Freitag, 8. Februar 2019


Mundgeruch kann viele Ursache haben. Zum Glück kann man mit natürlichen Mitteln vorbeugen und behandeln.

Der Mensch wird seit Jahrhunderten durch Mundgeruch geplagt. Hippokrates riet jungen Damen dazu, ihren Mund regelmäßig mit Anis, Wein und Dillsamen zu spülen. Mundgeruch, medizinisch als Halitosis bezeichnet, kann viele Ursachen haben: Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch, im Magen-Darmtrakt, ein träger Darm oder Infektionen im Rachen oder den Nebenhöhlen. Aber auch bestimmte Nahrungsmittel können einen unangenehmen Mundgeruch verursachen und nicht zu vergessen Tabak und Alkohol. Zum Glück gibt es eine Reihe natürlicher Mittel, um den Atem zu erfrischen.
Mundgeruch bekämpfen durch Anpassung der Lebensweise
Falsche Ernährungsgewohnheiten und eine schlechte Darmflora führen zu Magen-Darm-Problemen und das kann Mundgeruch verursachen. Eines der besten Naturheilmittel gegen Mundgeruch ist eine Ernährung, die aus Obst, Gemüse, Samen und Nüssen besteht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Obst und sowohl rohem als auch gekochtem Gemüse. Bekämpfen Sie Verstopfung, in dem Sie raffinierte Kohlenhydrate wie Zucker und alles, was aus weißem Teig hergestellt wird, vermeiden.
Zucker verschlimmert das Problem
Kaffee und Alkohol sind die Hauptursachen für einen schlechten Atem. Beide hinterlassen Rückstände, die an der Mundschleimhaut haften bleiben und in den Verdauungstrakt eindringen. Knoblauch, Zwiebeln und manche Gewürze sind ebenfalls berüchtigt, haben aber erhebliche Gesundheitsvorteile, und es wäre schade, diese Nahrungsmittel wegzulassen. Nach dem Verzehr gibt es also nur eines: Zähneputzen und mit Mundwasser spülen. 20 Minuten zuckerfreien Kaugummi kauen, fördert die Speichelproduktion. Kaugummi, der ausschließlich mit Xylitol gesüßt ist, reduziert das Kariesrisiko. Xylitol hat sich als sicher und wirksam für starke Zähne erwiesen. Und der frische Atem ist immer ein Plus. Nehmen Sie kein Pfefferminz, egal wie verlockend es ist. Pfefferminze kann zwar für kurze Zeit den unangenehmen Geruch überdecken, aber der Zucker verschlimmert das Problem.
Sulfid
In den frühen 1970er Jahren setzte Joseph Tonzetich von der University of British Columbia Technologie für das Problem ein. In seinem Labor entdeckte er, dass die flüchtigsten Schwefelverbindungen am meisten stinken. Dabei handelte es sich um Schwefelwasserstoff (Geruch von faulen Eiern) und Methylmercaptan (Geruch von faulendem Kohl). Seitdem haben die Wissenschaftler etwa 150 molekulare Komponenten im menschlichen Atem entdeckt, darunter Dimethylsulfid (Geruch von faulenden Algen). Je mehr solcher Bestandteile sich im Atem befinden, desto größer ist die Abneigung unseres Geruchssinns.
Zwischen Zahnfleisch und Zähnen
Die unangenehmen Gerüche entstehen durch Abfallprodukte, die von Millionen von Lebensmittelbakterien freigesetzt werden. Diese Bakterien bleiben im Mund zurück. Einige von ihnen finden sich vermehrt in den Zahnbelägen. Vor allem Bakterien wie Streptococcus mutans, die Zucker lieben, setzen Säure frei und greifen den Zahnschmelz an. Dennoch sind sie nicht Hauptverursacher für Mundgeruch. Das sind Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola und Prevotella intermedia, die sich in den Zahnzwischenräumen und den Zahntaschen des Zahnfleisches sowie auf der Zunge ansiedeln.
Die Bakterienwelt im Mund
Manche Bakterienstämme scheiden ein Enzym aus, das Zuckermoleküle aus Nahrungsproteinen abbaut. Das macht die Proteine besser verdaulich, aber auch den Mundgeruch unangenehmer. Forscher beschäftigen sich zunehmend mit den Wechselwirkungen, die in der Mundflora stattfinden. Frischer Atem spiegelt einen gesunden Mund wider, und das hängt davon ab, welche Bakterienkolonien im Mund vorherrschen.
Welche Bakterien dominieren?
Laut Wissenschaftlern des Human Microbiome Projects gibt es rund eintausend verschiedene Bakterienarten im Mund. Während der Geburt nehmen unsere zuvor keimfreien Münder Bakterien von der Mutter auf, und in der Kindheit werden schnell weitere Bakterien aufgenommen. Im Laufe der Jahre ändert sich die Zusammensetzung durch Veränderungen in den Bereichen Ernährung, Stress und Krankheiten wie Diabetes, Bronchitis, Leber- und Nierenerkrankungen und damit verändert sich auch der Geruch. Wenn Bakterien im Mund vorherrschen, die einen unangenehmen Mundgeruch verbreiten, kann chronischer Mundgeruch die Folge sein.
Keine Mundspülung auf Alkoholbasis
