Samstag, 14. Dezember 2019


Was tun, wenn die Herpesbläschen an der Lippe auftauchen? Tipps zur Vorbeugung und Behandlung.

Lippenherpes ist eine häufige Infektion der Haut und Schleimhaut. Das führt zu schmerzhaften oder juckenden Bläschen. Lippenherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht. Etwa jeder Dritte bekommt in seinem Leben Lippenherpes. Das passiert vor allem in Zeiten, in denen das Immunsystem geschwächt ist. Es gibt allerdings viele Menschen, die regelmäßig Lippenherpes bekommen, meist immer an derselben Stelle. Tendenziell nimmt aber die Häufigkeit einer wiederkehrenden Infektion ab.
Fieberbläschen oder Herpes labialis
Andere Namen für Lippenherpes sind Fieberbläschen oder Herpes labialis. Beim Lippenherpes entsteht ein roter Fleck mit Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Da die Blasen auf oder um die Lippen herum auftreten, nennt man es Lippenherpes. Aber das kann sich auch an anderen Stellen zeigen, wie Nase, Kinn, Rumpf, Gliedmaßen, Finger, Zehen oder Augenlid. Im letzten Fall kann es zu einer Augeninfektion kommen.
Lippenherpes nicht nur an den Lippen
Auch an anderen Stellen des Körpers wie Rumpf, Gliedmaßen und sogar Fingern und Zehen kann der Lippenvirus zuschlagen. Manchmal spürt man zuerst ein Kribbeln oder einen brennenden Schmerz und erst danach erscheinen die Bläschen. Nach ein bis zwei Tagen trocknen die Bläschen aus und es bildet sich Schorf. Zwischen dem Zeitpunkt der Infektion und dem Ausbruch des Lippenherpes liegen zwei bis zwölf Tage. Das bezeichnet man als Inkubationszeit. Ein Lippenherpes heilt fast immer von selbst. Die Stelle verschwindet in der Regel Innerhalb von zehn Tagen, ohne Narben zu hinterlassen.
Zwei Arten von Herpesviren
Es gibt zwei Arten von Herpesviren:

Typ 1: meist verantwortlich für Herpes-Infektionen im Gesicht und an den Lippen;
Typ 2: hauptsächlich verantwortlich für Herpesinfektionen im Genitalbereich.

Die Übereinstimmung zwischen diesen beiden Virusarten besteht darin, dass beide Viren grundsätzlich jeden Bereich der Haut und benachbarte Schleimhäute angreifen, so dass beispielsweise Infektionen mit HSV Typ 1 auch an den Genitalien auftreten können. Umgekehrt ist es möglich, dass ein Herpes-Virus Typ 2 einen Lippenherpes hervorruft. Die meisten Menschen infizieren sich schon im Kindesalter mit dem Herpes-simplex-Virus. Die ersten HSV-Infektionen – die man Primärinfektionen nennt – verlaufen bei Kindern meist weniger schwerwiegend als bei Erwachsenen. Je älter man bei der ersten Infektion ist, desto schwerer ist der Verlauf.

Der Unterschied zwischen HSV Typ 1 und Typ 2 ist vor allem der Ort, an dem die Infektion auftritt: Typ 1 verursacht vor allem an den Mundschleimhäuten einen Lippenherpes (Herpes labialis). Typ 2 tritt hauptsächlich an den Genitalien auf und verursacht eine Herpes-genitalis-Infektion, die zu den sexuell übertragbaren Krankheiten zählt.
Wie entsteht Lippenherpes?
Lippenherpes wird verursacht durch die Herpesviren, die sich in der Flüssigkeit der Bläschen befinden. Die Viren verbreiten sich über die Hände, Umarmungen und Küsse. Aber man kann sich auch über Gegenstände wie Besteck, Tassen, Zahnbürsten, Handtücher oder Lippenbalsam anstecken. Die meisten Menschen kommen schon als Kleinkind mit dem Virus in Kontakt und bemerken es meist überhaupt nicht. Die Infektion verursacht nur bei etwa zehn Prozent der Patienten leichte Symptome.
Während der Primärinfektion wandert der Virus über die örtlichen Nervenenden, über die infizierte Nerven, zu den zugehörigen Nervenknoten. Dort bleibt er in einem Schlafzustand lebenslang anwesend. Er kann jederzeit wieder aktiv werden, sich vermehren und erneut Lippenherpes hervorrufen.
Aktivierung des Virus
Das Virus kann wieder aktiviert werden durch:
  • Sonnenlicht oder Solarium (verwenden Sie darum einen Lippenbalsam mit Sonnenschutz)
  • Fieber
  • chirurgische Eingriffe
  • Erkältung oder Halsentzündung
  • Medikamente, die das Immunsystem schwächen (z. B. Chemotherapie)
  • Stress und Erschöpfung
  • Menstruation
  • Verletzungen an den Lippen
Übertragung des Virus
Der Virus kann durch sexuellen Kontakt mit Mund oder Händen auf die Genitalien eines anderen übertragen werden. Dort können sich Bläschen bilden (Herpes genitalis oder Genitalherpes). Und natürlich kann auf diesem Weg auch eine Infektion an Lippen oder Mund entstehen, was einen Lippenherpes (Herpes labialis) verursacht. Lippenherpes ist besonders ansteckend, wenn die Bläschen sich öffnen. Sobald die Herpesbläschen ausgetrocknet und verkrustet sind, ist die Ansteckungsgefahr viel geringer.
Risikogruppen
Eine Infektion mit dem Herpesvirus verläuft schwerer bei Neugeborenen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Menschen mit ausgedehnten Ekzemen. Bei Säuglingen, die jünger als einen Monat sind, besteht nach dem Kontakt mit dem Herpesvirus die Gefahr einer Gehirnentzündung, die tödlich verlaufen kann. Die meisten Mütter hatten irgendwann in ihrem Leben eine Herpesinfektion. Sie geben dem Baby während der Schwangerschaft über das Blut schützende Antikörper mit.
Bei einem stark geschwächten Immunsystem, zum Beispiel durch Krankheit oder Chemotherapie, ist das Risiko größer, dass Lippenherpes häufiger auftritt und schwerer verläuft.
Bei ausgedehnten Hautentzündungen, wie sie bei Neurodermitis vorkommen, führt eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus sehr selten zu einer schweren Erkrankung. Die Virusbläschen greifen die ohnehin geschädigte Haut an und es kommt zu Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Das nennt man Ekzema herpeticatum und ist ein medizinischer Notfall. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einer Blutvergiftung oder Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute und kann tödlich enden.
Vorbeugung einer Infektion
Was Sie tun können, um eine Infektion mit dem Herpesvirus zu verhindern:

