Freitag, 2. Oktober 2020

Arginin bekämpft Darmentzündungen



Arginin ist bekannt für seine muskelaufbauende Funktion, senkt den Blutdruck und stärkt das Immunsystem. Arginin bekämpft auch Darmentzündungen, zeigen neue Forschungen.

 

L-Arginin oder einfach Arginin ist eine Aminosäure. Aminosäuren spielen eine wichtige Rolle im Körper, denn sie unterstützen die chemische Umsetzung der Nährstoffe aus der Nahrung. Der Körper kann mit Hilfe von Aminosäuren dafür sorgen, dass alle Körperfunktionen normal verlaufen.

Arginin gegen Darmentzündungen

Neue Forschungen haben gezeigt, dass ein Arginin-Mangel zu einer verstärkten Entzündung der Darmschleimhaut führt. Darum könnte Arginin eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und ihrem weiteren Krankheitsverlauf spielen. Arginin beeinflusst das Immunsystem, fördert das Zellwachstum und den Harnstoffkreislauf, der die Entgiftung des Körpers anregt. Ein Mangel an Arginin verursachte eine veränderte Darmflora und mehr Entzündungszellen im Darm. Eine argininreiche Ernährung ließ die Darmentzündungen schneller abheilen.

Was ist Arginin?

Arginin ist eine wichtige Aminosäure und kann vom Körper selbst hergestellt werden. Im Allgemeinen ist es nicht nötig, Arginin als Nahrungsergänzung einzunehmen, wenn man ausreichend Eiweiß isst. Eine Aminosäure, die der Körper selbst produziert, nennt man „nicht essenziell“. Essenzielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die der Körper nicht selbst produziert und deshalb über die Nahrung zugeführt werden müssen. In einigen besonderen Fällen kann ein Mensch kein Arginin produzieren; dann ist es zu einer essenziellen Aminosäure geworden. Säuglinge können noch kein Arginin selbst herstellen, was aber nicht bedeutet, dass es eingenommen werden muss. Säuglinge erhalten das benötigte Arginin über die Muttermilch.

Welche Nahrung enthält Arginin?

Erwachsene und Kinder stellen selbst Arginin her und nehmen es mit der Nahrung auf. Vegetarische Nahrungsmittel, die viel Arginin enthalten, sind:

 

· Käse

· Yoghurt

· Milch

· Weizenmehl

· Buchweizenmehl

· Haferflocken

· Erdnüsse

· Kokosnuss

· Pekannüsse

· Cashewkerne

· Walnüsse

· Mandeln

· Paranüsse

· Haselnüsse

· Pinienkerne

· Kürbiskerne

· Sesamsamen

· Sonnenblumenkerne

· Kichererbsen

· gekochte Sojabohnen

 

In vielen Arten Fisch und Fleisch findet man ebenfalls Arginin. Trotzdem werden diese Nahrungsmittel selten von Ärzten als Mittel empfohlen, um gesund zu bleiben. In der Praxis zeigt sich nämlich, dass Vegetarier seltener Erkrankungen wie Krebs, Herz- und Gefäßerkrankungen und Diabetes bekommen.

Was bewirkt Arginin?

Es werden viele Funktionen in unserem Körper durch Arginin beeinflusst. Arginin spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Zellteilung, Wundheilung, der Abfuhr von Ammoniak und der Ausschüttung von Hormonen. Der Körper stellt mit Hilfe von Arginin Stickstoff her, der ein wichtiger Nervenbotenstoff (Neurotransmitter) ist. Stickstoff entspannt zum Beispiel die glatten Muskelzellen im Magen-Darm-Trakt und im Penis. Darüber hinaus entspannt und weitet Stickstoff die Blutgefäße, so dass der Blutdruck sinkt.

Nüsse sind gut fürs Herz

Aus den oben genannten Gründen gab es Studien über die Wirkung von Arginin auf Menschen mit Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Diese Studien zeigten, dass Arginin als Nahrungsergänzung die Gefäßverkalkung positiv beeinflusst. Darum sind argininreiche Nüsse, die noch weitere gesunde Stoffe für Herz und Gefäße enthalten, ein gutes Mittel, um Gefäßverkalkung und Herz-Kreislauf-Krankheiten vorzubeugen, was schon frühere Studien zeigten.

Was kann Arginin noch?

Stickstoff lässt Knochenbrüche und Wunden schneller heilen. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass Arginin die Heilungszeit deutlich verkürzt. Arginin wird auch benötigt zur Herstellung von Harnstoff (Ureum oder Urea) im Körper, der wiederum für den Abtransport von Stickstoff und Ammoniak gebraucht wird. Ammoniak ist ein Abfallstoff, der durch verschiedene Stoffwechselprozesse anfällt. Arginin fördert auch die Produktion des Nervenbotenstoffs Agmatin. Agmatin wird benötigt für die Produktion von Kreatin im Körper. Kreatin ist in der Sport- und Bodybuilderwelt ein bekanntes Nahrungsergänzungsmittel, weil es den Muskelaufbau fördert. Die Einnahme von Kreatin als Nahrungsergänzung kann aber unerwünschte Nebenwirkungen wie eine schlechtere Nierenfunktion haben. Deshalb können Sportler auch die Einnahme von Arginin bevorzugen oder einfach Weizen, Buchweizen, Nüsse und Samen auf den Ernährungsplan setzen.

Arginin und OPC’s fördern die Erektion

Arginin wird zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt. Allerdings zeigt Arginin alleine wenig Wirkung. Die Kombination von Arginin und Pinienrindenextrakt (Pycogenol) ist hingegen ein wirksames Mittel zur Behandlung dieser Erkrankungen. Bei 92,5 Prozent der Männer mit Erektionsstörungen ist nach einer zweimonatigen Einnahme von Arginin und Pinienrindenextrakt das Problem behoben, zeigten wissenschaftliche Studien. Pinienextrakt besitzt neben Katechinen zusätzlich einen sehr hohen Anteil an oligomeren Procyanidinen (OPC’s). OPC’s sind stärkere Antioxidantien als Vitamin C oder E. In natürlicher Form findet man sie in Traubenkernen, in den Blättern von Heidel- und Preiselbeeren, in Äpfeln, Apfelbeeren, Kakaobohnen, Cranberrys, schwarzen Johannisbeeren und sogar in grünem und schwarzem Tee.

Arginin und Krebs

Wissenschaftliche Forschungen haben ergeben, dass bei Krebspatienten in den Jahren vor der Erkrankung ein Mangel an Arginin bestand. Das kann darauf hinweisen, dass der Körper nicht mehr genug Arginin produzierte. Das Immunsystem und besonders die T-Zellen der Immunabwehr brauchen Arginin, um richtig zu funktionieren.

 

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