Mittwoch, 16. Mai 2018


Wenn es mit der Verdauung nicht mehr klappt, sollten Sie prüfen, ob Sie mit kleinen Ernährungsanpassungen, die Verdauung wieder in Schwung bringen können.
Verstopfung ist ein häufig vorkommendes Problem mit der Folge, dass man weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat und der Stuhl zudem hart und trocken ist, was den Toilettengang zu einer schmerzhaften Pflichtübung werden lässt. 27 Prozent der Erwachsenen leidet unter Verstopfung, mit Begleitsymptomen wie Völlegefühl, Bauchschmerzen und Blähungen. Je älter man wird und je weniger man sich bewegt, desto größer ist das Risiko für eine Obstipation. Manche Nahrungsmittel können Verstopfung lindern oder das Risiko senken, während andere Nahrungsmittel das Problem verschlimmern können. Dieser Artikel geht auf acht Nahrungsmittel ein, die Verstopfung fördern können.
1. Unreife Bananen
Obwohl reife Bananen einer Verstopfung vorbeugen können, gilt für unreife Bananen die entgegengesetzte Wirkung. Grund ist, dass unreife Bananen mehr resistente Stärke enthalten, eine Ballaststoffart, die für den Körper schwerer zu verdauen ist. Während des Reifeprozesses wird resistente Stärke in natürlichen Zucker umgewandelt, der viel leichter zu verdauen ist. Unreife Bananen enthalten viel mehr Tannine, Stoffe, die den Transport der Nahrung durch den Darm verlangsamen und zum Beispiel auch in Durchfall-Medikamenten verarbeitet werden. Die meisten Menschen essen Bananen, wenn sie eigentlich noch nicht richtig reif sind. Aber um Verstopfung zu lindern oder vorzubeugen, sollten Sie warten, bis die Früchte wirklich reif sind. Reife Bananen sind ganz gelb mit einer Anzahl brauner Flecken. Zudem müssen sie sich leicht schälen lassen.
2. Alkohol
Alkohol wird ebenfalls als häufig vorkommende Ursache für Verstopfung genannt. Wenn man Alkohol in großen Mengen trinkt, wird viel Flüssigkeit über den Urin ausgeschieden, was eine Austrocknung des Körpers fördert. Zu wenig Flüssigkeit im Körper durch nicht ausreichendes Wassertrinken oder häufiges Wasserlassen hat oft ein erhöhtes Risiko für Verstopfung als Folge. Es gibt allerdings keine Studien, die einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Verstopfung feststellten. Tatsächlich bekommen manche Menschen nach einem feuchtfröhlichen Abend mit alkoholischen Getränken sogar Durchfall. Möglich ist, dass die Auswirkungen individuell verschieden sind. Menschen, die das Risiko für mögliche Austrocknung und Verstopfung durch Alkoholkonsum nicht eingehen wollen, sollten nach jedem Glas Alkohol ein alkoholfreies Getränk trinken.
3. Glutenhaltige Nahrungsmittel
Gluten ist ein Eiweiß in Getreidesorten wie Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel, Kamut (ein alter Verwandter des Hartweizens) und Triticale (eine Züchtung aus Roggen und Weizen). Manche Menschen bekommen Verstopfung, wenn sie Gluten essen. Andere Menschen leiden an einer Gluten-Intoleranz, die auch unter dem Namen Zöliakie bekannt ist. Wenn jemand, der an Zöliakie leidet, Gluten isst, greift das Immunsystem den Darm an und schädigt ihn stark. Darum müssen Zöliakie-Patienten einer glutenfreien Diät folgen. In den meisten Ländern leiden ungefähr ein halbes bis ein Prozent der Menschen an Zöliakie, aber vielen ist das überhaupt nicht bewusst. Denn nicht nur heftige Durchfälle, auch chronische Verstopfung ist ein häufig auftretendes Symptom. Zum Glück kann der Verzicht auf Gluten den Darm bei der Heilung unterstützen. Die Glutensensitivität und das Reizdarm-Syndrom sind zwei weitere Fälle, bei denen jemand das Gluten nur schlecht verarbeiten kann. Menschen mit diesen Erkrankungen sind zwar nicht intolerant, aber reagieren sehr empfindlich auf das Weizenprotein. Darüber hinaus haben Forschungen gezeigt, dass viele Menschen ohne diese Erkrankungen auch Verstopfung bekommen können nach dem Verzehr von Gluten. Wenn Sie vermuten, dass Gluten auch bei Ihnen eine Ursache Ihrer Verstopfung sein könnte, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, um herauszufinden, ob Sie an Zöliakie leiden, bevor Sie Gluten aus der Ernährung streichen. Das ist wichtig, weil man für einen Zöliakietest Gluten essen muss. Wenn sich herausstellt, dass bei Ihnen keine Zöliakie vorliegt, können Sie mit verschiedenen Arten von Gluten experimentieren, um festzustellen, welche Wirkung sie bei Ihnen haben.
