Sonntag, 24. November 2019


Bakterien reagieren immer schlechter auf vorhandene Antibiotika. Pflanzliche Alternativen wie Kardamom bieten eine wirksame Alternative.

Kardamom als natürliche Antibiotika-Alternative ist genauso wirksam wie Ciprofloxacin, das bei schweren Infektionen beispielsweise der Atemwege, Harnwege oder des Magen-Darm-Traktes verordnet wird, aber oft mit starken Nebenwirkungen verbunden ist. Kardamom wirkt dagegen stark entzündungshemmend ohne die unerwünschten Wirkungen. Und Kardamom kann noch mehr: Das aromatische Spekulatius-Gewürz wirkt regulierend auf Blutzucker, Blutdruck und weitere Symptome des metabolischen Syndroms.
Antibiotika aus der Natur
Die Natur bietet viele natürliche Antibiotika, deren Wirkung wissenschaftlich bewiesen ist. Knoblauch zum Beispiel. Von allen Gewürzen, die medizinisch verwendet werden, sind Knoblauch, Kurkuma und Ingwer am beliebtesten. Ingwer ist zum Beispiel laut Studien genauso wirksam wie einige Schmerzmittel.
Kardamom gehört ebenfalls in die Reihe der pflanzlichen Antibiotika aus der Natur. Er ist verwandt mit dem Ingwer und gibt Gerichten einen ganz besonderen Geschmack, dank seines frischen und aromatischen Charakters.
Die Inhaltsstoffe von Kardamom
So wie viele Kräuter und Gewürze bei bestimmten Krankheiten genauso wirksam sind wie manche Medikamente, trifft das auch auf Kardamom zu. Diese Inhaltsstoffe sorgen für die Wirksamkeit:

  • Cineol
  • Niacin (Vitamin B3)
  • Thiamin (Vitamin B1)
  • Pyridoxin (Vitamin B6)
  • Vitamin A und C
  • Mineralien: Natrium, Kalium, Kalzium, Kupfer, Eisen, Mangan, Magnesium, Phosphor und Zink.

Die Bakterien tötende Wirkung kommt durch das Cineol zustande. Cineol bekämpft Infektionen und auch Bakterien, die Mundgeruch verursachen. Schon im alten Ägypten kauten die Menschen Kardamom zur Gebissreinigung. Kardamom wirkt zum Beispiel gegen Streptococcus mutans, die Karies hervorrufen und Schimmelpilze (Candida albans), die sich gerne im Darm und im Genitalbereich ansiedeln. Aber auch diverse andere Mikroorganismen wie Bacillus pumilus, Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Pseudomonas aeruginosa, Saccharomyces cerevisiae können mit ätherischem Öl aus Kardamom bekämpft werden.
Kardamom schützt Magen und Darm
Kardamom schützt den Verdauungstrakt und lindert Muskelkrämpfe. Es senkt den Cholesterinspiegel und beugt Verdauungsproblemen wie Blähungen, Aufstoßen und Völlegefühl nach dem Essen vor. Kardamom lindert sogar Magenprobleme durch Medikamenteneinnahme wie beispielsweise Aspirin. Auch als Zugabe in Kaffee, Tee, Kakao oder Smoothies sollten Sie Kardamom versuchen. In türkischem Kaffee darf Kardamom zum Beispiel nicht fehlen.
Kardamom wirkt antioxidativ
Genau wie viele andere Gewürze und Kräuter besitzt auch Kardamom antioxidative Eigenschaften. Schwarzer Kardamom bekämpft wirksam freie Radikale, die unsere Gefäße schädigen. Schon geringe Konzentrationen waren in der Wirkung auf freie Radikale vergleichbar mit Vitamin E. Dabei sorgte Kardamom auch für eine erhebliche Zunahme von verschiedenen antioxidativen Enzymen in Leber und Herzmuskel.
Hemmt die Carcinogenese
Kardamom spielt auch eine besondere Rolle beim Hemmen der Carcinogenese. Carcinogenese ist der Prozess, bei dem Krebstumore entstehen, wachsen und Tochtergeschwülste bilden (Metastasenbildung). Die tägliche Gabe von 10 µL Kardamomöl für zwei Wochen reduzierte bei Mäusen Lebertumore. Das natürliche Antibiotikum zeigte entzündungshemmende, wachstumshemmende (antiproliferative) und apoptotische Eigenschaften, die den Selbstmord der Zellen auslösen. Diese zelltötenden Eigenschaften ließen sich durch eine Kombination mit schwarzem Pfeffer noch weiter steigern.
Senkt den Blutzucker
Kardamom bewies in Forschungen eine ähnlich Blutzucker senkende Wirkung wie die Diabetesmedikamente Pioglitazon und Metformin und regulierte auch den Cholesterinspiegel und die Fettleber.
Kardamom bei metabolischem Syndrom
Das metabolische Syndrom ist eine Krankheit, die vor allem durch ungesunde Lebensweise entsteht, und natürliche Mittel sind in der Behandlung besonders nützlich. Beim metabolischen Syndrom handelt es sich um eine Kombination von zu hohem Blutdruck, zu hohem Blutzucker, zu hohen Cholesterinwerten und Übergewicht, das den Stoffwechsel durcheinanderbringt. Kardamom ist auch hier eine große Hilfe. Sowohl der schwarze als auch der grüne Kardamom wirken dem metabolischen Syndrom entgegen.

  • Schwarzer Kardamom enthält komplexe Kohlenhydrate, die die Verdauung anregen, lange sättigen, Übergewicht vorbeugen und den Blutzuckerspiegel niedrig halten.
  • Grüner Kardamom reguliert den Insulinspiegel und senkt bestimmte Leberenzyme (ALT und AST) und normalisiert die Leberfunktion.
Kardamom senkt den Blutdruck
Kardamom ist also weit mehr als ein natürliches Antibiotikum. Das Gewürz hilft bei vielen Gesundheitsproblemen und senkte in einer kleinen Studie sogar den Blutdruck. Dafür nahmen die Teilnehmer drei Monate lang täglich drei Gramm Kardamompulver ein, das in zwei Einzeldosen aufgeteilt wurde. Das senkte sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck. Zusätzlich nahm der antioxidative Status in den zwölf Wochen um 90 Prozent zu. Alle Teilnehmer fühlten sich nach eigenen Angaben wohler und das ohne weitere Nebenwirkungen.
Hinweis
Es liegen nicht genug Informationen vor, was die sichere Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit betrifft. Die normale Anwendung als Gewürz bei der Zubereitung von Speisen ist aber kein Problem. Dasselbe gilt für Menschen, die unter Gallensteinen leiden, denn Kardamomsamen können krampfartige Schmerzen auslösen.

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