Sonntag, 6. Januar 2019


Anis ist nicht nur aromatisch, sondern eine wirkungsvolle Heilpflanze, die viele Beschwerden lindern kann.

Anismilch, ein echter Wintertrunk, besteht aus heißer Milch mit Anissamen und ein wenig Zucker. Das Gewürz Anis wärmt nicht nur den Körper, sondern hat sogar dieselbe Wirkung wie Morphium und Aspirin bei Schmerzen. Was hat es damit auf sich und welche anderen gesundheitsfördernden Effekte hat Anis?
Anis in Getränken
Die Samen der Pimpinella anisum, wie die Anispflanze botanisch heißt, sind aromatisch und der Geschmack liegt ein wenig zwischen Süßholz und Fenchel. Das Blatt dient als Gewürz und die Samen können ebenfalls für die Zubereitung von Gerichten verwendet werden. So eignen sie sich zum Beispiel sehr gut als Zutat für Gebäck und Süßspeisen. Italienische Biscotti werden beispielsweise mit Anisextrakt hergestellt. Anis findet man auch in Getränken wie Ouzo, Sambuca und Absinth, und schmeckt auch aromatisch im Kaffee.
Kraut oder Gewürz?
Anis ist nicht mit Sternanis verwandt: Illicium verum gehört botanisch zu einer völlig anderen Familie. Es ist auch nicht dasselbe wie Fenchel, obwohl der Geschmack von beiden sich sehr ähnelt. Anis und Fenchel gehören aber zusammen mit Kümmel und Petersilie zur selben botanischen Familie. Fenchel ist ein Gemüse und Anis ist ein Kraut. Kräuter, getrocknet oder frisch, werden aus den Blättern einer Pflanze hergestellt. Ein Gewürz ist ein Teil einer Pflanze, der getrocknet und dann als geschmacksgebende Zutat in Gerichten verwendet wird. Gewürze können aus Samen (Anis, Kreuzkümmel, Koriander, Senf), Rinde (Zimt), Früchten (Pfeffer, Vanille), Wurzeln oder Blütenknospen hergestellt werden.
Wenn Sie Anissamen und Wodka haben, können Sie ganz leicht Anisextrakt herstellen. Verwenden Sie einen Topf mit einem Fassungsvermögen von ca. 100 bis 120 Millilitern. Fügen Sie einen Teelöffel Anissamen und eine halbe Tasse Wodka hinzu. Sorgfältig verschließen und zwei bis drei Monate an einem kühlen Ort aufbewahren. Gießen Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb, um die Samen herauszufiltern, und fertig ist der Anisextrakt.
Die Gesundheitsvorteile von Anis
Es wurden viele Studien über die Wirkung und die besonderen Eigenschaften von Anissamen durchgeführt. Dabei wurde eine Vielzahl verschiedener Eigenschaften festgestellt:
  • antimikrobiell: bekämpft krankmachende Mikroorganismen
  • antimykotisch: bekämpft Pilzbefall
  • antiviral: bekämpft Viren
  • antioxidativ: bekämpft freie Radikale
  • muskelentspannend
  • beruhigend

Auch diverse Auswirkungen auf den Verdauungstrakt wurden dokumentiert. Anis kann eine Morphinabhängigkeit reduzieren, lindert zu starke Menstruationen und Hitzewallungen während der Wechseljahre. Bei Diabetes senkt Anissamen den Blutzuckerspiegel und vermindert oxidativen Stress, was sich positiv auf die Gefäße auswirkt.

Anis ist schmerzstillend und entzündungshemmend. Anisextrakt zeigt in Studien eine erheblich beruhigende Wirkung. Eine Tierstudie zeigte, dass ätherisches Öl aus Anis die gleiche schmerzstillende Wirkung hat wie Morphin und Aspirin. Die Wirkung von ätherischem Anisöl entsprach 100 mg Aspirin/kg und 10 mg Morphin/kg eine halbe Stunde nach der Anwendung. Was die entzündungshemmende Wirkung betrifft, war sie genauso stark wie die des Rheumamedikamentes Indometacin.
Bei welchen Beschwerden hilft Anis noch?

Muskelschmerzen und -krämpfe
Anis entspannt die Muskeln, auch die winzigen Muskeln in den Atemwegen und beruhigt die Bronchien.

Magen-Darm-Beschwerden
Anis schützt die Schleimhäute zum Beispiel vor aggressiven Medikamenten wie Indometacin. Es lindert auch Beschwerden eines Magengeschwüres, zum Beispiel Übelkeit. Bei Verstopfung wirkt Anis verdauungsfördernd und abführend. Anis fördert eine schnellere Passage der Nahrung durch den Verdauungstrakt.

Reduziert eine Morphinabhängigkeit
Ein großer Nachteil bei der Anwendung von Morphinen ist ihr Risiko für eine Abhängigkeit. Anis scheint diese Wirkung abzuschwächen. Außerdem beeinflusst Anisöl den Nervenbotenstoff GABA, der manchmal auch als körpereigenes Beruhigungsmittel bezeichnet wird, aber auch eine Rolle bei der Schmerzverarbeitung und der Regulierung des Blutzuckerspiegels spielt.

Reduziert Hitzewallungen während der Wechseljahre
Drei Kapseln Anisextrakt (100 mg pro Kapsel) für die Dauer von vier Wochen führte zu einem signifikanten Rückgang der Hitzewallungen während der Wechseljahre, denn Anis hat eine östrogene Wirkung.

Lindert eine schmerzhafte Menstruation
Anis wirkt auch sehr positiv bei schmerzhafter Menstruation (Dysmenorrhö). Als die Wirkung von Anis in Kombination mit Sellerie und Safran bei jungen Frauen mit schmerzhafter Menstruation gemessen wurde, zeigte sich eine deutliche Abnahme der Schmerzintensität. Der Extrakt wirkte sogar besser als Medikamente.

Verbessert den Zuckerstoffwechsel
Die Einnahme von fünf Gramm Anissamenpulver für 60 Tage verbesserte bei Typ-2-Diabetikern den Glukosestoffwechsel enorm. Auch die Cholesterin- und Triglyceridwerte nahmen deutlich ab. Das galt auch für Koriandersamen. Sowohl Koriander als Anis sorgten darüber hinaus noch für eine erhebliche Zunahme von Betakarotin und Vitamin A im Blut.

Vorsicht bei hormonabhängigen Krankheiten
Weil Anis eine östrogene Wirkung hat, sollte es nicht bei hormonempfindlichen Erkrankungen (Brust-, Gebärmutter-, Eierstockkrebs, Endometriose) angewendet werden. Anis kann die Wirkung der Pille beeinträchtigen und damit die Empfängnisverhütung. Große Mengen Anis können dieselbe Wirkung wie Östrogen haben, allerdings nicht so stark wie Östrogenpräparate. Anis kann auch die Wirksamkeit des Brustkrebsmedikamentes Tamoxifen herabsetzen.

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