Samstag, 27. November 2021

Ernährung lindert Symptome beim Restless-Legs-Syndrom (RLS)



Eisen, Magnesium, Folsäure und Vitamin B12 können die Beschwerden beim Restless-Legs-Syndrom lindern.

 

Kribbeln, Brennen und der unbezwingbare Drang, die Beine zu bewegen: Das alles sind Symptome des Restless-Legs-Syndroms (RLS). Die Ernährung spielt bei dieser neurologischen Erkrankung eine wichtige Rolle. Bestimmte Lebensmittel können die Symptome deutlich verringern.

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist auch bekannt als Willis-Ekbom-Krankheit oder Erkrankung der unruhigen Beine. Es handelt sich um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch einen unbezwingbaren Drang, die Beine zu bewegen, gekennzeichnet ist. Bei Entspannung und vor allem nachts im Liegen nehmen die Beschwerden zu, während Bewegung sie verringert.

Symptome bei RLS

Zu den Symptomen bei RLS gehören ein brennendes Gefühl, Kribbeln, Zuckungen, Schmerzen oder Ziehen in den Beinen, selten in den Armen. Man schätzt, dass in Deutschland ungefähr sieben bis zehn Prozent der Bevölkerung am Restless-Legs-Syndrom leiden, ältere Menschen häufiger als Jüngere. Die Missempfindungen, die meist nachts auftreten, verursachen chronischen Schlafmangel. Das kann zu Gedächtnisproblemen, Erschöpfung und sogar zu Angstzuständen und Depressionen führen. Langfristig erhöht schlechter Schlaf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Auch das Immunsystem leidet darunter. Die Symptome des RLS können behandelt werden, aber leider noch nicht die Krankheit selbst.

Lebensstil und RLS

Es ist bekannt, dass Menschen mit RLS weniger Symptome haben, wenn sie ihren Lebensstil ändern. Wichtig ist ein guter Schlaf-wach-Rhythmus: immer um die gleiche Zeit ins Bett und immer zur gleichen Zeit aufstehen. Regelmäßige Bewegung ist ebenfalls hilfreich. Eine kleine Studie hat gezeigt, dass dreimal wöchentlich aerobes Training wie Laufen, die Symptome langfristig lindert. Es gibt zum Beispiel auch bestimmte Yoga-Übungen, die gut wirken. Weiterhin sollte man Zucker, Salz, schnelle Kohlenhydrate wie Weißbrot oder weißen Reis, Alkohol und Koffein so weit wie möglich meiden. Es gibt Nährstoffe, die eine positive Wirkung haben, wie Eisen, Magnesium, Vitamin B12 und Folsäure.

Eisen bei RLS

Wie RLS entsteht, ist wissenschaftlich noch nicht völlig geklärt. Inzwischen weiß man jedoch, dass bei der Kommunikation im zentralen Nervensystem etwas schief läuft. Studien zeigen, dass Menschen mit RLS einen niedrigeren Eisenspiegel im Gehirn haben. Eisen ist wichtig für die Bildung von Botenstoffen wie Dopamin, Glutamin und Adenosin. Daher ist es wesentlich, genügend Eisen aufzunehmen, um einem Eisenmangel vorzubeugen. Die Nahrung enthält Eisen in zwei verschiedenen Formen: Häm-Eisen und Nicht-Häm-Eisen. Häm-Eisen ist in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Geflügel und Eiern enthalten. Nicht-Häm-Eisen ist in pflanzlichen Produkten wie Kartoffeln, Brot, Nüssen, Samen und Gemüse enthalten.

 

Der Körper nimmt Häm-Eisen aus Fleisch besser auf als Nicht-Häm-Eisen aus Pflanzen. Man schätzt, dass man etwa 25 Prozent des Eisens aus Fleisch aufnimmt, unabhängig davon, was man dazu isst. Rind- und Lammfleisch enthalten mehr Eisen als Hühner- und Schweinefleisch. Wie viel Nicht-Häm-Eisen Sie aufnehmen, hängt sehr stark davon ab, was Sie essen. Die Aufnahme kann variieren zwischen einem und zehn Prozent. Kaffee, Tee und Kalzium verringern die Aufnahme von Häm-Eisen und Nicht-Häm-Eisen. Fleisch, Fisch und Vitamin C erhöhen die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen. Obst zum Mittagessen erleichtert zum Beispiel die Aufnahme von Eisen aus Brot.

 

· Essen Sie regelmäßig Fleisch oder wählen Sie eisenhaltige Fleischersatzprodukte.

· Essen Sie Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Erbsen.

· Essen Sie zu jeder Mahlzeit Gemüse und Obst mit viel Vitamin C.

· Nehmen Sie Eisentabletten, wenn Sie sich vegan ernähren.

