Sonntag, 23. August 2020


Aluminium kommt zwar von Natur aus in der Nahrung vor, aber der Kontakt sollte trotzdem zur Vermeidung von Risiken auf ein Minimum beschränkt werden.

 

In den meisten Haushalten findet man wohl eine Rolle Alufolie in der Küche. Mit Alufolie meint man tatsächlich Aluminiumfolie. Viele Menschen wissen inzwischen, dass Aluminium und Nahrungsmittel keine gute Kombination ist, aber dennoch kommt unser Essen doch oft mit diesem Metall in Berührung. Manchmal beim Hersteller und manchmal einfach zu Hause in der Küche. Ist Aluminium nun wirklich so schlecht oder doch nicht so schlimm? Wir schauen uns die Risiken an.

Was ist Aluminium?

Aluminium ist ein Element, das in der Chemie das Symbol Al hat. Es gehört genau wie Eisen zu den Metallen. Aluminium enthält kein Eisen, wodurch es nicht magnetisch ist. Metalle haben ein glänzendes Äußeres und die Form lässt sich durch Hitze gut verändern.

Warum ist Aluminium ein Problem?

Wissenschaftler vermuten, dass der regelmäßige Kontakt mit Aluminium unserer Gesundheit vielleicht schadet. Es gibt Hinweise, dass Aluminium ins Gehirn gelangt und dort Nervenerkrankungen wie Alzheimer fördert. Es gibt auch Studien, die Aluminium in Verbindung mit Entzündungen im Darm bringen, was schließlich zur chronischen Darmentzündung Morbus Crohn führt. Allerdings gibt es auch Studien, die eine solche Verbindung nicht zeigen konnten. Eine Studie bei früheren Metallarbeitern, die ihr Leben lang mit Aluminium gearbeitet hatten, brachte ans Licht, dass sie nicht nur hohe Aluminiumkonzentrationen im Blut hatten, sondern auch deutlich schlechter abschnitten bei Denk- und Gedächtnistests. Eine aktuelle Übersichtsstudie stellte fest, dass Aluminium neben Alzheimer auch andere neurologische Symptome verursachen kann, wie Multiple Sklerose (MS) und Parkinson. Wissenschaftler raten darum aus Sicherheitsgründen dazu, den direkten Kontakt mit Aluminium zu vermeiden. Die amerikanische „Agency for Toxic Substances & Disease Registry“ hat berechnet, dass die meisten Menschen sieben bis neun Milligramm Aluminium täglich aufnehmen. Das meiste nehmen wir über die Nahrung auf, aber wie kommt das Aluminium in unsere Nahrung?

Aluminium-Quellen in unserer Nahrung

Aluminiumfolie: Ist weniger als 0,2 Millimeter dick, was der Stärke von Papier entspricht. Viele Menschen verwahren ihre Nahrungsmittel in Aluminiumfolie, aber die Folie wird auch zum Garen von Gemüse im Ofen verwendet oder dient als Schutz vor Austrocknung im Backofen. In der Gastronomie werden Mahlzeiten oft in Aluminium verpackt, um sie länger warm zu halten.

 

Aluminiumverpackungen: Viele Lebensmittel werden in Aluminium verpackt, wie Kaffee, Schokolade, Erfrischungsgetränke, Chips und Suppen. Bei Kaffee und Chips ist Aluminium mit Kunststoff verschmolzen und man bemerkt nicht sofort, dass die Verpackung Aluminium enthält. Bei Erfrischungsgetränken ist die Verpackung zwar aus Aluminium, aber mit einer Schicht Kunststoff, so dass die Flüssigkeit nicht direkt mit dem Aluminium in Berührung kommt. Eine häufig verwendete Getränkeverpackung ist Tetrapak, dass aus sechs Schichten besteht, worunter Kunststoff und Aluminium.

 

Aluminiumdosen: Viele Fertiggerichte werden in Aluminiumdosen verpackt. In vielen Fällen ist das Aluminium mit einer dünnen Schicht Kunststoff versehen, so dass die Nahrung nicht direkt damit in Kontakt kommt. Manchmal fehlt diese Kunststoffschicht jedoch und die Nahrung kommt unmittelbar mit dem Metall in Berührung.

 

Kaffeekapseln: In den letzten Jahren gibt es immer mehr Kaffeekapseln aus Aluminium auf dem Markt. Es begann mit Nespresso, aber inzwischen gibt es auch immer häufiger Alternativen anderer Hersteller und Discounter.

