Dienstag, 1. Januar 2019


Weizengras: Einfach in der Anwendung, stark und vielseitig in der Wirkung.
Überall in Saftbars, Smoothie-Shops und Reformhäusern findet man momentan Weizengras, eine Substanz, die derzeit in der Welt der Naturheilmittel viel Beachtung findet. Weizengras sind eigentlich Weizenkeime, die etwa sieben bis zehn Tage alt sind. Weizengras kann zu Hause gezüchtet und zubereitet werden, aber man kann es auch fertig als Saft, Pulver oder Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Einige behaupten, dass Weizengras ein echter Alleskönner ist, von der Leberentgiftung bis zur Stärkung des Immunsystems. Viele der Behauptungen sind jedoch nicht bewiesen oder untersucht worden. Nachfolgend finden Sie sieben nachgewiesene Gesundheitsvorteile.
1. Viele Nährstoffe und Antioxidantien
Weizengras ist eine ausgezeichnete Quelle für alle Arten von Vitaminen und Mineralien. Es enthält vor allem viel Vitamin A, C und E sowie Eisen, Magnesium, Kalzium und Aminosäuren. Von den 17 Aminosäuren sind acht essenziell: Der Körper kann sie nicht selbst herstellen, sie müssen also aus der Nahrung aufgenommen werden. Weizengras besteht zu etwa 70 Prozent aus Chlorophyll, dem grünen Pflanzenfarbstoff mit vielen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Es enthält auch verschiedene wichtige Antioxidantien wie Glutathion und Vitamin C und E. Antioxidantien sind Stoffe, die freie Radikale bekämpfen, so dass Zellschäden verhindert werden und der oxidative Stress abnimmt. Einige Studien zeigen auch, dass Antioxidantien vor Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs, Rheuma und neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer schützen. Eine Studie zeigte, dass Weizengras den oxidativen Stress reduziert und den Cholesterinspiegel bei Kaninchen mit einer fettreichen Ernährung verbessert. Darüber hinaus erhöhte ein Nahrungsergänzungsmittel mit Weizengras den Gehalt an Glutathion und Vitamin C im Blut. Eine weitere In-vitro-Studie zeigte, dass die antioxidative Wirkung von Weizengras die oxidative Schädigung der Zellen reduziert. Da sich die Forschung über Weizengras auf Labor- und Tierversuche beschränkt, sind mehr Untersuchungen nötig, um festzustellen, wie die Antioxidantien aus Weizengras beim Menschen wirken.
2. Senkt den Cholesterinspiegel
Cholesterin ist eine wachsartige Substanz, die im ganzen Körper vorhanden ist. Obwohl man Cholesterin benötigt, um Hormone und Gallenflüssigkeit herzustellen, kann zu viel Cholesterin den Blutfluss blockieren und das Risiko von Herzerkrankungen erhöhen. Verschiedene Tierversuche zeigen, dass Weizengras helfen kann, den Cholesterinspiegel zu senken. In einer Studie wurde Ratten mit hohem Cholesterinspiegel Weizengrassaft verabreicht. Der Gesamtcholesterinspiegel, das "schlechte" LDL-Cholesterin und die Triglyceride sanken bei diesen Tieren. Interessanterweise war die Wirkung von Weizengras vergleichbar mit der von Atorvastatin, ein Medikament zur Senkung des Cholesterinspiegels. Eine weitere Studie untersuchte die Auswirkungen bei Kaninchen, die fettreich ernährt wurden. Nach zehn Wochen der Einnahme eines Weizengraspräparates war das Gesamtcholesterin gesunken und das "gute" HDL-Cholesterin gestiegen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse ist mehr Forschung erforderlich, um festzustellen, wie sich ein Nahrungsergänzungsmittel aus Weizengras auf den menschlichen Cholesterinspiegel auswirkt.
3. Fördert den Zelltod von Krebszellen
Dank der großen Menge an Antioxidantien soll Weizengras laut einigen Laborstudien zum Krebszelltod beitragen. Laut einer dieser Studien verzögert Weizengrasextrakt die Verbreitung von Krebszellen im Mund um 41 Prozent. Eine weitere Laborstudie ergab, dass Weizengras den Zelltod in Leukämiezellen verursacht und die Anzahl der Leukämiezellen innerhalb von drei Tagen nach der Behandlung um bis zu 65 Prozent sank. Einige Studien zeigen, dass Weizengrassaft in Kombination mit der klassischen Krebsbehandlung die Nebenwirkungen dieser Behandlung stark reduzieren kann. Eine Studie zeigte, dass Weizengrassaft bei 60 Frauen mit Brustkrebs das Risiko einer Funktionsstörung des Knochenmarks - eine häufige Komplikation in der Chemotherapie - reduziert. Es gibt allerdings noch keine Beweise für die möglichen krebshemmenden Wirkungen von Weizengras beim Menschen. Weitere Forschungen sind nötig, um zu verstehen, wie es die Entwicklung von Krebs beim Menschen beeinflussen könnte.
4. Reguliert den Blutzucker
Ein hoher Blutzuckerspiegel kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, wie Kopfschmerzen, Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit. Letztendlich kann ein hoher Blutzuckerspiegel schwerwiegende Folgen haben, wie Nervenschäden, Nierenversagen, Hautinfektionen und Blindheit. Einige Tierversuche zeigen, dass Weizengras helfen kann, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Eine Studie ergab, dass der Gehalt an bestimmten Enzymen, die den Blutzuckerspiegel senken, anstieg, wenn Ratten mit Diabetes Weizengras verabreicht wurde. Eine weitere Studie zeigte, dass eine 30-tägige Behandlung mit Weizengrasextrakt bei diabetischen Ratten zu einer erheblichen Senkung des Blutzuckerspiegels führte. Leider beschränken sich auch hier wieder die Forschungen auf Tierstudien, so dass die Wirkung beim Menschen noch untersucht werden muss.
