Mittwoch, 24. Oktober 2018


Lange bevor man Kräuter zum Kochen benutzte, wurden sie wegen ihrer medizinischen Eigenschaften angewendet.
Die Verwendung von Kräutern und Gewürzen ist schon seit der Antike sehr wichtig. Lange bevor man sie zum Kochen benutzte, wurden sie häufig wegen ihrer medizinischen Eigenschaften eingesetzt. Inzwischen ist wissenschaftlich erwiesen, dass viele Sorten tatsächlich bemerkenswerte Gesundheitsvorteile haben.
Nachfolgend zehn Kräuter und Gewürze, die erwiesenermaßen zu den gesündesten der Welt gehören.
1. Zimt senkt den Blutzucker und wirkt antidiabetisch
Zimt ist ein beliebtes Gewürz, das in allerlei Rezepten für Gebäck und Kuchen zu finden ist. Es enthält eine Substanz namens Zimtaldehyd, die für die medizinischen Eigenschaften von Zimt verantwortlich ist.
Zimt hat eine starke antioxidative Wirkung, unterstützt die Bekämpfung von Entzündungen und senkt nachweislich das Cholesterin und die Triglyceride im Blut. Aber Zimt beweist seine Stärke erst richtig, wenn man die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel betrachtet. Zimt kann den Blutzuckerspiegel durch verschiedene Mechanismen senken, wie beispielsweise den verlangsamten Abbau der Kohlenhydrate im Darm und die Steigerung der Insulinempfindlichkeit. Untersuchungen zeigen, dass Zimt den Nüchtern- Blutzucker bei Diabetikern um 10 bis 29 Prozent senken kann, ein deutlicher Rückgang also. Die wirksame Dosis beträgt in der Regel einen halben bis zwei Teelöffel pro Tag oder ein bis sechs Gramm.
2. Salbei verbessert die Gehirnfunktion und das Gedächtnis
Der Name Salbei stammt vom lateinischen "salvere", was so viel wie "retten" bedeutet. Salbei hatte im Mittelalter einen sehr guten Ruf wegen seiner heilenden Eigenschaften und wurde sogar zur Vorbeugung der Pest eingesetzt.
Aktuelle Forschungen zeigen, dass Salbei in der Lage sein könnte, die Gehirnfunktion und das Gedächtnis zu verbessern, insbesondere bei Menschen mit Alzheimer. Die Alzheimer-Krankheit geht mit einer Senkung des Acetylcholingehalts einher, einem chemischen Botenstoff im Gehirn. Salbei verhindert den Abbau von Acetylcholin. Eine viermonatige Studie an 42 Testpersonen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Krankheit zeigte deutliche Verbesserungen der Hirnfunktion. Andere Studien haben gezeigt, dass Salbei auch die Gedächtnisfunktion bei gesunden Menschen verbessern kann, und das bei Jung und Alt.
3. Pfefferminze lindert Schmerzen und Übelkeit beim Reizdarmsyndrom
Die Pfefferminze hat eine lange Tradition in der Volksmedizin und Aromatherapie. Wie so oft bei Kräutern finden sich die für die gesundheitliche Wirkung verantwortlichen Stoffe in den öligen Bestandteilen. Viele Studien haben gezeigt, dass Pfefferminzöl gut zur Schmerzbekämpfung beim Reizdarmsyndrom (RDS) wirkt.
Diese Wirkung kommt dadurch zustande, dass die glatte Muskulatur des Dickdarms entspannt wird, wodurch Schmerzen bei Bewegungen des Darms gelindert werden. Es reduziert auch einen aufgeblähten Bauch, was ein häufiges Symptom bei Verdauungsstörungen ist.
Weiterhin gibt es Studien, die zeigen, dass Pfefferminze in der Aromatherapie Übelkeit bekämpfen kann. Eine Studie mit mehr als 1.100 schwangeren Frauen ergab, dass durch die Aromatherapie mit Pfefferminze die Übelkeit erheblich abnahm. Es scheint auch die Übelkeit nach einer Operation und nach einer Kaiserschnittgeburt zu reduzieren.
4. Kurkuma enthält Kurkumin, das stark entzündungshemmend ist
Kurkuma ist das Gewürz, das Curry die gelbe Farbe verleiht. Kurkuma enthält verschiedene Komponenten mit medizinischen Eigenschaften, von denen die wichtigste das Kurkumin ist.
Kurkumin ist ein sehr starkes Antioxidans, das oxidativen Schaden bekämpft und die antioxidativen Enzyme im Körper anregt (1). Das ist besonders wichtig, denn oxidativer Schaden wird als einer der Schlüsselmechanismen für das Altern und viele Krankheiten angesehen.
Kurkumin wirkt stark entzündungshemmend, sogar so stark, dass es sich mit der Wirkung einiger entzündungshemmender Medikamente vergleichen lässt. Wenn man bedenkt, dass chronische niedriggradige Entzündungen ein wichtiger Faktor bei fast jeder chronischen Krankheit in der westlichen Welt sind, verwundert es nicht, dass Kurkumin mit einer ganzen Reihe von gesundheitlichen Vorteilen verbunden wird.
Forschungen deuten darauf hin, dass es auch die Gehirnfunktion verbessert, Alzheimer bekämpft, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs reduziert und Rheuma lindert, um nur einige zu nennen (2, 3, 4, 5, 6).
