Donnerstag, 17. März 2016


Bewusstes Essen senkt das Diabetes-Risiko
(Foto: Dmitry Lobanov - fotolia.com)
Bewusstes Essen sorgt nicht nur für eine gesunde Essensauswahl, sondern senkt auch das Risiko für Diabetes und Gefäßkrankheiten.


Frühere Studien haben schon gezeigt, dass »Mindfulness«, also Achtsamkeit, bei der bewussten Auswahl von Speisen helfen kann und auch das Gespür dafür unterstützt, ob man wirklich hungrig oder satt ist. Achtsamkeit: Den Augenblick bewusst wahrnehmen und erfahren; das sollte auch fürs Essen gelten. Nehmen Sie sich Zeit für eine Mahlzeit und essen Sie bewusst. Dann laufen Sie nicht so schnell Gefahr, zu viel zu essen und laut der neuen Studie von Jennifer Daubenmier kann die positive Wirkung von bewusstem Essen noch sehr viel größer sein.

Ablenkung verführt zu übermäßigem Essen
»Während sozialer Gelegenheiten oder während des Fernsehens, isst man oft viel mehr. Das passiert nicht, weil man Hunger hat, sondern weil das Essen lecker aussieht, man abgelenkt ist oder weil man ein unangenehmes Gefühl einfach »wegessen« will«, so Daubenmier. »Unsere Studie deutet darauf hin, dass bewusstes Essen mehr bewirkt als nur gesunde Lebensmittel zu wählen und zu merken, dass man satt ist. Achtsamkeit beim Essen verbessert den Blutzucker und die Gesundheit des Herzens sogar mehr als normale Verhaltensprogramme, die auf Gewichtsverlust ausgerichtet sind.«

Mit Achtsamkeit bessere Blutzucker- und Blutfettwerte
Zusammen mit ihren Kollegen untersuchte Daubenmier fast 200 Erwachsene mit Adipositas. Die Hälfte der Teilnehmer folgte 22 Wochen lang an einem Achtsamkeitsprogramm, das auf Gewichtsabnahme abzielte. Im Vergleich mit einer Kontrollgruppe stellten die Forscher bei den Teilnehmern des Achtsamkeitstrainings mehr Verbesserungen fest bei unter anderem dem Nüchternblutzucker und den Cholesterinwerten. Beides gibt Hinweise auf Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die verbesserten Werte hielten sogar noch bis zu einem Jahr nach dem Ende der Studie an.

Reduzierung des Körpergewichts um 4,3 Prozent
Alle Teilnehmer der Studie erhielten Ernährungs- und Bewegungsanleitungen. Das Achtsamkeitstraining bestand aus Achtsamkeit, Meditation und Bewusstsein für Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen während des Essens und Bewegens. 18 Monate nach dem Beginn der Studie hatten die Teilnehmer des Achtsamkeitstrainings ungefähr 4,3 Prozent ihres Körpergewichts verloren. Das war gut 1,5 Kilo mehr als bei der Kontrollgruppe. Das festgestellte Ergebnis war aber tatsächlich nicht signifikant genug. Daher müssen Folgestudien mit mehr Teilnehmern die Ergebnisse bestätigen.

Achtsamkeit in Verhaltensprogramme aufnehmen
Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal »Obesity« publiziert. »Viele Gewichtsreduktionsprogramme legen wenig oder keinen Nachdruck auf gedankenloses Essen und die meisten bisherigen Studien darüber, benutzten keine Kontrollgruppe oder untersuchten nicht die Langzeiteffekte«, so Deborah Tate von »The Obesity Society«. »Diese Studie zeigt mögliche Vorteile von Achtsamkeit bei Verhaltensprogrammen zur Gewichtsabnahme.«

Quelle: Jennifer Daubenmier, Patricia J. Moran, Jean Kristeller, Michael Acree, Peter Bacchetti, Margaret E. Kemeny, Mary Dallman, Robert H. Lustig, Carl Grunfeld, Douglas F. Nixon, Jeffrey M. Milush, Veronica Goldman, Barbara Laraia, Kevin D. Laugero, Leslie Woodhouse, Elissa S. Epel, Frederick M. Hecht. Effects of a mindfulness-based weight loss intervention in adults with obesity: A randomized clinical trial. Obesity, 2016; DOI: 10.1002/oby.21396

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