Mittwoch, 11. Juni 2014


Multiple Sklerose oft mit Schlafapnoe verbunden
(Foto: tatlin / pixabay.com)

Viele Patienten mit multipler Sklerose leiden, ohne es zu wissen, an Schlafapnoe, wie amerikanische Forschungen ergaben.


Menschen, die an der Autoimmunerkrankung multiple Sklerose (MS) leiden, denken meist, dass ihre Müdigkeit und Erschöpfung ein Symptom ihrer Erkrankung ist. Doch Forscher der Universität von Michigan haben festgestellt, dass viele MS-Patienten ohne es zu wissen auch an Schlafapnoe leiden.

56 Prozent der MS-Patienten litten an Schlafapnoe

An der Studie nahmen 195 MS-Patienten teil. Anhand von Fragebögen wurde festgestellt, wie hoch das Risiko war, dass sie an der Schlafstörung leiden. Darüber hinaus wurde gemessen wie müde sie tagsüber waren und ob sie nachts schlecht schliefen. Hinzu kam eine Prüfung der Krankengeschichte auf Faktoren, die Müdigkeit oder Schlafapnoe voraussagen können. Daraus lies sich ablesen, dass 56 Prozent der Teilnehmer ein erhöhtes Risiko für Schlafapnoe hatte. Zusätzlich erhielten weniger als die Hälfte der Teilnehmer, die wussten, dass sie an Schlafapnoe leiden, die Standardbehandlung mit einer Atemmaske und einem CPAP-Gerät. Mit dieser Standardtherapie können die nächtlichen Atemstillstände, die charakteristisch sind für ein obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS), durch eine leichte Überdruckbeatmung verhindert werden. Das lässt den Schläfer ruhiger schlafen und ausgeruhter aufwachen.

Eher an Schlafapnoe denken bei multipler Sklerose

Patienten, die erschöpfter waren, hatten häufig ein höheres Risiko für Schlafapnoe, auch wenn andere Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Schlafdauer und Depression berücksichtigt wurden. Die Studie beweist nicht, dass manche MS-Patienten mehr unter Müdigkeit leiden, weil sie Schlafapnoe haben. Die Forscher sind allerdings der Meinung, dass Mediziner bei MS-Patienten eher an Schlafapnoe als mögliche Ursache der Müdigkeit denken sollten. Die Ergebnisse wurden im »Journal of Clinical Sleep Medicine« veröffentlicht.

Multiple Sklerose - wie sie entsteht

Die genaue Ursache der multiplen Sklerose ist bis heute nicht geklärt. Bei der Erkrankung des Nervensystems entstehen Entzündungen an der Schutzschicht der Nervenfasern. Diese Schutzschicht wird aus einer fetthaltigen Substanz, dem Myelin, gebildet. Das eigene Immunsystem greift das Myelin an und durch die Entzündungsreaktionen kommt es zu Verhärtungen und Vernarbungen an der Nervenhülle. Das hat zur Folge, dass die Nervenimpulse nur noch sehr langsam oder gar nicht mehr übertragen werden können. Die auftretenden Symptome sind dann auch äußerst vielfältig: Sehstörungen, Lähmungen, Störungen der Blasenfunktion und der Feinmotorik sowie Erschöpfungszustände. Die Krankheit tritt oft in Schüben auf und Körperfunktionen können sich auch mit dem Abklingen eines Schubs wieder verbessern. Obwohl es kein Heilmittel gegen MS gibt, stehen Medikamente zur Verfügung, die das Immunsystem beeinflussen und so die Symptome lindern und den Verlauf der Krankheit günstig beeinflussen können.

Quelle: Tiffany J. Braley, Benjamin M. Segal, Ronald D. Chervin: Obstructive Sleep Apnea and Fatigue in Patients with Multiple Sclerosis. J Clin Sleep Med. 2014 Feb 15;10(2):155-62. doi: 10.5664/jcsm.3442

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