Mittwoch, 25. Dezember 2019


Probiotika fördern eine gesunde Darmflora und beugen Krankheiten vor. Aber zu welcher Zeit nimmt man sie am besten ein?

Selbst wenn Sie noch nie Probiotika verwendet haben, haben Sie vermutlich schon davon gehört. Diese Nahrungsergänzungsmittel können viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben, da sie lebende Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen enthalten, die die gesunden Bakterien im Darm unterstützen. Vielleicht fragen Sie sich aber, ob es eine bestimmte Zeit gibt, wann man sie am besten einnimmt.
Wofür werden Probiotika angewendet?
Probiotika fördern die Darmgesundheit, indem sie das Wachstum schädlicher Organismen hemmen, die Darmwand schützen und die Darmflora nach Krankheiten oder Medikamenteneinnahme wie Antibiotika wiederherstellen. Sie unterstützen das Immunsystem, aber auch die Gesundheit von Mund, Haut und Psyche, obwohl wissenschaftliche Beweise dafür noch begrenzt sind. Einige der lebenden Mikroorganismen in probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln sind auch in natürlich fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut und Kimchi enthalten. Zwischen diesen Lebensmitteln und einer Senkung von Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Körpergewicht wurden Zusammenhänge gefunden. Wenn Sie nicht regelmäßig fermentierte Lebensmittel essen, sollten Sie die Einnahme von Probiotika in Betracht ziehen.
Spielt der Zeitpunkt der Einnahme eine Rolle?
Einige Probiotika-Hersteller empfehlen die Einnahme des Präparates auf nüchternen Magen, andere empfehlen die Einnahme während der Mahlzeit. Obwohl es schwierig ist, im Körper zu messen, wie lebensfähig Bakterien sind, gibt es Studien, die daraufhin deuten, dass Saccharomyces-boulardii-Bakterien überleben, unabhängig davon, ob sie zu den Mahlzeiten eingenommen werden oder nicht. Andererseits überleben Laktobazillen und Bifidobakterien besser, wenn sie eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen werden. Aber es ist wahrscheinlich wichtiger, sie immer zur gleichen Zeit einzunehmen, als mit oder ohne Essen. Einer Studie zufolge wurden nach einem Monat Probiotika-Einnahme positive Veränderungen in der Darmflora beobachtet, unabhängig davon, ob sie zu den Mahlzeiten eingenommen wurden oder nicht.
Die Zusammenstellung der Mahlzeit spielt eine Rolle
Die Mikroorganismen in Probiotika werden getestet, um sicherzustellen, dass sie unter verschiedenen Bedingungen überleben, sowohl im Magen als auch im Darm. Aber es spielt eine Rolle, ob Sie Probiotika mit bestimmten Lebensmitteln einnehmen. Laut einer Studie waren die Überlebenschancen der Mikroorganismen in Probiotika besser, wenn das Präparat zusammen mit Haferflocken oder Magermilch eingenommen wurde, als nur mit Wasser oder Apfelsaft. Laut dieser Studie würde ein wenig Fett das Überleben der Bakterien im Darm verbessern. Laktobazillen überleben besser zusammen mit Zucker oder Kohlenhydraten, da sie in saurer Umgebung von Glukose abhängig sind.
Unterschiedliche Darreichungsformen
Man kann Probiotika in unterschiedlichen Darreichungsformen einnehmen, wie Kapseln, Lutschtabletten, Pulver oder flüssig. Man findet sie auch in verschiedenen Lebensmitteln wie Joghurt, fermentierter Milch, Schokolade und Sauerkraut. Die meisten probiotischen Bakterien müssen gegen Verdauungssäfte und Enzyme resistent sein, bevor sie sich im Dünndarm ansiedeln können. Probiotika in Kapseln, Tabletten oder Joghurt überstehen oft die Magensäure besser als Pulver, Getränke oder andere probiotische Nahrung, unabhängig vom Zeitpunkt der Einnahme. Laktobazillen, Bifidobakterien und Enterokokken sind widerstandsfähiger gegen Magensäure als andere Bakterienarten. Die meisten Laktobazillus-Stämme haben ihren Ursprung im menschlichen Verdauungstrakt und sind schon von sich aus resistent gegen Magensäure.
Achten Sie auf Qualität
Untersuchungen zeigen, dass 100 Millionen bis 1 Milliarde probiotische Mikroorganismen den Darm lebend erreichen müssen, um gesundheitlichen Nutzen zu bringen. Da probiotische Bakterien während der Lagerung im Handel absterben können, ist es wichtig, ein gutes Produkt zu kaufen, das mindestens eine Milliarde lebende Kulturen garantiert; das wird oft auf dem Warenetikett als CFUs (engl. Colony Forming Units / Kolonien formende Einheiten) oder KBE (Kolonien bildende Einheiten) ausgewiesen. Um die Qualität zu gewährleisten, sollten Sie die Probiotika vor dem Verfallsdatum verbrauchen und sie entsprechend den Anweisungen auf dem Etikett aufbewahren. Einige Arten können bei Raumtemperatur gelagert werden, andere gehören in den Kühlschrank.
Wählen Sie die passenden Probiotika für sich aus
Bei bestimmten Krankheiten kann es ratsam sein, einen bestimmten Bakterienstamm einzunehmen oder einen Arzt um Rat zu fragen. Experten zufolge profitieren die meisten Menschen von Laktobazillen und Bifidobakterien. Insbesondere Lactobacillus rhamnosus GG und Saccharomyces boulardii können das Risiko für Durchfall wegen Antibiotikaeinnahme senken, während der E.Coli-Stamm Nissle 1917 bei der chronischen Darmentzündung Colitis ulcerosa helfen kann. Darüber hinaus scheinen Probiotika mit Laktobazillen, Bifidobakterien und Saccharomyces boulardii bei manchen Menschen Verstopfung, Reizdarmbeschwerden und verschiedene Arten von Durchfall zu lindern.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Probiotika verursachen in der Regel keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bei gesunden Menschen. Allerdings können sie leichte Beschwerden, wie Blähungen und Völlegefühl verursachen. Das verbessert sich meist nach einer Weile oder man nimmt die Probiotika am Abend. Wenn Sie Probiotika einnehmen, um antibiotikabedingten Durchfall zu verhindern, fragen Sie sich vielleicht, ob die Antibiotika auch die probiotischen Bakterien töten. Die speziell gegen antibiotikabedingte Durchfälle gezüchteten Stämme werden aber nicht angegriffen. Denken Sie daran, dass Sie ohne Bedenken Antibiotika und Probiotika gleichzeitig einnehmen können. Wenn Sie weitere Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, ist es ratsam, mögliche Wechselwirkungen mit einem Arzt zu besprechen. Grund dafür ist, dass Probiotika die Wirksamkeit dieser Mittel erhöhen können.

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