Montag, 19. Juli 2021

Kaffee ist gut für die Leber


Gute Nachrichten für alle Liebhaber des „schwarzen Goldes“: Laut neuen Forschungen senkt Kaffee erheblich das Risiko einer chronischen Lebererkrankung.

 

Ohne den morgendlichen Muntermacher Kaffee geht bei vielen Menschen gar nichts. Und das Image des koffeinhaltigen Heißgetränks ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Denn wissenschaftliche Untersuchungen haben herausgefunden, dass Kaffee vor Demenz schützt, Darmkrebs vorbeugt, das Risiko für Herzerkrankungen senkt und die Lebenserwartung erhöht. Jeden Morgen den Tag mit einem Tässchen Kaffee zu beginnen, ist also vielleicht besser für Sie, als Sie denken. Eine neue britische Studie hat nun gezeigt, dass Kaffee das Risiko für chronische Lebererkrankungen senkt. Dabei scheint es egal zu sein, welche Art von Kaffee Sie trinken: sogar koffeinfreier Kaffee senkt dieses Risiko.

Chronische Lebererkrankungen weltweit ein Problem

Chronische Lebererkrankungen sind weltweit ein großes Gesundheitsproblem, dass in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Unter anderem durch Veränderungen in Lebensweise und Ernährung leiden immer mehr Menschen an einer Fettleber, Leberkrebs oder einer chronischen Leberentzündung. Denn nicht nur Alkohol schädigt auf Dauer die Leberfunktion, auch ein hoher Zucker- und Fettkonsum und auch Medikamente können die Leber beeinträchtigen. Wenn man einmal solch eine Erkrankung hat, ist eine Behandlung oft schwierig. Darum ist Vorbeugen besonders wichtig. Und wenn Kaffee dabei ein wenig helfen kann, ist das doch umso besser. Denn was ist einfacher als Kaffee trinken?

Verbindung zwischen chronischen Leberkrankheiten und Kaffee

Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universität von Southampton ergab, dass Kaffee das Risiko für chronische Lebererkrankungen senkt. Und nicht nur das: Das Risiko an solchen Erkrankungen zu sterben, nimmt ebenfalls deutlich ab. Schon zuvor zeigten Studien, dass Kaffee das Risiko für Leberkrebs reduziert, aber nun scheinen auch andere Lebererkrankungen weniger oft aufzutreten bei Kaffeeliebhabern.

Ausführliche Studie

Für die neue britische Studie, die im Fachjournal „BMC Public Health“ veröffentlicht wurde, benutzten die Wissenschaftler Daten aus der UK Biobank. Das ist eine großangelegte Datenbank mit Gesundheitsdaten von fast einer halben Million Briten. Alle Teilnehmer waren zu Beginn der Studie zwischen 40 und 69 Jahren alt. Mehr als 385.000 (etwa 80 Prozent) von ihnen gaben an, regelmäßig Kaffee zu trinken, während die restlichen 110.000 lieber auf den schwarzen Muntermacher verzichteten. Die Wissenschaftler untersuchten die Lebergesundheit der Teilnehmer über einen Zeitraum von elf Jahren und entdeckten innerhalb dieser Zeit 3.600 Personen mit einer chronischen Leberkrankheit.

Kaffeetrinker hatten weniger Lebererkrankungen

Und was zeigte sich? Nach der Korrektur von Faktoren wie Bodymassindex (BMI), Alkoholkonsum und Rauchen, zeigte sich, dass die kaffeetrinkenden Teilnehmer ein etwa 20 Prozent geringeres Risiko für chronische Lebererkrankungen hatten. Betrachtete man ausschließlich das Risiko, an einer chronischen Lebererkrankung zu sterben, war dieses Risiko sogar 49 Prozent geringer als bei den Nicht-Kaffeetrinkern. Bei etwa drei bis vier Tassen Kaffee am Tag, ist die gesunde Wirkung am größten. Mehr hat keinen zusätzlichen Einfluss, sagen die Wissenschaftler.

Koffeingehalt und Zubereitung spielen keine Rolle

Schon frühere Studien zeigten, dass Kaffee den Verlauf einer nicht alkoholischen Fettleber günstig beeinflusst und Entzündungen und Vernarbungen (Fibrosierung) reduziert. Bei einer bestehenden Leberzirrhose nahm durch Kaffee das Sterberisiko und das Risiko für Leberkrebstumore ab. Die maximale Wirkung bewirken drei bis vier Tassen Kaffee am Tag. Dabei ist es unwichtig, ob der Kaffee aus löslichem Pulver oder Kaffeebohnen zubereitet wird.


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