Sonntag, 26. Juni 2022

Ananas hemmt Entzündungen und stärkt das Immunsystem



Ananas ist nicht nur lecker, erfrischend und vielseitig verwendbar in der Küche, sie ist auch besonders gesund, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen.

 

Die Ananas gehört zur Familie der Bromelien und kommt ursprünglich aus Südamerika. Das Fruchtfleisch besteht eigentlich aus aneinandergewachsenen Beeren, was an den vielen „Schuppen“ an der Außenseite der Ananas zu sehen ist.

Woher kommt der Name?

Es ist ein wenig verrückt mit dem Wort „Ananas“. In fast allen Sprachen heißt diese Frucht nämlich Ananas, nur im Englischen nennt man sie „pineapple“. Das ist doch außergewöhnlich! Sprachwissenschaftler beschäftigen sich seit Jahren mit dieser bemerkenswerten Frage, und die am meisten akzeptierte Theorie lautet wie folgt (1): Als Kolumbus 1493 von einer seiner Reisen nach Südamerika zurückkehrte, brachte er eine Frucht mit, die er Piña de Indes (spanisch für „Pinienbaum der Indianer“) nannte. Er fand, dass die Frucht einem Tannenzapfen ähnelte, den die Spanier „Una piña de pino“ nennen. Die Engländer haben daraus dann „pineapple“ gemacht. Heutzutage ist das Wort Ananas auch in Spanien gebräuchlich. Na, dann ist die Frage, woher kommt das Wort Ananas denn nun? Es scheint von dem Wort „Nanas“ abzustammen, das die Tupis für diese Frucht verwendeten (2). Die Tupi waren ein einheimisches Volk in Brasilien.

Der Nährwert von Ananas

Eine durchschnittliche Portionsgröße beträgt etwa 125 Gramm. Das liefert weniger als 70 Kalorien, aber fast den gesamten empfohlenen Tagesbedarf an Vitamin C! Darüber hinaus ist die Ananas eine gute Quelle für verschiedene B-Vitamine und enthält geringe Mengen der meisten Mineralstoffe. Die Ananas ist besonders interessant, weil sie eine Vielzahl einzigartiger Pflanzenstoffe enthält. Die Ananas enthält beispielsweise viele Carotine, wie Beta-Carotin, Cryptoxanthin, Lutein und Zeaxanthin. Ein weiterer sehr bekannter Stoff in der Ananas ist Bromelain.

Was ist Bromelain?

Bromelain ist ein eiweißspaltendes Enzym, das von Natur aus in den Früchten und dem Stamm der Ananaspflanze vorkommt. Bromelain ist bekannt für seine Fähigkeit, Proteine aufzuspalten, und kann daher die Eiweißverdauung fördern, so dass wir die Nährstoffe in der Nahrung besser aufnehmen können. Darüber hinaus berichten Forscher, dass Bromelain aufgrund seiner möglichen Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen, Entzündungen und viele Krebsarten Aufmerksamkeit erregt hat (3, 4). Menschen mit Nasennebenhöhlenentzündung erholten sich dank eines Bromelain-Nahrungsergänzungsmittels deutlich schneller (5). Die entzündungshemmende Wirkung kann auch Gelenkprobleme wie Arthritis lindern (6, 7). Und laut einer kürzlich durchgeführten Studie an Mäusen kann Bromelain die Nervenzellen im Gehirn schützen und somit das Risiko für Alzheimer verringern (8).

Was sagt die Wissenschaft über Ananas?

Die oben genannten Gesundheitsvorteile sind beeindruckend, aber gelten vor allem für Bromelain als Nahrungsergänzungsmittel. Also wie sieht es nun genau mit der Frucht selbst aus? Laut einer Studie mit Kindern kann Ananas das Immunsystem stärken, so dass virale und bakterielle Infektionen besser abgewehrt werden können (9). Eine andere Studie entdeckte, dass drei Monate lang täglich drei Scheiben Ananas, die „Floater“ im Körper um fast 75 Prozent senken (10). Floater sind in der Tränenflüssigkeit herumschwebende Eiweißteilchen, die die Sicht beeinträchtigen können. Eine weitere Studie stellte fest, dass ein Nahrungsergänzungsmittel mit Enzymen, darunter auch Bromelain aus Ananas, solche Floater ebenfalls bekämpfen kann (11). In einer Studie an Ratten stellten Wissenschaftler fest, dass Ananas bei den Tieren für weniger Entzündungen und niedrigeres Cholesterin sorgte (12). Laut modernen wissenschaftlichen Forschungen kann Ananas also sehr positiv für die Gesundheit sein. Interessant ist, dass diese Frucht schon vor Tausenden von Jahren von unseren Vorfahren als Medizin eingesetzt wurde (13).

