Samstag, 13. Juli 2013


Feinstaub erhöht das Risiko für Lungenkrebs
(Foto: stux/pixabay.com)

Wer lange Zeit Feinstaub ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs, auch wenn die Konzentrationen unter den gesetzlichen europäischen Normen liegen.


Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, die im Fachjournal »The Lancet Oncology« veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden Daten aus der »European Study of Cohorts for Air Pollution Effect (ESCAPE)« verwendet. Die Koordination von ESCAPE liegt bei der Universität Utrecht. Ziel von ESCAPE war die Erforschung der Auswirkungen von verkehrsbedingter Luftverschmutzung und Lärm auf die Gesundheit in Europa.

Feinstaub verursacht Krebs

Aus den Forschungen ging hervor, dass bei Staubteilchen kleiner als 2,5 Mikrometer, jede Steigerung um 5 Mikrogramm pro Kubikmeter, das Risiko für Lungenkrebs um 18 Prozent erhöht. Bei Staubteilchen kleiner als 10 Mikrometer erhöht jede Steigerung von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter das Risiko um 22 Prozent. »Vor allem die Anzahl an Adenokarzinome, eine Form von Krebs, die auch regelmäßig bei Nichtrauchern vorkommt, nahm hier zu«, sagt Gerard Hoek, Toxikologe an der Universität Utrecht.
Adenokarzinome entstehen überwiegend im Drüsen- oder Schleimhautgewebe eines Organs und treten bei verschiedenen Krebsarten von Darm, Lunge, Brust, Prostata, Speiseröhre und Magen auf.

Europäische Normen zu niedrig

Die Verbindung zwischen Feinstaub und dem Risiko für Lungenkrebs gilt laut den Forschungen auch für Konzentrationen unterhalb der jetzt geltenden europäischen Normen: für Staubteilchen kleiner als 10 Mikrometer gilt eine Obergrenze von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter und für Teilchen kleiner als 2,5 Mikrometer ist die Obergrenze 25 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Wissenschaftler fanden keine Grenze, bei der das Risiko null war. »Unsere Untersuchung zeigt, dass auch die in Europa herrschenden Feinstaubkonzentrationen ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs sind«, so Hoek.

Die Wissenschaftler kombinierten Ergebnisse von 17 Korhortenstudien aus neun europäischen Ländern mit insgesamt etwa 313.000 Menschen. Bei den Untersuchungen wurden mittels Standardmessungen und geografischer Information über Verkehr und Landnutzung in der Nähe der Wohnadresse, Schätzungen der Luftverschmutzung am jeweiligen Wohnort gemacht. Über ein Krebsregister wurde das Auftreten neuer Krebsfälle verfolgt. In der statistischen Analyse der Beziehung von Luftverschmutzung und Lungenkrebs wurden Faktoren wie Rauchen, der Verzehr von Obst und auch der Beruf berücksichtigt.

Quelle: Takashi Yorifuji, Saori Kashima: Air Pollution: another cause of lung cancer. The Lancet Oncology, early online publication 10 July 2013, DOI: 10.1016/S1470-2045(13)70302-4

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