5. Hemmt Entzündungen
Entzündungen sind eine normale Reaktion des Immunsystems, um den Körper vor Verletzungen und Infektionen zu schützen. Es wird jedoch angenommen, dass chronische Entzündungen zu Erkrankungen wie Krebs, Gefäßerkrankungen und Autoimmunerkrankungen beitragen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Weizengras und die darin enthaltenen Substanzen entzündungshemmend sein können. Eine kleine Studie an 23 Personen untersuchte die Auswirkungen von Weizengrassaft auf die chronische Darmentzündung Colitis ulcerosa. Das Trinken von 100 Milliliter Weizengrassaft jeden Tag für einen Monat reduzierte die Schwere der Symptome und rektale Blutungen bei Patienten mit Colitis ulcerosa. Weizengras ist auch reich an Chlorophyll, einem Pflanzenfarbstoff mit stark entzündungshemmenden Eigenschaften. Eine Laborstudie zeigte, dass Chlorophyll die Aktivität eines spezifischen Entzündungsproteins hemmt. Eine andere Laborstudie ergab, dass Chlorophyll für eine Abnahme der Entzündungen in Zellen sorgte, die aus Blutgefäßen entnommen wurden. Solche Entzündungsprozesse an den Gefäßwänden fördern die Entstehung einer Arteriosklerose oder Arterienverkalkung. Die meisten Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf bestimmte Substanzen im Weizengras oder die Auswirkungen von Weizengras auf eine bestimmte Erkrankung. Weitere Forschungen sind erforderlich, um die möglichen entzündungshemmenden Einflüsse beim Menschen zu ermitteln.
6. Fördert Gewichtsverlust
Viele Menschen integrieren Weizengras in ihre Ernährung, um schnell und einfach eine Gewichtsabnahme zu fördern. Weizengras enthält Thylakoide, kleine Membrane im Weizengras, die mit Chlorophyll gefüllt sind und das Sonnenlicht für die Photosynthese aufnehmen. Obwohl es keine Beweise dafür gibt, dass Weizengras selbst zur Gewichtsabnahme beiträgt, zeigen mehrere Studien, dass ein Nahrungsergänzungsmittel mit Thylakoiden das Sättigungsgefühl erhöht, indem die Entleerung des Magens verlangsamt und Hormone freigesetzt werden, die dem Hungergefühl entgegenwirken. Eine kleine Studie zeigte, dass die Zugabe von Thylakoiden zu einer kohlenhydratreichen Mahlzeit das Sättigungsgefühl im Vergleich zu einem Placebo erhöhte. Eine Studie an Ratten kam zu ähnlichen Ergebnissen. Eine weitere Studie zeigte, dass Thylakoide, die Ratten mit einer fettreichen Ernährung gegeben wurden, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe für eine geringere Nahrungsaufnahme und eine Gewichtsabnahme sorgte. Allerdings muss man berücksichtigen, dass Thylakoide auch in allerlei anderen Nahrungsmitteln vorkommen, wie grünem Gemüse und Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl und Salat. Darüber hinaus verwendeten diese Studien viel höhere Konzentrationen von Thylakoiden als die, die normalerweise in Weizengras vorkommen. Es wurden keine Untersuchungen über die spezifischen Auswirkungen von Weizengras auf die Gewichtsabnahme durchgeführt.
7. Einfach in der Anwendung
Weizengras ist als Pulver, Saft und in Kapselform in Reformhäusern erhältlich. Sie können auch Ihren eigenen Saft herstellen, wenn sie zu Hause Weizengras züchten. Neben dem Trinken von Weizengrassaft können Sie auch den Saft oder das Pulver verwenden, um den Nährwert Ihrer Lieblings-Smoothies zu erhöhen. Der Saft lässt sich auch in Salaten, Tee oder anderen Getränken verarbeiten.
Warnhinweise und Nebenwirkungen
Weizengras gilt allgemein als sicher für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit. Denn nur die Weizenkörner enthalten Gluten, nicht die Weizenkeime. Aber wenn Sie empfindlich auf Gluten reagieren, sollten Sie vor der Einnahme von Weizengras einen Arzt konsultieren oder sich an Produkte halten, die garantiert glutenfrei sind. Manchmal kann Weizengras mit Gluten verunreinigt sein durch Getreide, mit dem es in Kontakt gekommen ist. Weizengras ist auch sehr anfällig für Schimmelpilze, wenn es zu Hause gezüchtet wird. Wenn es bitter schmeckt oder Sie Anzeichen von Fäulnis sehen, werfen Sie es lieber weg.
Manche Menschen berichten über Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Durchfall, nachdem sie Weizengras als Saft oder Nahrungsergänzungsmittel konsumiert haben. Wenn Sie unter diesen oder anderen Nebenwirkungen leiden, sollten Sie die Menge reduzieren. Wenn die Beschwerden anhalten, fragen Sie einen Arzt, ob es besser ist, mit der Einnahme von Weizengras aufzuhören.
Fazit
Weizengras und die darin enthaltenen Substanzen werden mit allen möglichen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht, darunter Gewichtsabnahme, Reduzierung von Entzündungen, Senkung des Cholesterinspiegels und bessere Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Aber die Forschung am Menschen ist noch nicht ausreichend und viele Studien konzentrieren sich nur auf bestimmte Substanzen im Weizengras. Obwohl also mehr Forschung erforderlich ist, um die Vorteile von Weizengras zu bestätigen, kann der Verzehr einige positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben und Sie mit einigen zusätzlichen Nährstoffen als Teil einer ausgewogenen Ernährung versorgen.

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