Sonntag, 5. Mai 2024

Was ist Angst und wann spricht man von einer Angststörung?

Wann wird Angst zum Problem? (Foto: pixabay.com)


Angst ist eigentlich ein lebensnotwendiges Gefühl. Aber wenn Angstgefühle den Alltag beeinträchtigen, sollte man sich therapeutische Hilfe suchen.

 

Angst ist eine Emotion, die durch Spannungsgefühle, ängstliche Gedanken und körperliche Veränderungen gekennzeichnet ist. Bis zu einem Viertel aller Menschen leidet irgendwann im Leben unter Angstzuständen. Obwohl Angst eine normale, lebenswichtige Reaktion ist, beeinträchtigt eine Angststörung den Alltag. Die Ursache einer Angststörung ist oft nicht eindeutig festzustellen, und die Behandlung umfasst eine Kombination aus medizinischer Hilfe und persönlichen Anstrengungen.

Von Angst zur Angststörung

Angst ist eine komplexe Reaktion unseres Körpers auf vermeintliche oder wirkliche Gefahr. Die Reaktion besteht aus allerlei körperlichen, geistigen und Verhaltensänderungen. Angst ist ein Alarmsignal, dass den Körper in einen Zustand erhöhter Bereitschaft bringt, sich im Notfall zu verteidigen. Bei Gefahr produziert unser Gehirn mehr des Hormons und Nervenbotenstoffs Adrenalin. Dadurch folgt eine Angstreaktion, die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion.

Bei manchen Menschen tritt diese Reaktion auch in alltäglichen Situationen auf, zum Beispiel beim Treffen von Entscheidungen oder im sozialen Umfeld. Die Dauer und die Heftigkeit der Angstgefühle stehen manchmal nicht mehr im Verhältnis zum Angstfaktor. Jemand kann beispielsweise Übelkeit spüren oder Unruhe, Schwitzen, Luftnot, Herzklopfen, Schwindel, einen erhöhten Blutdruck oder Muskelspannungen im Nacken und der Lendenwirbelsäule. Sobald die Angstgefühle das alltägliche Leben durcheinanderbringen, spricht man von einer Angststörung.

Eine Angststörung entsteht meistens langsam durch eine Kombination verschiedener Faktoren. Möglicherweise gibt es eine genetische Veranlagung und auch Umgebungsfaktoren wie Beziehungsprobleme, spielen eine Rolle. Außerdem lernt man im Laufe des Lebens durch Erfahrungen aus der Vergangenheit oder durch die Erziehung in einer bestimmten Weise mit Angst umzugehen.

Arten von Angststörungen

Es gibt verschiedene Kategorien von Angststörungen:

 

· Generalisierte Angststörung: übermäßige, anhaltende Sorgen und Stress aufgrund unspezifischer Ereignisse und Situationen. Diese Form ist die häufigste.

· Panikstörung: kurze oder plötzliche Anfälle intensiver Angst. Diese Anfälle äußern sich durch Zittern, Verwirrung, Schwindel, Übelkeit und Atemnot. Panikattacken können ohne erkennbaren Grund auftreten, und es besteht auch Angst vor der Attacke selbst.

· Spezifische Phobie: Angst und Vermeidung eines bestimmten Objekts oder einer bestimmten Situation. Verbreitet sind Höhenangst, Angst vor engen geschlossenen Räumen oder Angst vor Spinnen.

· Agoraphobie: Angst und Vermeidung von Orten, Ereignissen oder Situationen, aus denen man schwierig entkommen kann oder in denen man keine oder nur schwer Hilfe bekommt.

· Selektiver Mutismus: eine Form der Angst bei Kindern, die an bestimmten Orten oder in bestimmten Situationen nicht sprechen können, obwohl sie sich sonst verbal gut verständigen können.

· Soziale Angststörung: Angst vor einer negativen Beurteilung durch andere in sozialen Situationen. Dies kann sich zum Beispiel in Lampenfieber oder Angst vor Intimität äußern.

· Trennungsangst: starke Angstgefühle nach der Trennung von einer Person oder einem Ort, mit dem ein Gefühl der Sicherheit oder Geborgenheit verbunden wird.

Wie wird eine Angststörung behandelt?

Die Behandlung von schweren Angststörungen besteht meist aus einer Kombination von Medikamenten und psychologischer Hilfe. Eine geprüfte und erfolgreiche Methode ist die kognitive Verhaltenstherapie. Während dieser Sitzungen arbeitet man an negativen Denkmustern, die Angstgefühle verursachen. Falls Medikamente nötig sind, wird oft ein Antidepressivum gegeben.

Darüber hinaus ist es gut, sich mit Entspannungstechniken zu beschäftigen und sich ausreichend zu bewegen. Schlaf ist wichtig, ebenso wie eine regelmäßige und gesunde Lebensweise und Ernährung. Suchen Sie auch die Unterstützung von Menschen, die Ihnen nahe stehen. Es ist besser, sich der Angstsituation zu stellen, als sie zu vermeiden, damit Sie im Nachhinein feststellen, dass es keinen Grund für die Angst gab. Übrigens: nach 60 bis 90 Minuten lassen die Angstgefühle von selbst nach. Auf Koffein, Alkohol und Drogen sollte man verzichten, weil sie Angstgefühle verstärken.

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