Montag, 6. Februar 2017


Wer wenig isst - ohne sich auszuhungern - kann länger leben. Zumindest bei Affen trifft das zu, aber vielleicht auch für Menschen.



Viel weniger essen als empfohlen, verlängert doch das Leben von Affen. Darüber bestanden lange Zweifel, weil zwei Experimente gegensätzliche Ergebnisse brachten. Die Wissenschaftler dieser Experimente haben ihre Resultate nun verglichen.

Weniger essen, schützt die Affen auch vor Krebs, Herz- und Gefäßkrankheiten, Diabetes und Alterserkrankungen. Es geht dabei um 20 bis 30 Prozent weniger Kalorien, als für eine gesunde Ernährung empfohlen wird. Tag ein, Tag aus. Wenig, aber nicht so wenig, dass es zu Unterernährung führt.



Zunächst widersprüchliche Ergebnisse

Das Bild ergibt sich aus einer neuen gemeinsamen Analyse von zwei einzelnen Experimenten mit insgesamt 197 Makaken-Affen. Bis jetzt gingen sich die Wissenschaftler beider Studien immer gleich an die Kehle wegen der widersprüchlichen Ergebnisse, aber nun erschien ein gemeinsamer Artikel im Fachjournal »Nature Communications«.



Affen sind auch Menschen

Schlanke Makaken-Affen, die 30 Prozent weniger Kalorien bekommen als die gesunde Empfehlungsmenge, leben ungefähr drei Jahre länger als ihre mehr essenden Artgenossen. Das darf sogar eine Ernährung mit reichlich Zucker und Fett sein.

Die Wissenschaftler schreiben, dass der Vergleich zwischen Makaken und Menschen durchaus zutreffend ist: »Angesichts der deutlichen Parallelen zwischen Menschen und Makaken scheint es sehr wahrscheinlich, dass die gesunden Auswirkungen der Kalorienbegrenzung auch beim Menschen feststellbar wären.«

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass Alter, Ernährungsweise und Geschlecht eine Rolle spielen. So sind Frauen weniger schnell von den negativen Folgen von Übergewicht betroffen als Männer. Bei ihnen entwickelt sich eine Insulinresistenz beispielsweise langsamer als bei Männern. Und bei einer gesunden Ernährungsweise bringt eine Kalorienreduzierung wahrscheinlich keine wesentlichen Verbesserungen mehr.



Für Kinder nicht geeignet

Kinder sollten allerdings nicht mit einer Kalorienrestriktion belastet werden. Bei den nicht ausgewachsenen Affen, die auf eine Diät mit weniger Kalorien gesetzt wurden, ging das schon mal schief. Manche von ihnen starben in jungem Alter. Das ist ein Unterschied zwischen Affen und Nagetieren, schlussfolgerten die Forscher. Nagetiere leben tatsächlich deutlich länger, wenn sie schon jung auf eine karge Diät gesetzt wurden. Bleibt die Frage: Wie viel Spaß macht es auf diese Weise sein Leben zu verlängern und ist es das überhaupt wert? Eine Frage, die man nicht durch Forschungen an Affen beantworten kann.

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