Samstag, 6. November 2021

Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel gegen Arthrose



Eine Kombination aus entzündungshemmenden Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln kann die Beschwerden bei Arthrose lindern.

 

Regelmäßig stellt sich die Frage, ob Gelenkbeschwerden durch Ernährung beeinflusst werden können. Da es viele Arten von Gelenkbeschwerden gibt, ist eine kurze Antwort schwierig. Arthrose ist zum Beispiel auf dem besten Weg, die Volkskrankheit Nummer eins zu werden. Darum befassen wir uns in diesem Artikel mit den Ursachen von Arthrose und damit, wie man sie mit Ernährung, Nahrungsergänzungsmitteln und Änderungen der Lebensweise in den Griff bekommt.

Arthrose gehört zu den rheumatischen Erkrankungen

Die meisten Beschwerden an Gelenken, Muskeln, Sehnen und Knochen fallen unter den Oberbegriff Rheuma. Es sind mehr als 100 rheumatische Erkrankungen bekannt. Die häufigste Form von Rheuma ist die Arthrose, von der in Deutschland etwa fünf Millionen Menschen betroffen sind. Eine weitere häufige rheumatische Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis (RA), bei der Entzündungen in den Gelenken im Vordergrund stehen und an der in Deutschland etwa 550.000 Erwachsene leiden. Auch Gicht ist weit verbreitet; die Zahl der Patienten beträgt in Deutschland etwa 950.000. Fibromyalgie, Lupus und Osteoporose sind ebenfalls mit Rheuma verwandt. Insgesamt kämpfen in Deutschland jeden Tag etwa 20 Millionen Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung.

Was ist Arthrose?

Bei Arthrose kommt es zum Verlust von Gelenkknorpel und wird im Volksmund auch Gelenkverschleiß genannt. Der Begriff „Gelenkverschleiß“ ist allerdings viel zu einfach, denn in Wirklichkeit handelt es sich um eine Störung, bei der mehr Gelenkknorpel verloren geht, als der Körper herstellen kann. Bei Arthrose kommt es in der Regel auch zu einer Abnahme der Gelenkflüssigkeit, die normalerweise als Gelenkschmiere dient. Arthrose tritt vor allem in den Knien, Hüften und Daumen auf und betrifft Frauen häufiger als Männer. Menschen mit Arthrose leiden vor allem unter Schmerzen, Steifheit, Empfindlichkeit und Schwellungen in einem oder mehreren Gelenken. Es kann auch zu einer verminderten Beweglichkeit und einem Knirschen in den Gelenken kommen. Oft sind die Beschwerden anfangs leicht, werden aber mit der Zeit immer stärker. Der Verlauf schreitet also fort.

Wie entsteht Arthrose?

Die Ursache von Arthrose ist für Ärzte oft schwer zu bestimmen; sie sprechen in solchen Fällen von idiopathischer Arthrose. Manchmal spielt Übergewicht eine Rolle, weil das die Gelenke zusätzlich belastet. Auch die genetische Veranlagung kann Arthrose fördern. Eine weitere Ursache sind entzündliche Prozesse im Körper, die den Abbau des Gelenkknorpels beschleunigen. In der Vergangenheit wurde zwischen Arthrose mit und ohne Entzündungen unterschieden, aber es wird immer deutlicher, dass Entzündungen wahrscheinlich generell eine Rolle spielen. Vor allem niedriggradige chronische Entzündungen im Körper können diesen Prozess auslösen. Dass Übergewicht zur Entwicklung von Arthrose beiträgt, liegt nicht nur an der zusätzlichen Belastung der Gelenke, sondern auch daran, dass Übergewicht niedriggradige Entzündungen fördert, weil Fettgewebe - besonders am Bauch - entzündungsfördernde Stoffe produziert.

Ernährung bei Arthrose

Im Körper treten ständig freie Radikale auf und führen schnell zu Entzündungen, wenn zu viele vorhanden sind und sie nicht rechtzeitig durch Antioxidantien eingefangen werden. Oxidativer Stress führt zu Zellschäden und Abbau des Gelenkknorpels. Die Zufuhr von Antioxidantien kann dem Abbau daher laut Studien auch entgegenwirken. Die mediterrane Ernährung, die sehr reich an Antioxidantien ist, kann daher laut Studien das Risiko und den Schweregrad einer Arthrose verringern. Unsere Standardernährung mit vielen verarbeiteten Produkten kann dagegen das Arthroserisiko stark erhöhen. Mit der richtigen Ernährung lässt sich also viel verbessern. Den Forschern zufolge ist es sinnvoll, vor allem die Menge an raffinierten Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung zu reduzieren und die Menge an Omega-3-Fettsäuren zu erhöhen. Fisch ist reich an langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Auch biologische tierische Produkte sind oft reicher an Omega-3-Fetten, während Tiere, die mit unnatürlichem Futter wie Getreide gefüttert werden, überwiegend Omega-6-Fettsäuren fressen und das Fleisch entsprechend mehr an entzündungsfördernden Omega-6-Fetten enthält. Im Allgemeinen empfehlen die Forscher den Verzehr von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Vollkorngetreide, ergänzt durch etwas Fisch, sowie Milchprodukte, Geflügel und Eier. Gelegentlich ein Glas Rotwein soll dank des antioxidativen Resveratrol auch positiv sein, und insbesondere Olivenöl sollte die Hauptfettquelle bilden (1, 2, 3).

Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose

Zusätzlich zu einer gesunden Ernährung kann die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel laut Studien eine mehr oder weniger große Wirkung haben. Insbesondere indischer Weihrauch (Boswellia serrata) scheint stark wirksam zu sein (4, 5, 6, 7). Auch Kurkuma mit seinem Inhaltsstoff Kurkumin lindert Arthroseschmerzen und verbessert den Verlauf laut einer Vielzahl von Studien deutlich (8, 9, 10, 11, 12, 13). SAMe oder AdoMet (S-Adenosylmethionin) ist nach Angaben von Forschern ebenfalls wirksam, aber es dauert ein bis zwei Monate, bis sich eine Wirkung zeigt (14, 15, 16, 17). Einigen Doppelblindstudien zufolge wirkt der Pinienrindenextrakt Pycnogenol, aber es dauert bis zu 90 Tage, um die Symptome zu halbieren. In einer Studie wurde berichtet, dass die Schlafbeere (Ashwagandha) in einer Dosierung von 500 Milligramm Schmerzen, körperliche Funktion, Steifheit und Schwellungen deutlich verbessert. MSM (Methylsulfonylmethan) soll vor allem die Schmerzen lindern. Ingwer wirkt laut Studien ebenfalls schmerzlindernd und soll fast genau so effektiv sein wie das Schmerzmittel Ibuprofen (18, 19, 20). Bei leichter Arthrose können auch Grünlippmuscheln Linderung verschaffen. Andere Nahrungsergänzungsmittel, die möglicherweise wirken, für die aber noch keine ausreichenden Beweise vorliegen, sind Hagebutte, Guggul (indische Myrrhe), Kollagen Typ II und Teufelskralle (Harpagophytum procumbens). Überraschenderweise war auch der Beweis für die Wirksamkeit von Glucosamin und Vitamin D schwächer als allgemein angenommen. Es ist möglich, dass Vitamin D nur bei einem Mangel oder bei einer Dosierung von 2000 IE täglich wirkt. Die Rolle von Vitamin K scheint dagegen sehr wichtig zu sein, da viele Eiweiße in den Gelenken von einer ausreichenden Menge Vitamin K abhängen (21, 22, 23). Und schließlich kann Astaxanthin nach neueren Forschungsergebnissen das Gleichgewicht zwischen Knorpelaufbau und Knorpelabbau wiederherstellen, so dass auch dies einen Versuch wert ist.

Lebensweise und Arthrose

Bei Menschen mit Arthrose ist Bewegung oft schmerzhaft, so dass man lieber stillsitzen möchte. Das verschlechtert die Situation allerdings nur, daher ist ein gewisses Maß an Bewegung heilsam. Bei Übergewicht ist natürlich eine Gewichtsabnahme anzuraten, aber auch praktische Dinge, wie gutes Schuhwerk, können die Beschwerden lindern. Auch ausreichender Schlaf ist für die Regeneration der Gelenke von entscheidender Bedeutung, da Schlafstörungen das Risiko für Arthrose erhöhen.

Zusammenfassung

Es scheint immer wahrscheinlicher, dass Arthrose eine der vielen westlichen Wohlstandskrankheiten ist. Indem die zugrundeliegenden Ursachen bekämpft werden, zum Beispiel durch die Verringerung entzündlicher Prozesse, kann die Entwicklung von Arthrose verlangsamt oder manchmal sogar verhindert werden. Da eine Arthrose neben niedriggradigen chronischen Entzündungen auch andere Ursachen haben kann, ist es für manche ratsam, mehrere Behandlungsmethoden auszuprobieren. Die Erforschung der Ursachen von Arthrose ist in vollem Gange, so dass die Kenntnis in den nächsten Jahren wahrscheinlich deutlich zunimmt und den Umgang mit der Krankheit verbessert.

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