Samstag, 25. Mai 2013


Äpfel können den Blutdruck senken
(Foto: Aquilatin/pixabay.com)

Äpfel: lecker, kalorienarm, einfach gesund. Vielseitig zuzubereiten als Apfeltorte, Apfelpfannkuchen, Apfel im Schlafrock, Apfelmus. Die gesunde Köstlichkeit hat noch einen interessanten Nebeneffekt, wie kanadische Forscher jetzt entdeckten: Die Flavonoide im Apfel senken den Blutdruck.


Der Großteil der Flavonoide versteckt sich in der Schale des Apfels. Ein Apfelschalenextrakt mit allen Flavonoiden, aber auch die einzelnen Substanzen blocken ein bestimmtes Enzym, das die Höhe des Blutdrucks beeinflusst. Auf dieselbe Weise wirken verschiedene blutdrucksenkende Medikamente. Wirkprinzip ist die Hemmung des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE engl. Angiotensin Converting Enzyme). So wird weniger vom Hormon Angiotensin-II im Körper hergestellt. Angiotensin-II verengt die Blutgefäße und erhöht so den Blutdruck. Patienten, die einen zu hohen Blutdruck haben, bekommen deshalb oft sogenannte ACE-Hemmer, um diesem Mechanismus entgegen zu wirken.

Apfelsubstanzen zur Blutdruckbehandlung

Die Forscher am Nova Scotia Agricultural College im kanadischen Truro dokumentierten in ihrer Forschungsarbeit, dass ein Extrakt der Apfelschale mit vielen Flavonoiden ähnlich gut wirkt wie ein gängiger ACE-Hemmer. Tierversuche und klinischen Studien sollen nun verdeutlichen, ob die natürlichen Inhaltsstoffe der Apfelschale geeigneter für einen therapeutischen Einsatz sind. Unerwünschte Nebenwirkungen könnten reduziert und eine bessere Verträglichkeit erreicht werden.

Im Reagenzglas hatten sowohl die Flavonoide insgesamt als auch einzelne Flavonoid-Gruppen wie Anthocyane, Flavonole, Flavone und Flavanone eine stark ACE-hemmende Wirkung. Einzig das Isoflavon Genistein war wirkungslos. Die Vorgänge ließen sich experimentell mit Blutgefäßzellen aus Nabelschnurblut nachvollziehen.

Den stärksten Effekt bei den einzeln getesteten Stoffen bewies Quercetin-Glucuronsäure, die aus dem Flavonoid Quercetin gebildet wird. Es gab schon früher Hinweise, dass Quercetin-Verbindungen Entzündungen hemmen und positiv auf Herz und Blutgefäße wirken. Neue Untersuchungen sollen nun die Wirkung auf den Blutdruck überprüfen und mit der Wirksamkeit ACE-hemmender Arzneimittel vergleichen.

Apfel mit Schale essen

Die besonders gesunden Flavonoide des Apfels sind überwiegend in der Schale zu finden. Flavonoide wirken antioxidativ, schützen unsere Zellen vor schädlichen freien Radikalen und können so auch Krebserkrankungen vorbeugen. Denn die Oxidation durch freie Radikale ändert das Erbgut der Körperzellen. Dies kann auf Dauer zum Entarten der Zellen führen und damit zur Tumorbildung. Unser Organismus ist in der Lage solche Schäden teilweise zu reparieren, braucht aber angemessene Unterstützung durch eine Ernährung auf Basis pflanzlicher Produkte. Obst und Gemüse stellen viele Antioxidantien her, um sich gegen Lichtschäden zu schützen. Essen wir also viel pflanzliche Kost, können wir unsere Zellen vor antioxidativem Stress schützen. Oxidativer Stress, also ein Übermaß an freien Radikalen, gilt als eine der Ursachen für unseren Alterungsprozess und für das Entstehen diverser Krankheiten.

Mit Antioxidantien vorbeugen

Wir produzieren pausenlos freie Radikale durch körperliche Bewegung, Aufenthalt in der Sonne und Alltagsstress. Zusätzlich belasten wir unseren Organismus durch Schwermetalle, Alkohol, Nikotin und Arzneimittel sowie Entzündungsprozesse und Erkrankungen. Sogar unser körpereigener Stoffwechsel beispielsweise die Filterfunktion der Leber produziert freie Radikale und macht die Zufuhr von Antioxidantien notwendig.

Neben Äpfeln wirken noch Kirschen, Pflaumen, Beeren, Rotkohl, roter Rettich, Zwiebeln, Radieschen, Radicchio, Auberginen und Olivenöl antioxidativ. Sie enthalten auch viele Flavonoide, die in der Lage sind, freie Radikale zu neutralisieren und so zellschützend wirkt. Auch die Gewürze Oregano und Zimt liefern Flavonoide. Und nicht zuvergessen Tee, Kaffee, Kakao und Rotwein.

Ernährung bei Bluthochdruck

Mit dem morgendlichen Hallo-Wach-Kaffee wecken wir also nicht nur unsere Lebensgeister, sondern schicken gleich ein paar Radikalfänger los. Und abends ein köstlich duftendes mediterranes Essen mit reichlich Olivenöl und frischen Kräutern und dazu ein herrliches Glas Rotwein. So macht Gesundheitsvorsorge doch Spaß! Zumal mediterrane Kost als empfehlenswerte Ernährung auch bei Bluthochdruck gilt. Wenig Cholesterin, Purin, gesättigte Fettsäuren und Salz machen die Mittelmeerküche zur idealen Ernährungsweise.
Und Sie tun damit nicht nur der Figur etwas Gutes, sondern helfen ihrem Körper ein wenig bei der »Zellreparatur«. Und es ist günstiger und schmeckt besser als jede Medizin.

Quelle: Nileeka Balasuriya, and H. P. Vasantha Rupasinghe: Antihypertensive Properties of Flavonoid-rich Apple Peel Extract. Food Chemistry, DOI: 10.1016/j.foodchem.2012.07.023

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