Alkoholhaltige Mundspülungen verschlimmern das Problem. Diese enthalten oft Chlorhexidin und andere Antiseptika – und nicht zu vergessen Triclosan – und diese zielen auf alle Mundbakterien, die guten und die schlechten. Eine Mundspülung mit Chlorhexidin kann das Problem des übelriechenden Atems nur maximal 24 Stunden verzögern. Und es gibt noch weitere Nachteile: Testpersonen erlebten eine Woche nach der Anwendung der Mundspülung noch immer eine kribbelnde Zunge. Alkohol trocknet den Mund aus, was ebenfalls Mundgeruch verstärkt. Auch die Beseitigung der Mundbakterien, die von Natur aus im Mund vorhanden sein sollten, tut dem Ganzen nicht gut und stört das Gleichgewicht. Das macht den Weg frei für Zahnfleischerkrankungen und andere Infektionen.
Zinkionen
Einige neue Mundspülungen konzentrieren sich auf den Geruch anstatt auf die Ursachen und enthalten Zinkionen oder andere Metalle, die Schwefelbestandteile binden und neutralisieren. Mundspülungen können allerdings die Keime bekämpfen, die von Zahnbürste, Zahnseide und Zungenreiniger nicht erreicht werden.
Probiotika für eine gute Mundflora
Momentan wird noch erforscht, welche Probiotika für eine gesunde Mundflora sorgen. Unter anderem bekämpft der Streptococcus salivarius K12 Mundgeruch gut und sorgt innerhalb von zwei Wochen für einen angenehmeren Atem. Wahrscheinlich verdrängt K12 seine übelriechenden Verwandten und macht Platz für weniger aggressive Arten. Mundspülungen mit Aminosäuren töten Streptococcus mutans, die Ursache für säurebedingte Zahnschäden.
Gesunder Mund für ein längeres und gesünderes Leben
Lassen Sie Mundprobleme wie Zahnfleischentzündungen, Abszesse und Zahnstein so schnell wie möglich behandeln und lassen Sie regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung durchführen. Es mag übertrieben klingen, aber eine gute Mundhygiene sorgt für mehr Lebensjahre in guter Gesundheit. Je sauberer Gebiss, Zunge und Zahnfleisch sind, desto länger bleibt die allgemeine Gesundheit. Reinigen Sie die Zähne regelmäßig mit Zahnbürste, Zahnzwischenraumbürstchen und Zahnseide, um Bakterienansammlungen zu entfernen. Verwenden Sie einen Zungenreiniger, um dort Speisereste und Bakterien zu entfernen, die Mundgeruch verursachen. Spülen Sie den Mund abschließend gut nach, auch nach einer Mahlzeit oder einem Snack.
Auch Stress kann indirekt Mundgeruch verursachen, weil Stress die Verdauung beeinflusst. Beugen Sie einem Mangel an Vitamin B, C und Zink vor und sorgen Sie für eine gute Darmflora durch die Einnahme von Probiotika. Auch das aus der Ayurveda stammende Ölziehen kann unangenehmen Mundgeruch bekämpfen. Dazu nimmt man einen Esslöffel eines qualitativ guten Öls (Kokosöl, Sonnenblumenöl oder ein anderes kaltgepresstes Öl) in den Mund und lässt es dort etwa zwanzig Minuten ziehen. Danach spuckt man es einfach aus.
Petersilie
Der beste natürliche Atemerfrischer ist Petersilie. Petersilie ist reich an Chlorophyll, ein grüner Pflanzenfarbstoff der Bakterien tötet, die Mundgeruch verursachen. Knabbern Sie einen Stängel oder essen Sie ein paar Blättchen nach dem Essen. Es gibt aber auch in Apotheken Chlorophyll-Tabletten.
Teebaumöl
Einige Tropfen Teebaumöl zusammen mit Zahnpasta wirken antibakteriell, entzündungshemmend und erfrischen auf natürliche Weise den Mund.
Mundspülung selbst herstellen
Nehmen Sie zu gleichen Teilen Calendula-, Myrrhe- und Salbeitinktur sowie destilliertes Wasser und gurgeln Sie damit viermal täglich. Anstelle von Salbei kann man auch Kanadischen Gelbwurz (Hydrastis canadensis) nehmen. Bewahren Sie die Mundspülung gut geschlossen auf.
Natürlich Mittel gegen Mundgeruch
Guave
Kauen Sie auf einem Stück unreifer Guave oder Guaveblättern. Das hemmt Zahnfleischbluten und verleiht Zähnen und Zahnfleisch herrliche Frische. Guave enthält viele Tannine (Gerbstoffe), Apfelsäure, Oxalsäure und Phosphorsäure sowie Kalzium und Mangan.
Kardamom
Dieses Gewürz wird auch gerne in Apfeltorten und Weihnachtsgebäck verarbeitet. Sowohl Kardamom als auch Bockshornklee machen den Atem angenehmer. Die Samen kann man kauen, aber beides kann auch als Tee zubereitet werden.
Avocado
Avocado hilft nicht nur bei der Gewichtskontrolle und liefert viele gesunde Fette, sondern ist auch ein wirksames Heilmittel gegen Mundgeruch, denn sie wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Die Frucht beugt Fäulnisprozessen im Darm vor, die häufig ein Grund für unangenehmen Mundgeruch sind.
Joghurt mit probiotischen Kulturen
Vielleicht ist Joghurt nicht das erste, woran Sie zur Bekämpfung von Mundgeruch denken, aber die Bakterien in Milchprodukten mit Biogarde-Bakterienkulturen können tatsächlich die Bakterien unterdrücken, die der Übeltäter sind. Die „guten“ Bakterien vermehren sich prächtig und rotten die „schlechten“ Bakterien aus.
Putzen Sie Ihre Zähne vor allem nach dem Trinken von süßen Limonaden, Fruchtsäften, sauren Nahrungsmitteln und Milch, weil diese den Zahnschmelz schädigen können. Übrigens ist Laktoseintoleranz eine der Ursachen für Mundgeruch. Testen Sie, ob es der Mundgeruch sich verändert, wenn Sie Milchprodukte zeitweise aus der Ernährung streichen.

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