalanciert. Eine geschädigte Darmflora braucht zwischen drei und sechs Monaten, um sich zu regenerieren.



Hier kann man zur Unterstützung eine Tablettenkur mit Milchsäurebakterien machen. Auch medizinische Hefe Sachharomyces boulardii stimuliert die Abwehrkräfte und unterstützt den Darmfloraaufbau. Die Bakterien in den Tabletten sind stabiler und enthalten besonders viele Milchsäurebakterien im Vergleich zu beispielsweise probiotischen Joghurts. Damit die zugeführten Lakto- und Bifidobakterien sich im Darm wohlfühlen, sollte man auf eine basische Ernährung achten. Präbiotika wie Chicorée, Spargel, Knoblauch, Zwiebel und magere Milchprodukte sorgen für ein optimales Darmklima. Zucker und tierisches Eiweiß sollte man eher meiden. So wird der pH-Wert im Darm gesenkt und die Milchsäurebakterien vermehren sich optimal.

Quelle: Johnston BC, Ma SSY, Goldenberg JZ et al.: Probiotics for the Prevention of Clostridium difficile-Associated Diarrhea. Ann Intern Med 157 (2012) 878 – 888

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