5. Königsbasilikum bekämpft Infektionen und regt das Immunsystem an
Königsbasilikum, auch Indisches oder Heiliges Basilikum genannt, und nicht zu verwechseln ist mit gewöhnlichem Basilikum, gilt in Indien als heiliges Kraut. Forschungen zeigen, dass Königsbasilikum das Wachstum einer Reihe von Bakterien, Hefen und Pilzen hemmen kann. Eine kleine Studie ergab ebenfalls, dass das Immunsystem durch Königsbasilikum angeregt wird, in dem es bestimmte Immunzellen im Blut vermehrt.
Königsbasilikum senkt den Blutzuckerspiegel vor und nach einer Mahlzeit und wird auch bei der Behandlung von Angststörungen und angstbezogenen Depressionen eingesetzt.
6. Cayennepfeffer enthält Capsaicin, das appetitzügelnd und krebshemmend wirkt
Cayennepfeffer ist eine Pfeffersorte, die in scharfen Speisen verwendet wird. Der Wirkstoff, der die Schärfe verleiht, heißt Capsaicin. Dies scheint den Appetit zu zügeln und die Fettverbrennung zu fördern, wie viele Studien zeigen (7, 8, 9, 10, 11, 12). Daher ist es ein häufiger Bestandteil in vielen kommerziellen Nahrungsergänzungsmitteln zur Gewichtsabnahme. Eine Studie zeigte, dass ein Gramm roter Pfeffer zu einer Mahlzeit den Appetit reduziert und auch die Fettverbrennung bei Menschen ankurbelt, die normalerweise keinen Pfeffer essen. Es gab jedoch keine Wirkung bei Menschen, die bereits an scharfe Gerichte gewöhnt waren, was darauf hindeutet, dass sich die Wirkung mit zunehmender Toleranz ändert. Einige Studien an Tieren haben ergeben, dass Capsaicin bestimmte Krebsarten wie Lungen-, Leber- und Prostatakrebs bekämpft (13, 14, 15, 16), aber diese krebshemmenden Eigenschaften sind natürlich noch lange nicht beim Menschen erprobt, und sollten als vorläufig betrachtet werden.
7. Ingwer wirkt gegen Übelkeit und hemmt Entzündungen
Ingwer ist ein beliebtes Gewürz, das in verschiedenen alternativmedizinischen Methoden verwendet wird. Die Forschung zeigt immer wieder, dass ein Gramm Ingwer oder mehr gegen Übelkeit wirkt. Das betrifft Morgenübelkeit in der Schwangerschaft, Übelkeit durch Chemotherapien und Seekrankheit (17, 18, 19, 20, 21, 22).
Ingwer wirkt stark entzündungshemmend und kann bei der Schmerzbekämpfung helfen.
Eine Studie mit Teilnehmern mit einem erhöhten Risiko für Dickdarmkrebs ergab, dass zwei Gramm Ingwer-Extrakt pro Tag die Entzündungssignale im Dickdarm in gleicher Weise senkten wie Aspirin.
Eine weitere Studie zeigte, dass eine Mischung aus Ingwer, Zimt, Mastix und Sesamöl bei Menschen mit Kniearthrose Schmerzen und Steifheit reduzierte. Es war genauso wirksam wie eine Behandlung mit Aspirin oder Ibuprofen.
8. Bockshornklee verbessert die Blutzuckerkontrolle
Bockshornklee wird in der ayurvedischen Heilkunst häufig verwendet, insbesondere zur Stärkung von Libido und Männlichkeit. Obwohl die Wirkung auf den Testosteronspiegel nicht überzeugend ist, scheint Bockshornklee sich auf den Blutzucker wohl günstig auszuwirken.
Es enthält das pflanzliche Eiweiß 4-Hydroxyisoleucin, das die Wirkung des Hormons Insulin verbessert. Viele klinische Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von mindestens einem Gramm Bockshornklee-Extrakt pro Tag den Blutzuckerspiegel senken kann, vor allem bei Diabetikern (23, 24, 25, 26, 27).
9. Rosmarin beugt Allergien und verstopfter Nase vor
Der aktive Wirkstoff in Rosmarin ist die Rosmarinsäure. Diese Substanz scheint allergische Reaktionen und eine verstopfte Nase zu unterdrücken. Eine Studie an 29 Personen zeigte, dass sowohl eine Dosis von 50 als auch von 200 Milligramm Rosmarinsäure allergische Symptome unterdrückte.
10. Knoblauch bekämpft Krankheiten und stärkt das Herz
Traditionell wurde Knoblauch vor allem wegen seiner medizinischen Eigenschaften verwendet. Heute weiß man, dass die meisten dieser Wirkungen auf eine Substanz namens Allicin zurückzuführen sind, die auch für den charakteristischen Geruch verantwortlich ist.
Die Verabreichung von Knoblauch zur Bekämpfung von Krankheiten, einschließlich Erkältungen, ist allgemein bekannt. Wenn man häufig erkältet ist, kann Knoblauch in der Ernährung eine große Hilfe sein. Es gibt auch überzeugende Beweise für eine positive Wirkung auf das Herz. Bei Menschen mit hohem Cholesterinspiegel scheint die Supplementierung mit Knoblauch das Gesamtcholesterin und das LDL-Cholesterin um etwa 10 bis 15 Prozent zu senken. Klinische Studien zeigen auch, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Knoblauch Bluthochdruck deutlich senken können. In einer Studie erwies sich das also genauso wirksam wie ein Medikament gegen Bluthochdruck.

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