Mittwoch, 18. Juni 2014


Auch Entspannung kann Migräne auslösen
(Foto: Yuganov Konstantin - Fotolia.com)

Stress kann Kopfschmerzen hervorrufen. Aus Untersuchungen geht nun hervor, dass auch die Entspannung nach Stress Migräne verursachen kann.

Stress galt lange als allgemeiner Kopfschmerzauslöser. In der aktuellen Studie fanden Forscher heraus, dass die Entspannung, die auf erhöhten Stress folgt, ein weitaus größerer Trigger für Migräneattacken ist. Migräne ist eine chronische Erkrankung, die in Deutschland rund 18 Millionen Menschen betrifft.
Forscher der Yeshiva Universität ließen für ihre Studie 17 Teilnehmer drei Monate lang ein Tagebuch führen. Die Teilnehmer notierten, ob sie einen Migräneanfall hatten und ob die bekannten Trigger eine Rolle spielten: Anzahl Stunden, die sie geschlafen hatten, bestimmte Lebensmittel und Getränke, Alkohol und der Menstruationszyklus. Auch gaben sie an, wie gestresst sie waren und ob sie sich fröhlich, traurig, entspannt, nervös, lebendig oder gelangweilt fühlten.

Häufiger Migräne nach Entspannung

Die Entspannung, die auf Stressphasen folgte, stellte sich als ein noch wichtigerer Auslöser für Migräneanfälle heraus als der Stress selbst. Teilnehmer, die nach einem gestressten Tag einen weniger stressigen Tag erlebten, schienen den darauffolgenden Tag ein höheres Risiko für einen Migräneanfall zu haben.
»Diese Studie betont die Wichtigkeit von Stressmanagement und gesunden Lebensgewohnheiten für Menschen, die mit Migräne leben müssen«, sagt Professorin Dawn C. Buse, Co-Autorin der Studie. »Es ist wichtig für Menschen, sich steigender Stresspegel bewusst zu sein und zu versuchen während Stressperioden zu entspannen.«

Stresshormon Cortisol

»Diese Studie zeigt einen auffallenden Zusammenhang zwischen einer Reduzierung des erlebten Stresses und Migräne. Der Zusammenhang war am stärksten während der ersten sechs Stunden verminderten Stresses. Dann stieg das Risiko für einen Migräneanfall um das Fünffache. Das Hormon Cortisol, das bei Stress ansteigt und Schmerzen reduziert, trägt möglicherweise dazu bei während der Entspannungsphase Kopfschmerzen auszulösen«, sagt Richard B. Lipton, Professor für Neurologie.

Rechtzeitige Ruhepausen

Die Wissenschaftler empfehlen Migränepatienten, Stress rechtzeitig abzubauen und regelmäßig kurze Pausen einzulegen während einer Stressphase. Geeignet zum Stressabbau ist beispielsweise Sport, Spaziergänge oder sich mal kurz nur auf die Atmung zu konzentrieren. Die Studienergebnisse sind im Fachmagazin »Neurology« erschienen.

Häufige Auslöser für Kopfschmerzen und Migräne
  • beruflicher Stress
  • das Wetter, vor allem Luftdruckveränderungen
  • starke Gerüche wie Farben, Lacke, Parfum oder stark riechende Blumen
  • Haarschmuck und enge Hüte
  • Intensive körperliche Anstrengung
  • eine schlechte Körperhaltung
  • Tyramin, das in verschiedenen Käsesorten (Blauschimmelkäse, Parmesan, Cheddar) vorkommt, aber auch in Rotwein, Schokolade, Sauerkraut und Sojaprodukten
  • Nitrate, die als Konservierungsmittel in fertig verpackten Fleischprodukten verwendet werden
  • Hunger
  • Rauchen und Passivrauchen
  • Zuviel Koffein


Quelle: Lipton RB, Buse DC, Hall CB, Tennen H, Defreitas TA, Borkowski TM, Grosberg BM, Haut SR.: Reduction in perceived stress as a migraine trigger: testing the »let-down headache« hypothesis. Neurology. 2014 Apr 22;82(16):1395-401. doi: 10.1212/WNL.0000000000000332

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