Samstag, 14. August 2021

Diese Ernährungstipps beugen Gelenkschmerzen vor



Manche Nahrungsmittel scheinen Gelenkschmerzen zu verschlimmern, während andere einen positiven Einfluss auf Entzündungsbeschwerden haben. Diese Ernährungstipps tun den Gelenken gut.

Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die Entzündungen fördern

Eine akute Entzündung ist eine normale Reaktion des Immunsystems, das etwas bekämpft, was nicht in den Körper gehört: Viren, Bakterien oder Fremdkörper. Wird eine Entzündung jedoch chronisch, beginnen erst recht die Probleme. Zytokine, sehr starke und aggressive Moleküle, die die Eindringlinge neutralisieren sollen, greifen gesunde Zellen an, vor allem den Gelenkknorpel.

Daher sollten Lebensmittel, die den Entzündungsprozess fördern, eingeschränkt werden. Fleischprodukte sind zum Beispiel sehr reich an Omega-6-Fettsäuren, die Entzündungen fördern. Zucker und zuckerhaltige Produkte haben einen hohen glykämischen Index, was den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt und Entzündungsprozesse anfacht.

Ein gutes Säure-Basen-Gleichgewicht

Neben chronischen Entzündungen ist Übersäuerung ein weiterer Feind der Gelenke. Das verursacht Oxidation im Körper, ein Prozess, der unseren Körper sozusagen „rosten“ lässt. Und die Gelenke sind leider ein beliebtes Angriffsziel. Um herauszufinden, ob Ihr Körper übersäuert ist, können Sie in Apotheken Teststreifen kaufen, die den Säuregehalt Ihres Urins durch einen Farbcode bestimmen. Liegt der Wert unter 6,5, ist der Säuregrad zu hoch.

Alle Nahrungsmittel, die wir täglich essen, sind sauer, mit Ausnahme von Obst und Gemüse, die wegen ihres Kaliumgehalts basisch wirken. Ideal für einen ausgeglichenen Säure-Base-Haushalt: 70 Prozent Obst und Gemüse, 30 Prozent andere Nahrungsmittel. Ein Tipp, um dieses Ziel zu erreichen: Teilen Sie Ihren Teller in zwei Hälften, eine für Gemüse und Rohkost, die andere für Fleisch, stärkehaltige Produkte und Käse.

Wasser, das ideale Getränk

Der Gelenkknorpel besteht zu 75 Prozent aus Wasser, weshalb eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig ist. Lernen Sie, auf Ihren Körper zu hören und trinken Sie, wenn Sie Durst haben. Wir neigen oft dazu, die Befriedigung dieses Bedürfnisses aufzuschieben, weil wir mit anderen Dingen beschäftigt sind, die wir für dringender halten. Wasser ist und bleibt das ideale Getränk für den Körper.

Wenn es Ihnen schwer fällt, durch den Tag genug Wasser zu trinken, können Sie ihm mit dem Saft einer Zitrone mehr Geschmack verleihen. Die Zitrone wirkt trotz ihres sauren Geschmacks basisch auf den Körper. Grüner Tee erweist sich als eine wertvolle Abwechslung, da er reich an Antioxidantien ist.

Omega-3-Fettsäuren gegen Entzündungen

Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren sind eine starke Waffe gegen Entzündungen. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Knorpel von Patienten mit Gelenkschmerzen einen abnormal niedrigen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aufweist.

Verwenden Sie für die Zubereitung der Mahlzeiten lieber Oliven- oder Rapsöl statt Sonnenblumenöl. Essen Sie täglich Leinsamen und Nüsse wie Walnüsse, Haselnüsse und Mandeln. Zwei- bis dreimal pro Woche sollte fetter Fisch wie Sardinen, Lachs, Hering oder Makrele auf dem Speiseplan stehen.

Antioxidantien gegen oxidative Prozesse

Die Vitamine A, C, E, K, Carotinoide und Polyphenole sind Antioxidantien, die den Gelenken gut tun. Sie neutralisieren freie Radikale. Diese sehr aggressiven Substanzen, die bei der Oxidation entstehen, schädigen unsere Zellen und beschleunigen die Alterung des Gewebes. Noch mehr „Rost“ für unsere Knie und Hüftgelenke!

