Donnerstag, 15. August 2013


COPD fördert Mikroblutungen im Gehirn
(Foto: absolutimages - Fotolia.com)

Die Lungenerkrankung COPD erhöht das Risiko für Mikroblutungen im Gehirn. Das berichtet eine neue Studie der Universitätsklinik Gent und des Erasmus MC Rotterdam.
 
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (engl. chronic obstructive pulmonary disease) COPD ist laut neuen Forschungen mit einem erhöhten Risiko für Mikroblutungen im Gehirn verbunden. Zerebrale Mikroblutungen sind ein Marker für eine zerebrale Mikroangiopathie, also krankhafte Veränderungen der kleinen Blutgefäße im Gehirn, unabhängig von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Tabakkonsum und Cholesterinspiegel. Beides sind Hauptursachen für altersbedingte Behinderungen und abnehmende geistige Leistungsfähigkeit. Depressionen, Haltungs- und Gangstörungen sind bekannte Folgeerscheinungen einer Mikroangiopathie.

Mikroblutungen in tiefen Hirnregionen

»Die Verbindung zwischen COPD und der zerebralen Mikroangiopathie wurde bereits durch zwei frühere Studien angedeutet. Allerdings wurde die Verbindung zwischen COPD und der genauen Lage der zerebralen Mikroblutungen - was helfen könnte die zugrundeliegenden Krankheitsmechanismen aufzuklären - nicht untersucht«, berichten die Wissenschaftler Lies Lahousse von der Universitätsklinik Gent und Bruno Stricker vom »Erasmus Medical Center« in Rotterdam. »In der vorliegenden Studie fanden wir zum ersten Mal heraus, dass COPD das Risiko für zerebrale Mikroblutungen in tiefen Hirnregionen erhöht.

Normalerweise deuten Mikroblutungen in tiefen Hirnregionen auf Bluthochdruck oder Arteriosklerose in den kleinen Blutgefäßen hin. Dass die großen Blutgefäße häufiger durch COPD geschädigt werden, ist bereits bekannt, aber diese neue Studie zeigt, dass COPD sowohl die großen als auch die kleinen Blutgefäße schädigt«, erklärt Dr. Lahousse. Die zunehmende Verhärtung der großen und kleinen Arterien könnte sowohl durch Entzündungsreaktionen im ganzen Körper als auch durch eine Unterversorgung mit Sauerstoff aufgrund der eingeschränkten Lungenfunktion entstehen.

Mikroblutungen unabhängig von anderen Faktoren häufiger

An der Studie nahmen 165 Patienten mit COPD teil und 645 Probanden mit normaler Lungenfunktion im Alter über 55 Jahren. Verglichen mit den Teilnehmern ohne COPD, war die Häufigkeit von zerebralen Mikroblutungen bei den COPD-Patienten signifikant höher und unabhängig von Alter, Geschlecht, Tabakkonsum, Arteriosklerose, Thrombose-Behandlung, Gesamtcholesterin, Triglyceriden und Kreatiningehalt im Blut. Mikroblutungen im Gehirn traten bei COPD-Patienten umso öfter auf, je stärker die Lungenfunktion eingeschränkt war. Auch bei COPD-Patienten, die früher geraucht hatten, waren zerebrale Mikroblutungen weitaus häufiger festzustellen.
Aufgrund der ernsten Konsequenzen zerebraler Mikroblutungen befürworten die Wissenschaftler weitere Forschungen, damit Risikopatienten besser und schneller entdeckt und geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung dieser Mikroblutungen entwickelt werden können.


Quelle:
Ms. Lies Lahousse, Dr. Meike W Vernooij, Sirwan KL Darweesh, Dr. Saloua Akoudad, Dr. Daan W Loth, Prof. Guy F Joos, Prof. Albert Hofman, Prof. Bruno H Stricker, Prof. M Arfan Ikram, and Prof. Guy G Brusselle: Chronic Obstructive Pulmonary Disease and Cerebral Microbleeds: The Rotterdam Study, Am J Respir Crit Care Med. 2013 Jul 25, DOI: 10.1164/rccm.201303-0455OC

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