4. Verarbeitetes Getreide
Verarbeitetes Getreide und Getreideprodukte wie Weißbrot, weißer Reis und Hartweizennudeln sind weniger nahrhaft und können eher für Verstopfung sorgen als volles Korn und Vollkornprodukte. Grund ist, dass die Kleie und die Keime vom Korn entfernt wurden. Besonders die Kleie enthält viele Ballaststoffe. Ballaststoffe verleihen dem Kot die nötige Masse und sorgen für besseren Stuhlgang. Viele Studien haben eine hohe Ballaststoffzufuhr mit einem geringeren Risiko für Verstopfung verbunden. Eine aktuelle Studie stellte sogar fest, dass jedes zusätzliche Gramm Ballaststoffe pro Tag, das Risiko für Verstopfung um 1,8 Prozent senkt. Darum können Menschen mit Verstopfung davon profitieren, wenn sie verarbeitetes Getreide nach und nach durch Vollkornprodukte ersetzen. Obwohl zusätzliche Ballaststoffe für die meisten Menschen von Vorteil sind, können sie manchmal auch das Gegenteil bewirken. Bei solchen Menschen kann das die Verstopfung gerade verschlimmern, statt sie zu lindern. Wenn Sie an Verstopfung leiden und sich schon ballaststoffreich und mit Vollkornprodukten ernähren, werden zusätzliche Ballaststoffe kaum Verbesserung bringen. In solchen Fällen können Sie versuchen, jeden Tag die Ballaststoffzufuhr ein wenig zu senken, um zu schauen, ob das hilft.
5. Milch und Milchprodukte
Milchprodukte scheint bei manchen Menschen ein weiterer häufig auftretender Übeltäter für Verstopfung zu sein. Säuglinge, Kleinkinder und Kinder überhaupt sind besonders gefährdet, möglicherweise wegen ihrer Empfindlichkeit gegenüber dem Eiweiß in Kuhmilch. Eine Überprüfung von Studien über einen Zeitraum von 26 Jahren ergab, dass einige Kinder mit chronischer Verstopfung Verbesserungen zeigten, nachdem sie keine Kuhmilch mehr bekamen. In einer aktuellen Studie tranken Kinder mit chronischer Verstopfung im Alter von eins bis zwölf Jahren eine Zeit lang Kuhmilch. Danach wurde die Kuhmilch durch Sojamilch ersetzt. Neun der dreizehn Kinder in der Studie zeigten danach eine Linderung ihrer Symptome. Bei Erwachsenen wurden ähnliche Erfahrungen festgestellt. Allerdings gibt es wenig wissenschaftliche Unterstützung, da die meisten Studien zu diesen Auswirkungen auf Kinder und nicht auf Erwachsene abzielen. Man sollte aber wissen, dass Menschen mit Laktoseintoleranz von Milchprodukten Durchfall statt Verstopfung bekommen können.
6. Rotes Fleisch
Rotes Fleisch kann Verstopfung aus drei Gründen verschlimmern. Erstens enthält es wenig Ballaststoffe, die dem Kot Masse hinzugefügen, so dass er sich leichter fortbewegt. Zweitens kann rotes Fleisch indirekt auch für eine niedrigere Ballaststoffaufnahme sorgen, weil man es anstelle von ballaststoffreicheren Nahrungsmitteln isst. Das ist besonders der Fall, wenn man sich mit einer großen Portion Fleisch satt isst und dann weniger Platz hat für ballaststoffreiche Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Das kann insgesamt zu einer geringeren Ballaststoffzufuhr führen, was das Risiko für Verstopfung erhöht. Drittens enthält rotes Fleisch mehr Fett im Vergleich zu Geflügel und Fisch, wodurch es mehr Zeit benötigt, um verdaut zu werden. In manchen Fällen steigt dadurch das Risiko für Verstopfung noch mehr. Wenn Sie unter Verstopfung leiden, können Sie rotes Fleisch durch eiweiß- und ballaststoffreiche Alternativen wie Bohnen, Linsen und Erbsen ersetzen.
7. Frittiertes oder Fast Food
Viel oder regelmäßiges essen von frittierten Lebensmitteln oder Fast Food kann ebenfalls das Risiko für Verstopfung erhöhen. Grund dafür ist, dass solche Nahrungsmittel meist viel Fett und wenig Ballaststoffe enthalten, eine Kombination, die die Verdauung - genau wie bei rotem Fleisch - verlangsamt. Fast Food wie Pommes frites, Kekse, Schokolade und Eis nehmen oft den Platz ein von ballaststoffreicheren Snacks wie Obst und Gemüse. Die mangelnde Zufuhr von Ballaststoffen ist hier erneut der Übeltäter für die Verstopfung. Viele Menschen glauben, dass Schokolade die Hauptursache für ihre Verdauungsbeschwerden ist. Weiterhin enthält Frittiertes und Fast Food oft sehr viel Salz, was dem Kot Wasser entzieht und die Darmpassage verzögert. Der Körper entzieht dem Darm mehr Salz, um den erhöhten Salzgehalt im Blut zu kompensieren. Es ist ein Mechanismus des Körpers, um die Salzkonzentration zu normalisieren, kann aber leider zu Verstopfung führen.
8. Khaki oder Dattelpflaume
Die Khaki ist eine beliebte Obstsorte aus Südasien, die bei manchen Menschen stopfend wirkt. Es gibt verschiedene Sorten, aber die meisten Sorten sind süß oder herb. Vor allem die herben Sorten enthalten viele Tannine. Diese Gerbstoffe verringern die Darmsekretion und die Darmbewegungen und verzögern den Stuhlgang. Bei Verstopfung sollten Sie daher besser auf diese Frucht verzichten, vor allem auf die herbe Variante.
Fazit
Verstopfung - besonders die chronische Form – ist eine unangenehme Erkrankung, die ziemlich häufig auftritt. Zum Glück lassen sich schon mit einigen einfachen Ernährungsanpassungen die Beschwerden verbessern. Beginnen Sie damit, stopfende Nahrungsmittel zu vermeiden oder zu beschränken, wie oben erwähnt. Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßte Kräutertees täglich. Versuchen Sie, sich möglichst viel zu bewegen. Das bringt auch den Darm auf Trab. Bleiben die Beschwerden dann weiterhin bestehen, lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten und holen Sie sich zusätzliche Tipps von Ernährungsberatern.

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