Samstag, 3. Juni 2017


Das Gehirn scheint empfindlicher auf Nahrungsdüfte zu reagieren, wenn man unter Schlafmangel leidet.



Dass Schlafmangel einen hungriger macht und mehr essen lässt, haben Wissenschaftler in den letzten Jahren immer häufiger festgestellt. Doch Schlafmangel scheint auch die Empfindlichkeit des Gehirns für Essensdüfte zu steigern. Darüber berichteten Neurowissenschaftler auf der jährlichen Zusammenkunft der »Cognitive Neuroscience Society« in San Francisco. Das könnte erklären, warum übermüdete Menschen schneller zu Snacks und Zwischenmahlzeiten greifen.

Kartoffelchips oder Tannenduft

Studienteilnehmer, die nur vier Stunden geschlafen hatten, wurden während einer Untersuchung im Magnetresonanztomographen einerseits Nahrungsdüften von Kartoffelchips und Zimtbrötchen ausgesetzt und andererseits Düften von beispielsweise Tannenbäumen. Die Wissenschaftler notierten darüber hinaus wie viel Nahrung die Teilnehmer im Laufe des Tages zu sich nahmen. Einige Wochen später wiederholten die dieselben Teilnehmer das Experiment, aber dann nach einer Nachtruhe von acht Stunden.

Keine Lust auf Waldspaziergang

Aus den Ergebnissen ging hervor, dass übermüdete Testpersonen im Vergleich zu ausgeschlafenen Teilnehmern mehr Gehirnaktivität in zwei Regionen zeigen, die auch eine Rolle spielen bei der Wahrnehmung von und Reaktion von Nahrungsdüften. Der Unterschied war allerdings nicht merkbar bei der Reaktion auf andere Düfte wie Tannengeruch, erklärt der Autor der Studie Surabhi Bhutan von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago. Schläfrige Menschen haben also keine große Lust, um einen Waldspaziergang zu machen.

Obwohl weitere Forschungen notwendig sind, entsprechen die Ergebnisse früheren Studien, bei denen eine Verbindung zwischen Schlafmangel (weniger als sechs Stunden pro Nacht), einer höheren Kalorienaufnahme und Gewichtszunahme festgestellt wurde.

Mehr Hunger, weniger Sättigung

Ein Mangel an Schlaf stört vor allem den Hormonhaushalt. Wenn wir zu wenig geschlafen haben, sinkt der Leptingehalt im Blut und steigt der Grhelinspiegel. Wir empfinden dann nicht nur mehr Hunger, sondern fühlen uns auch weniger schnell gesättigt. Eine andere Folge von Schlafmangel ist die Störung unseres Zuckerstoffwechsels: Unser Körper kann dann den Zucker aus der aufgenommen Nahrung nicht mehr richtig verarbeiten. Und wer müde ist, hat schließlich auch weniger Lust auf körperliche Bewegung oder sportliche Aktivitäten und verbrennt darum weniger Kalorien.

Klima bestimmt die Größe der Nasenlöcher

Warum hat unser Riechorgan eigentlich die uns bekannte Form? Nach neuesten Erkenntnissen ist die Form unserer Nase und vor allem der Nasenlöcher eine klimabedingte Entwicklung. Wissenschaftler aus Amerika, Irland und Belgien berichten im Fachblatt »PLOS Genetics« über ihre Theorie, dass größere Nasenlöcher bei Völkern entstanden, die in warmer und feuchter Umgebung lebten, während bei Völkern, die in großen Höhen wie Nordeuropa lebten, sich wegen der kühleren und trockeneren Umstände kleinere Nasenlöcher entwickelten.

Keine neue Theorie

»Die Theorie, dass die menschliche Nase möglicherweise als Ergebnis einer natürlichen klimatbedingten Selektion entband, ist nicht neu«, berichtet Co-Autor der Studie Arslan Zaidi von der Pennsylvania State Universität. Aber während frühere Studien auf Messungen des menschlichen Schädels basierten, untersuchte die neue Studie die Form der Nase an sich. Die Forscher studierten die Nasen von mehr als 2.600 Freiwilligen aus Süd- und Ostasien, Westafrika und Nordeuropa. Die Ergebnisse zeigen, dass die Weite der Nasenlöcher mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit zusammenhängt und dass die Teilnehmer, deren Vorfahren aus einem warmen und feuchten Klima stammen, durchschnittlich breitere Nasenlöcher haben als diejenigen, deren Ahnen in einem kühlen und trockenen Klima lebten.

Klima beeinflusst nur die Nasenlöcher

Das lässt sich laut Zaidi vielleicht damit erklären, dass schmalere Nasenlöcher den Feuchtigkeitsgehalt der Luft erhöhen und die Luft aufwärmen. Kalte und trockene Luft ist schließlich nicht gut für unsere Atemwege, denn Krankheiten und Schädigungen werden dadurch gefördert. Zur Verdeutlichung sei gesagt, dass die Wissenschaftler nur eine Relation mit den Nasenlöchern festgestellt haben. Die Größe und Länge der Nase an sich, wurde vielleicht nicht durch das Klima bestimmt, sondern durch andere Faktoren, die nicht einer Selektion unterliegen.

Nasenform ist Geschmackssache

Die Wissenschaftler schließen auch nicht aus, dass noch andere Faktoren als das Klima eine Rolle spielen in der Evolution unserer Nase. So ist sexuelle Selektion ein wichtiges Element bei der Formgebung unseres Gesichtes. Unterschiedliche Völker finden bestimmte Merkmale mehr oder weniger anziehend. Das erklärt zum Beispiel auch die unterschiedliche Nasenform bei Männern und Frauen. Und Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Viel wichtiger ist am Ende des Tages, ob ich mein Gegenüber überhaupt »riechen kann«. Denn die Nase spielt bei der Wahl eines potenziellen Sexualpartners eine entscheidende Rolle. Je stärker sich der Körpergeruch des Mitmenschen vom eigenen unterscheidet, desto eher kommt »er« oder »sie« als Partner in Frage. Ob für eine Nacht oder für ein ganzes Leben, entscheiden dann wahrscheinlich doch eher Kopf und Bauch als Auge und Nase.

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