Freitag, 19. August 2016


Austern sind die besten Zink-Lieferanten
(Foto: kaleido-dp - pixabay.com)
Ein beginnender Zinkmangel verursacht zunächst keine Symptome, kann aber bereits nach einer Woche die Verdauung verschlechtern.


Zink ist ein unverzichtbares Spurenelement im Körper und beeinflusst viele grundlegende Stoffwechselfunktionen. Wachstum, Haut, Insulinspeicherung, Eiweißsynthese, Spermienproduktion und nicht zuletzt das Immunsystem sind von einer ausreichenden Zink-Zufuhr abhängig. Schon ein geringer Zinkmangel kann die Verdauung beeinträchtigen, obwohl in diesem Stadium noch keine typischen Symptome wie Hautprobleme, Erschöpfung, Haarausfall und brüchige Nägel auftreten. Das berichtet eine Studie der Technischen Universität (TU) München. Ein Mangel an Zink sollte deshalb möglichst vermieden werden, empfehlen die Wissenschaftler.

Zu wenig Zink behindert die Bauchspeicheldrüse
Die Studie der TU München zeigt, dass schon eine leichte Unterversorgung mit dem Spurenelement Zink die Verdauungsprozesse in der Bauchspeicheldrüse behindern und es schneller zu Verstopfung kommt. Die Wissenschaftler haben für ihre Untersuchungen neue Wege eingeschlagen, denn zuvor wurden nur Tiere mit deutlichem Zinkmangel mit Tieren verglichen, die ausreichend mit Zink versorgt waren. »Ein echter Zinkmangel tritt normalerweise aber weder bei Menschen noch bei Tieren wirklich auf«, erklärt Studienleiter Daniel Brugger. Er untersuchte deshalb Tiere mit einem kurzfristigen Zinkmangel. Zink findet sich nur in geringen Mengen im Körper und muss mit der Nahrung aufgenommen werden.

Zu wenig Zink sorgt für Verstopfung
Am Anfang eines Zinkmangels treten keine sichtbaren Symptome auf, allerdings lassen sich bereits minimale Veränderungen in der Leber und im Blut feststellen. Je mehr das Zinkdepot zusammenschrumpft, desto effizienter versucht der Körper, das zugeführte Zink aufzunehmen. Gleichzeitig bremst er die Zinkausscheidung in der Bauchspeicheldrüse. Nimmt der Zinkspiegel weiter ab, sinkt auch der Appetit. Ein Grund könnte nicht verdaute Nahrung im Magen-Darm-Trakt sein, meinen die Wissenschaftler. Normalerweise sorgt die Bauchspeicheldrüse durch die Ausschüttung von Zink in den Magen dafür, dass dort ein gleichbleibendes Niveau des Spurenelements besteht. Bei einem Mangel wird diese Ausschüttung auf ein Minimum reduziert. Dann kommt es bereits nach einer Woche zu einer verzögerten Verdauung und damit zu Verstopfung.

Senioren, Veganer, Vegetarier sollten genug Zink aufnehmen
Die Ergebnisse, die durch die Untersuchungen an Schweinen zustande kamen, sind durchaus auf den Menschen übertragbar. Die Studienautoren raten daher auch dazu, häufiger mal ein Ei zu essen. Besonders Veganer und Vegetarier sollten auf eine ausreichende Zufuhr von Zink achten. Sie nehmen wegen ihrer pflanzlichen Ernährung viel Phytinsäure auf. Phytinsäure bindet sich an das Zink, so dass es vom Körper nicht mehr aufgenommen werden kann. Auch Senioren nehmen oft zu wenig Zink auf. Sie leiden nicht selten unter zunehmender Appetitlosigkeit und durch hinzukommende Zahnprobleme ernähren sie sich unausgewogen. Ebenso benötigen Schwangere, Stillende, Sportler und Diabetiker mehr Zink. Schon ein geringes Defizit des wichtigen Spurenelements verursacht beim Menschen erhöhte Entzündungswerte im Blut, sowie eine Schwächung des Immunsystems.

Die besten Zink-Lieferanten
Das meiste Zink enthält mit Abstand die Auster. Tierische Produkte wie Rind-, Kalbfleisch, Fisch und Meeresfrüchte tragen zu einer ausreichenden Zink-Versorgung bei. Doch auch Käse, Eier, Haferflocken, Linsen, Erbsen, Bohnen und Vollkornprodukte helfen, den Tagesbedarf an Zink zu decken. Allerdings ist das Zink aus tierischen Nahrungsmitteln vom Körper besser zu verwerten. Die gleichzeitige Aufnahme von Eiweiß oder Zitronensäure kann die Aufnahme von Zink verbessern und Vitamin C unterstützt Zink in seiner Wirkung. Verringert wird die Zinkaufnahme durch Phytinsäure aus pflanzlichen Nahrungsmitteln, durch Gerbstoffe in Kaffee und Tee oder durch viel Eisen, Kalzium, Kadmium und Kupfer.

Warum wir Zink brauchen
Zink ist wichtig für ein gesundes Wachstum bei Kindern und wird für die Zellteilung benötigt. Deshalb unterstützt es gesunde Haut, Bindegewebe und die Wundheilung nach Verletzungen oder Operationen. Zink verbessert die Schleimhautstruktur und erschwert so das Eindringen und Anheften von Viren. Das ist auch der Grund dafür, dass Zink die Dauer grippaler Infekte und Erkältungskrankheiten verkürzen kann. Zink hemmt Entzündungen der Haut und lindert Erkrankungen wie Neurodermitis oder Akne. Aber auch entzündliche Prozesse im Magen-Darm-Trakt lassen sich durch Zink lindern. Beispielsweise bei einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn oder bei der Glutenunverträglichkeit Zöliakie. Patienten mit Leberzirrhose oder Nierenerkrankungen profitieren von einer erhöhten Zinkzufuhr, weil sie oft ein Zinkdefizit aufweisen und eine Normalisierung den gesamten Behandlungserfolg verbessern kann. Wer an Diabetes leidet, scheidet durch den erhöhten Blutzuckerspiegel mehr Urin und darin gelöstes Zink aus. Das Spurenelement spielt jedoch bei der Synthese, Speicherung und Abgabe von Insulin sowie bei der Insulinwirkung eine wichtige Rolle. Deshalb können solche Zinkverluste, besonders bei Typ-2-Diabetes, den Kohlenhydratstoffwechsel weiter belasten.

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