Magnesium bei RLS

Obwohl es nicht viele Studien gibt über Magnesium und RLS, ist bekannt, dass es Betroffene gibt, denen Magnesium hilft. Magnesium ist ein Mineralstoff, der für eine gute Funktion des Herzmuskels und anderer Muskeln wichtig ist. Magnesium spielt auch eine Rolle bei der Knochenbildung, denn 60 Prozent des gesamten Magnesiums (24 Gramm) befinden sich im Skelett. Auch die Übertragung von Reizen in den Nerven funktioniert ohne genügend Magnesium nicht. Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln wird besser aufgenommen als Magnesium aus der Nahrung. Nach Schätzungen werden nur 30 Prozent des in der Nahrung enthaltenen Magnesiums tatsächlich vom Körper aufgenommen. Das liegt daran, dass das Magnesium in der Nahrung an alle möglichen Stoffe gebunden ist, so dass unsere Verdauung hart arbeiten muss, um es aufzunehmen. Die tägliche empfohlenen Menge an Magnesium beträgt 300 bis 350 Milligramm für Frauen und 350 bis 400 Milligramm für Männer. Wenn Sie diese Menge mit der Nahrung aufnehmen, werden Sie keinen Magnesiummangel entwickeln, auch wenn mehr als die Hälfte davon nicht aufgenommen wird. Statistiken haben gezeigt, dass bis zu 15 Prozent der Bevölkerung zu wenig Magnesium im Blut haben. Es kann daher ratsam sein, hierauf genau zu achten. Magnesium ist in verschiedenen Lebensmitteln enthalten wie Vollkornbrot und anderen Getreideerzeugnissen, Gemüse, Nüssen, Milch und Milchprodukten sowie Fleisch.

Magnesium-Supplementierung

Wenn Sie mit Ihrer Ernährung nicht genug Magnesium aufnehmen, können Sie die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels in Erwägung ziehen, am besten in Absprache mit Ihrem Arzt. Bei der Auswahl eines Magnesiumpräparates ist es wichtig, auf die Dosierung zu achten. Magnesiumverbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln können nämlich schon in relativ niedrigen Dosierungen Durchfall verursachen. Aus diesem Grund hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 250 Milligramm pro Tag als sichere Höchstgrenze für Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln festgelegt (nicht aus der Nahrung, da es schlechter aufgenommen wird).

Vitamin B12 bei RLS

Vitamin B12 und Folsäure (B11) sind für die Bildung roter Blutkörperchen und für das reibungslose Funktionieren des Gehirns und aller Nerven notwendig. Ein Mangel an diesen Vitaminen kann verschiedene Symptome wie Müdigkeit, Taubheitsgefühle in Händen und Füßen, Kribbeln, Gleichgewichtsstörungen und Bewegungsprobleme verursachen. Da Vitamin B12 nur in tierischen Produkten vorkommt, müssen Vegetarier und Veganer besonders darauf achten, dass kein Mangel entsteht. Auch Menschen mit Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, bei hohem Alkoholkonsum, und Menschen mit einer Autoimmunerkrankung müssen auf ihren Vitamin-B12-Spiegel achten. Außerdem können bestimmte Medikamente wie Metformin und Magensäurehemmer Mangelerscheinungen verursachen. Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und Eier enthalten Vitamin B12. Algen und Seetang enthalten ebenfalls Vitamin B12, aber aus pflanzlichen Produkten lässt sich Vitamin B12 schwieriger aufnehmen. Ob ein Mangel vorliegt, kann durch Bluttests festgestellt werden. Die Supplementierung kann durch Nahrungsergänzungsmittel, aber auch durch Injektionen beim Hausarzt erfolgen. Empfehlenswert ist es natürlich, zuerst auf die Ernährung zu achten.

Folsäure bei RLS

Auch der Folsäure (Vitamin B11) wird ein Mangel bei RLS nachgesagt, obwohl große wissenschaftliche Studien fehlen oder die Ergebnisse nicht eindeutig sind. In einigen Ländern wird Folsäure als Vitamin B9 bezeichnet. Folsäure ist in der Nahrung in Form von Tetrahydrofolat-Polyglutamat natürlich vorhanden. In Nahrungsergänzungsmitteln oder als Zusatz in angereicherten Lebensmitteln wird die Form Pteroylmonoglutaminsäure (PMG) verwendet. Aber normalerweise nimmt man mit der Nahrung genug Folsäure auf. Es ist vor allem in Gemüse, insbesondere grünem Gemüse, Vollkornprodukten, Brot, Fleisch und Milchprodukten enthalten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass zu viel Folsäure in der Ernährung schädlich ist. Schädlich ist jedoch die Folsäure (PMG) in Tabletten. Eine hohe Einnahme von PMG kann den Nachweis eines Vitamin-B-12-Mangels erschweren.

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