 

Kochgeschirr: Noch immer kochen manche Leute in Aluminiumtöpfen und Aluminiumpfannen. Der Vorteil von Aluminium ist, dass es sehr leicht und handlich ist. Wenn eine Aluminiumpfanne mit einer Antihaftbeschichtung ausgestattet ist, kommt die Nahrung nicht mit dem Aluminium in Kontakt. Aber es gibt auch Pfannen ohne Antihaftbeschichtung, die ganz aus Aluminium bestehen, besonders Campingpfannen. Außerdem gibt es Thermosflaschen, Trinkflaschen, Kochlöffel und Besteck aus Aluminium.

Kann Aluminium in unsere Nahrung gelangen?

Mehrere Studien zeigen, dass Aluminium in die Nahrung gelangen kann. Die Menge hängt ab von den Umständen. Aluminium löst sich eher bei höheren Temperaturen, wie beim Braten oder Backen. Auch der Säuregrad ist wichtig: saure Nahrungsmittel wie Tomaten und Rhabarber können dafür sorgen, dass Aluminium schneller in die Nahrung gelangt. Die Verwendung von Salz hat ebenfalls Einfluss. Eine Studie stellte fest, dass die Zubereitung von rotem Fleisch oder Huhn in Aluminiumfolie die Aluminiummenge um 378 Prozent erhöhte. Vor allem das Braten in Aluminiumpfannen ohne Antihaftbeschichtung kann dafür sorgen, dass das Metall ins Essen gerät.

Es gibt natürliches Aluminium in unserer Nahrung

Aluminium ist eines der häufigsten Metalle auf unserer Erde, wodurch es auch in unserer Nahrung vorhanden ist. Es kommt sogar im Wasser und in der Luft vor. Aluminium wurde in Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Getreide und Milchprodukten festgestellt. Tee, Pilze, Spinat und Radieschen haben von Natur aus die Neigung etwas mehr Aluminium aufzunehmen. Aluminium scheint in verarbeiteten und Fertiggerichten in größeren Mengen vorzukommen.

Was ist zu tun?

Einnahme ist nicht das gleiche wie Aufnahme. Es scheint, dass die Bioverfügbarkeit von Aluminium niedrig ist in natürlicher Nahrung, weil es dann an die natürliche Matrix gebunden ist. Ein anderer positiver Punkt ist, dass der menschliche Körper gut in der Lage ist, um Aluminium auszuscheiden. Unser Körper kann also kleine Mengen Aluminium gut entgiften. Wenn Sie das Risiko für eine Überdosis Aluminium senken wollen, verwenden Sie am besten so wenig wie möglich Alufolie und Kochgeschirr in der Küche. Wenn Sie trotzdem Aluminium einsetzen, ist es vernünftig, das Metall nicht mit sauren Lebensmitteln wie Tomaten(soße) und Zitronen zu kombinieren. Säuren lösen das Aluminium und es gelangt in die Lebensmittel. Zum Glück sind unverarbeitete Nahrungsmittel, die man selbst zu Hause zubereitet, durchweg arm an Aluminium.

Erhöhtes Risiko für Kinder

Die Einnahme eines giftigen Stoffes muss immer an der Dosis pro Kilogramm Körpergewicht gemessen werden. Aus diesem Grund sind Schwermetalle für Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder schädlicher als für Erwachsene. Bei einem Kinderwunsch oder wenn Kleinkinder in der Familie sind, ist es um so wichtiger, ungiftiges Kochgeschirr zu wählen.

Einige Warnungen

Obwohl Aluminiumdosen für Bier, Erfrischungsgetränke und Konserven innen eine Schutzschicht besitzen, kann trotzdem Aluminium in den Inhalt gelangen, wenn die Dose beschädigt wird. Konsumieren Sie also nie den Inhalt beschädigter oder eingedrückter Dosen. Außerdem ist es nicht ratsam, um Kalziumcitrat einzunehmen bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten wie Magensäurehemmern, weil das für eine erhöhte Aufnahme von Aluminium sorgen kann. Manche Magensäurehemmer enthalten sogar Aluminium. Eine gleichzeitige Einnahme ist darum nicht zu empfehlen. Besser ist es, einen größeren Zeitraum zwischen der Einnahme von Kalziumcitrat und dem Mittel gegen Sodbrennen vergehen zu lassen. Alternativ kann auch ein anderes Kalziumpräparat gewählt werden, wie Kalziumcarbonat.

Zusammenfassung

Laut dem aktuellen Stand in der medizinischen Literatur wird vereinzelter Kontakt mit Aluminium nicht schnell zu Gesundheitsproblemen führen. Die tägliche Aufnahme von Aluminium kann allerdings auf lange Sicht ein Gesundheitsrisiko darstellen und sollte deshalb auf ein Minimum beschränkt werden. Es ist sicherer, Nahrungsmittel in anderen Materialien aufzubewahren, wie Glas, Emaille oder Edelstahl.

 

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