Der Strunk in der Ananas

Auch der holzige Strunk in der Ananas ist essbar. Laut einigen Wissenschaftlern enthält der Strunk in der Mitte der Ananas sogar mehr Nährstoffe als das Fruchtfleisch (14). Wenn Sie den Strunk nicht gerne roh essen, können Sie ihn auch einige Minuten in Wasser kochen. Schneiden Sie den Ananasstrunk danach in kleine Stücke und pürieren ihn in einem Mixer zu einer glatten Masse. Dieses Fruchtpüree lässt sich zu Desserts, Suppen, Smoothies, Haferflocken und Ähnlichem hinzufügen. Roh bleibt das Bromelain aktiv, aber über 85 Grad Celsius zerfällt diese Substanz (15).

Was ist mit Pflanzenschutzmitteln?

Auch was Pflanzenschutzmittel betrifft, sieht es bei der Ananas gut aus. Die amerikanische Environmental Working Group (EWG) hat festgestellt, dass eine geschälte Ananas so gut wie keine Pflanzenschutzmittel enthält. Die Ananas steht dieses Jahr sogar auf Platz drei der saubersten Früchte! Laut Messungen des amerikanischen Agrarministeriums enthalten 90 Prozent der Ananasfrüchte keine Pestizide (16). Der Grund dafür ist, dass die Schale so dick ist, dass Pestizide nicht bis ins Fruchtfleisch durchdringen.

Wissenswertes über die Ananas

Der pH-Wert der Ananas liegt bei 4,25, was bedeutet, dass es eine saure Frucht ist. Trotzdem hat Ananas eine entsäuernde Wirkung, da sie entsäuernde Mineralien und Aminosäuren enthält. Wenn man die Oberseite einer Ananas vorsichtig abschneidet und in den Boden steckt, kann daraus eine neue Ananaspflanze mit Früchten wachsen.

Wie kann man mehr Ananas essen?

Laut einer Studie bleibt der Nährwert einer Ananas auch nach der Verarbeitung hoch (17). Sie können also beruhigt Ananas Ihrem Smoothie hinzufügen. Viele essen Ananas gerne in Stücken oder zusammen mit Joghurt. Ananas lässt sich auch gut zu einem Salat hinzufügen. Oder bereiten Sie Ananas als Dessert mit Kokosmilch und einem Klecks Sahne zu. Manche Menschen essen Ananas am liebsten gekühlt, andere lieben sie als Zutat in warmen Gerichten, wie zum Beispiel in Curry oder Pizza Hawaii.

So finden Sie die richtige Ananas im Supermarkt

Die äußere Farbe der Ananas sagt nichts über die Reife der Frucht: Sowohl braune, gelbe als auch grüne Früchte können reif sein. In der Vergangenheit mussten Ananasfrüchte nach dem Kauf noch eine Weile in der Obstschale nachreifen, damit sie essbar waren. Man konnte den Reifungsprozess beschleunigen, indem man die Ananas zusammen mit einer reifen Banane in einer Plastiktüte aufbewahrte. Das ist inzwischen nicht mehr nötig, denn heute werden die Früchte erst geerntet, wenn sie reif sind. Das kommt besonders dem Nährwert und dem Geschmack zugute. Die Ananasfrüchte, die man im Supermarkt kauft, sind daher auch zum sofortigen Verzehr geeignet. Aber Achtung: manchmal sind sie schon überreif. Kontrollieren Sie immer, ob kein Schimmel zwischen den Schuppen oder an der Unterseite sitzt. Prüfen Sie auch den Geruch, so stellen Sie am schnellsten fest, ob die Frucht schon fault.

Ananas ist bezahlbar

Eine Ananas kostet heutzutage selten mehr als zwei Euro. Davon kann eine Familie zwei Tage essen. Das ist ein Stück preiswerter im Vergleich zu Kiwis, deren Preis pro Stück inzwischen Richtung ein Euro geht.

Nachteile der Ananas

Nicht jeder ist Fan von Ananasfrüchten. Die eiweißspaltende Wirkung des Bromelains sorgt bei manchen Menschen für Reizungen im Mund. Bromelain kann in Kombination mit blutverdünnenden Medikamenten ungünstig wirken, so dass in diesem Fall nur kleine Mengen Ananas gegessen werden sollten (18, 19, 20). Ananas enthält zudem relativ viel freien Zucker und sollte von Diabetikern nur in Maßen gegessen werden.

Schlusswort

Die Ananas ist eine bezahlbare Frucht voller Nährstoffe. Diese vielseitige Frucht kann sowohl warm als kalt gegessen werden zum Frühstück, Mittagessen, Abendbrot oder als Zwischenmahlzeit.

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