Samstag, 31. Oktober 2015


Vitamin D beugt Arteriosklerose
bei Diabetikern vor
(Foto: Dmitry Lobanov - fotolia.com)
Diabetespatienten sehen sich im Laufe ihrer Erkrankung oft mit einer zunehmenden Verkalkung ihrer Blutgefäße konfrontiert. Wissenschaftler glauben, dass die Ursache ein Vitamin D-Mangel sein könnte.

Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Mediziner der Washington University School of Medicine in St. Louis im Fachmagazin »Journal of Biological Chemistry«. Wenn Diabetespatienten ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, bilden sich in ihren Blutgefäßen weniger Ablagerungen. Bei einem Mangel an Vitamin D sorgen Immunzellen dafür, dass sich mehr Cholesterin an den Gefäßwänden in Herznähe ablagert und die Blutgefäße immer mehr verstopfen. Dieser Prozess ist bekannt als Arterienverkalkung oder Arteriosklerose.

Vitamin D beeinflusst Immunzellen
Diabetiker sind durch zunehmende Entzündungsprozesse in den Blutgefäßen anfälliger für Herzerkrankungen und die Mediziner in St. Louis wollten wissen, warum das passiert. Vorangegangene Forschungen des Teams haben gezeigt, dass Vitamin D eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Herzerkrankungen spielt. Die aktuelle Studie bringt ihre Arbeit einen Schritt weiter und legt nahe, dass bei einem niedrigen Vitamin D-Spiegel bestimmte weiße Blutkörperchen, sogenannte Makrophagen, an den Gefäßwänden hängen bleiben.

Makrophagen können LDL-Cholesterin aufnehmen
Makrophagen werden oft durch die Erkrankungen wie Diabetes aktiviert. Sie sind in der Lage das ungünstige LDL-Cholesterin aufzunehmen. Vitamin D beeinflusst diesen Stoffwechselprozess. Bei einem niedrigen Vitamin D-Spiegel von weniger als 30 Nanogramm pro Milliliter Blut, nehmen die Makrophagen vermehrt Cholesterin auf, können es aber nicht mehr abgeben und die Makrophagen verklumpen. Dies führt zur Versteifung der Gefäßwände und fortschreitender Behinderung des Blutflusses. Durch ausreichend Vitamin D nehmen die Zellen weniger Cholesterin auf und bleiben nicht hängen.

Vitamin D-Präparat vielleicht hilfreich
Wissenschaftler Carlos Bernal-Mizrachi und seine Kollegen untersuchte 43 Menschen mit Typ 2-Diabetes und 25 Kontrollpersonen mit ähnlichem Alter und Körpergewicht, aber ohne Diabetes. »Wir haben verschiedene Einflussfaktoren wie Blutdruck, Cholesterin, Blutzuckerwerte Körpergewicht und Geschlecht berücksichtigt, doch nur der Vitamin D-Spiegel hatte Einfluss auf die Zellen, die an der Gefäßwand hängen bleiben.« Leider ist noch unklar, ob ein Vitamin D-Präparat das Risiko für Arterienverkalkung bei Diabetespatienten senken kann. Das müssen weitere Tests im Tierversuch und in klinischen Studien ergeben. Die Forscher hoffen, in den nächsten Monaten feststellen zu können, ob eine Vitamin D-Behandlung einige Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen eliminieren kann.

Vitamin D besonders für Diabetiker wichtig
»In Zukunft hoffen wir Medikamente herstellen zu können - möglicherweise sogar Vitamin D selbst - die das Einlagern des Cholesterins in den Blutgefäßen verhindern«, erklärt Bernal-Mizrachi. »Bisherige Studien haben bei Diabetespatienten einen Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Defizit und dem Ansteigen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und höherer Sterblichkeit gezeigt. Andere Forschungen deuten darauf hin, dass Vitamin D die Ausschüttung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse verbessert, ebenso wie die Empfindlichkeit der Körperzellen für das Hormon. Unser ultimatives Ziel ist, bei Diabetikern rechtzeitig einzugreifen und zu erkennen, ob Vitamin D Entzündungsprozesse reduziert, den Blutdruck senkt und die Wahrscheinlichkeit für Arteriosklerose und andere Gefäßkomplikationen abnimmt.«

Quelle:
Rike AE, Sprague JE, Timpson A, de las Fuentes L, Bernal-Mizrachi L, Schechtman KB, Bernal-Mizrachi C.: Vitamin D suppression of endoplasmic reticulum stress promotes an anti-atherogenic monocyte/macrophage phenotype in type 2 diabetic patients. Journal of Biological Chemistry vol. 287 (46), pp. 38482-38494. Nov. 9, 2012, doi: 10.1074/jbc.M112.386912

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