Donnerstag, 5. Juni 2014


Schlafapnoe fördert Osteoporose
(Foto: tomasdelgado / pixabay.com)

Frauen und Senioren mit Schlafapnoe haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose. Die Knochen werden porös und brechen schneller.


Die Diagnose obstruktive Schlafapnoe kann das Risiko für Osteoporose erhöhen, besonders bei Frauen und älteren Menschen, sagen aktuelle Forschungen. Schlafapnoe ist eine Krankheit, die kurze Atempausen während des Schlafes verursacht. Obstruktive Schlafapnoe, die meist vorkommende Form, tritt auf, wenn die Atemwege während des Schlafes durch Erschlaffen der Muskulatur blockiert werden. Wenn Schlafapnoe unbehandelt bleibt, steigt das Risiko für Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkte.

Schlafapnoe schädigt den gesamten Körper

»Dauernde Schlafunterbrechungen durch obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) kann viele Körpersystem schädigen, einschließlich des Körperskelettes«, sagt einer der Studienautoren, Kai-Jen Tien vom »Chi Mei Medical Center« in Tainan (Taiwan). »Wenn Schlafapnoe dem Körper zeitweise den Sauerstoff entzieht, kann das die Knochen schwächen und das Risiko für Osteoporose erhöhen. Diese fortschreitende Erkrankung kann zu Knochenbrüchen, erhöhten Gesundheitskosten, verminderter Lebensqualität und sogar zum Tod führen.«

Die retrospektive Kohortenstudie verwendete Daten von 1.377 Personen, bei denen zwischen 2000 und 2008 obstruktives Schlafapnoesyndrom festgestellt worden war. Im Laufe der nächsten sechs Jahre verglichen die Forscher die Rate der Osteoporose-Diagnosen in dieser Gruppe mit 20.655 Personen ähnlichen Alters und Geschlechts, die nicht an der Schlafstörung litten.

Frauen und Senioren mit OSAS besonders gefährdet

Die Forscher stellten fest, dass bei den Schlafapnoikern 2,7-mal häufiger Osteoporose auftrat als bei der Kontrollgruppe, auch nach der Korrektur von Faktoren wie Alter, Geschlecht, andere medizinische Probleme, geografische Lage und monatliches Einkommen. Frauen und ältere Personen hatten ein erhöhtes Risiko die Knochenerkrankung zu entwickeln.

»Da bei mehr und mehr Menschen weltweit obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert wird, müssen sowohl Patienten als auch Gesundheitsexperten sich des steigenden Risikos für weitere Erkrankungen bewusst sein«, sagt Tien. »Wir müssen der Beziehung zwischen Schlafapnoe und Knochengesundheit mehr Aufmerksamkeit schenken, so dass wir entsprechende Strategien zur Vermeidung von Osteoporose entwickeln können.«


Quelle: Yu-Li Chen, Shih-Feng Weng, Yuan-Chi Shen, Chien-Wen Chou, Chwen-Yi Yang, Jhi-Joung Wang, Kai-Jen Tien. Obstructive Sleep Apnea and Risk of Osteoporosis: A Population-Based Cohort Study in Taiwan. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2014; jc.2014-1718 DOI: 10.1210/jc.2014-1718

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