Antioxidantien findet man reichlich in Obst und Gemüse. Das Obst mit dem höchsten Gehalt an Antioxidantien sind Beeren, rote Früchte wie Kirschen, Zitrusfrüchte, Pflaumen, Kiwis, Ananas und Datteln.

Unter den Gemüsen sind vor allem Kohlarten wie Blumenkohl, Rot- und Weißkohl, Rosenkohl, Brokkoli, Grünkohl und Kohlrabi reich an Antioxidantien. Aber auch Romanesco, Radieschen, Rüben und Meerrettich wirken durch ihre antioxidativen Substanzen Zellschäden entgegen. Obst und Gemüse aus biologischem Anbau hat einen höheren Gehalt an schützenden Nährstoffen als Obst und Gemüse aus konventioneller Landwirtschaft und enthält zudem weit weniger giftige Stoffe, vor allem Pestizide.

Milchkonsum einschränken

Milch ist ein Nahrungsmittel, das von Menschen mit einem Laktasemangel, einem für die Milchverdauung notwendigen Enzym, schlecht vertragen wird. Die von einer Laktoseintoleranz Betroffenen sind zahlreich und Milch löst bei ihnen Entzündungen aus, die unter anderem Gelenkschmerzen verursachen können. Der Verzicht auf Milch fördert allerdings einen Kalziummangel, was wiederum ungünstig für die Knochen und damit auch für die Gelenke ist. Der Kalziumbedarf lässt sich jedoch durch Joghurt, lange gereiften Käse, Leitungs- oder Mineralwasser, Sardinen, Gemüse, Champignons und Nüsse decken.

Frittierte Nahrungsmittel begrenzen

Frittiertes, Gegrilltes, Gebratenes ist natürlich lecker, aber bitte nur in Maßen genießen! Die hohen Frittiertemperaturen fördern einen Prozess, der als Glykation oder Glykierung bezeichnet wird. Bei dieser sprichwörtlichen Verzuckerung des Gewebes werden viele glykolisierte Eiweiße gebildet. Das erhöht die entzündungsfördernden Zytokine, die Feinde des Gelenkknorpels. Wählen Sie so viel wie möglich eine niedrige Gartemperatur, auch wenn das mehr Zeit kostet.

Verzicht auf Gluten kann Beschwerden lindern

Ungefähr 0,3 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Gluten-Unverträglichkeit oder Zöliakie, die sich mit schweren Durchfällen, Bauchschmerzen und nicht selten auch mit heftigen Gelenkschmerzen bemerkbar macht. Gereizt durch das Gluten, auf das die Darmschleimhaut überempfindlich reagiert, verliert diese ihre Schutzfunktion und wird zu durchlässig. Auch für Moleküle, die vom Immunsystem als feindlich angesehen werden. Infolgedessen reagiert das Immunsystem und löst eine Entzündung aus. Wenn die Gelenkschmerzen andauern, sollten Sie drei Monate lang eine glutenfreie Diät einhalten, um zu sehen, ob sich die Beschwerden bessern. Das gilt auch für Menschen mit einer Weizensensitivität, von der etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen sind und die man früher Glutensensitivität nannte. Neue Forschungen haben aber gezeigt, dass nicht nur das Gluten, sondern auch andere Weizenbestandteile eine Überempfindlichkeit auslösen können, wie natürliche Insektenabwehrstoffe in den Pflanzen. Zudem sorgen bei der industriellen Brotherstellung verkürzte Ruhezeiten des Brotteigs für eine schlechtere Verdaulichkeit.

Bessern sich Ihre Beschwerden, wenn Sie auf glutenhaltige Produkte verzichten, dann sollten Sie alle Lebensmittel meiden, die Weizen, Gerste und Roggen enthalten: Brot, Nudeln, Frühstücksflocken, Pizza, Brötchen, Kuchen, Pfannkuchen, panierte Produkte und Torten, Kekse, Grieß, Bier und viele industriell hergestellte Gerichte, die Gluten als Bindemittel enthalten.

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