Samstag, 10. Januar 2015


Raucher leiden häufiger unter chronischen
Rückenschmerzen
(Foto: blizniak - pixabay.com)

Raucher entwickeln dreimal häufiger chronische Rückenschmerzen. Ein Nikotinentzug kann das Risiko für die unangenehmen Schmerzen senken.


Sie wollen chronische Rückenschmerzen vermeiden? Dann sollten Sie Ihre Zigarette möglichst schnell ausmachen. Eine amerikanische Studie hat festgestellt, dass Raucher ein dreimal höheres Risiko haben, chronische Rückenschmerzen zu entwickeln. Ein Rauchstopp könnte die unangenehmen und einschränkenden Schmerzzustände verhindern, meinen Forscher.

Rauchen wirkt im Gehirn
»Rauchen wirkt auch aufs Gehirn«, sagt Studienleiter Bogdan Petre. »Wir haben herausgefunden, dass Rauchen die Art und Weise beeinflusst, wie das Gehirn auf Rückenschmerzen antwortet und es scheint Raucher weniger widerstandsfähig gegen Schmerzen zu machen.« Das ist der erste Beweis, der einen Zusammenhang zeigt zwischen Rauchen, chronischen Schmerzen und der Gehirnregion, die für Sucht und Belohnung zuständig ist.

Kontrolle mit Kernspin
Die Studienergebnisse stammen aus einer Längsbeobachtungsstudie mit 160 Erwachsenen mit neu aufgetretenen Rückenschmerzen. Während eines Jahres wurde bei den Teilnehmern fünfmal eine Kernspintomographie durchgeführt und sie wurden nach der Intensität der Rückenschmerzen gefragt. Anhand eines Fragenkataloges erhielten die Forscher Angaben über Rauchverhalten und andere gesundheitsrelevante Aspekte. Die Forscher untersuchten gleichzeitig auch 35 gesunde und 32 Personen mit chronischen Rückenschmerzen.

Verbindung zwischen Sucht und Schmerz
Die Forscher untersuchten vor allem die Hirnregionen, die beim Suchtverhalten und beim motivierten Lernen eine Rolle spielen. Diese Hirnschaltkreise scheinen wichtig zu sein bei der Entwicklung chronischer Schmerzen. Die beiden Hirnregionen kommunizieren miteinander und die Wissenschaftler entdeckten, dass die Stärke der Verbindung dieser beiden Hirnregionen bestimmt, wer ein chronischer Schmerzpatient wird. Die Gehirnregion, die für motiviertes Lernen zuständig ist, erlaubt der Nikotinsucht mit dem chronischen Schmerz zu interagieren. Das deutet auf eine allgmeine Verbindung zwischen Sucht und Schmerz hin.

Rauchstopp senkt Schmerzanfälligkeit
»Dieser Hirnschaltkreis war in den Gehirnen von Rauchern sehr stark und aktiv«, erklärt Petre. »Aber wir sahen eine starke Abnahme der Aktivität zwischen diesen beiden Hirnregionen bei Rauchern, die von sich aus während der Studie mit dem Rauchen aufhörten. Anschließend war auch die Anfälligkeit für chronische Schmerzen geringer.«

Verhaltenstherapie für chronische Schmerzen
Während der Studie halfen entzündungshemmende Medikamente den Studienteilnehmern beim Umgang mit dem Schmerz, aber dies hatte keinen Einfluss auf die Hirnaktivität. Laut den Forschern können Verhaltenstherapien wie Nichtraucher-Programme zukünftig benutzt werden, um Gehirnmechanismen zu beeinflussen und so chronische Schmerzen zu behandeln.

Quelle: Bogdan Petre, Souraya Torbey, James W. Griffith, Gildasio De Oliveira, Kristine Herrmann, Ali Mansour, Alex T. Baria, Marwan N. Baliki, Thomas J. Schnitzer, Apkar Vania Apkarian. Smoking increases risk of pain chronification through shared corticostriatal circuitry. Human Brain Mapping, 2014; DOI: 10.1002/hbm.22656

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