  • Berühren Sie nicht die Lippenbläschen;
  • Waschen Sie die Hände regelmäßig mit Wasser und Seife, besonders wenn sie die Bläschen versehentlich berührt haben. Trocknen Sie die Hände anschließend gut ab;
  • Reinigen Sie Tassen, Gläser und Besteck gründlich und lassen Sie sie nicht von anderen benutzen;
  • Teilen Sie auch keine Handtücher oder Zahnbürsten mit jemand anderem;
  • Verwenden Sie zum Auftragen von Salben oder Cremes auf die Herpesstelle ein Wattestäbchen;
  • Vermeiden Sie beim Auftragen und Entfernen von Kosmetika im Gesicht jeden Kontakt mit dem Herpes;
  • Verwenden Sie keinen Lippenstift, solange Sie Lippenherpes haben;
  • Verzichten Sie auf Küsse und Umarmungen;
  • Vermeiden Sie Oralsex, um Genitalherpes vorzubeugen;
  • Kratzen Sie nicht am Schorf, sondern warten Sie, bis er von selbst abfällt. Das verhindert Narbenbildung;
  • Bei der Babypflege: Waschen Sie die Hände mit Wasser und Seife, decken Sie den Lippenherpes mit einem Mundschutz oder einem Pflaster ab und küssen Sie das Baby nicht, bis die Bläschen eingetrocknet sind;
  • Waschen Sie vor dem Stillen gründlich die Hände mit Wasser und Seife und verwenden Sie ebenfalls ein Pflaster oder einen Mundschutz zum Abdecken;
Aminosäure Lysin wirkt antiviral
Lysin erfüllt viele Funktionen im Körper. Es befindet sich konzentriert im Muskelgewebe, unterstützt die Kalziumaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt, fördert die Bildung von Knochen und Kollagen. Lysin wird auch für die Verarbeitung von Proteinen und die Bildung bestimmter Enzyme, Hormone und Antikörper gebraucht.
Da Lysin eine antivirale Wirkung gegen das Herpes-simplex-Virus hat, wird die Aminosäure oft zur Vorbeugung und Behandlung von Lippenherpes (Herpes simplex) oder Gürtelrose (Herpes zoster) ergänzend eingesetzt. Bei Genitalherpes ist die Wirksamkeit weniger effektiv. Studien zeigen, dass während einer Virusinfektion eine wirksame Dosis 1.500 Milligramm Lysin täglich beträgt und eine halbe Stunde vor der Mahlzeit eingenommen werden sollte. Sind die Symptome verschwunden, genügt eine Dosis von 500 Milligramm täglich.
Solange Lysin eingenommen wird, sollte die Zufuhr von Arginin – zum Beispiel in Nüssen, Samen, Beeren, Schokolade – begrenzt sein, da Arginin die Vermehrung der Viren fördert. Vegetarier und Veganer haben oft einen Lysinmangel, weil vor allem tierische Produkte viel Lysin enthalten und in Getreideproteinen wenig vorkommt.
Zu den Symptomen eines Lysinmangels gehören nachlassende Konzentration, chronische Erschöpfung, Schwindel, Wachstumshemmung und ein geschwächtes Immunsystem. Weil Carnitin im Körper aus Lysin gebildet wird, entsteht bei einem Lysinmangel auch schnell ein Mangel an Carnitin.
Vitamin C und Bioflavonoide haben eine schützende Wirkung auf den Lysinspiegel im Körper. Eine Nahrungsergänzung mit einem Multivitaminpräparat, Vitamin C und Bioflavonoiden wird daher empfohlen.
Pflanzenfarbstoff Berberin
Berberin, ein gelber Pflanzenfarbstoff aus der Berberitze, hilft gut bei Lippenherpes. Berberin ist ein wichtiger bioaktiver Wirkstoff und in verschiedenen Arzneipflanzen wie Berberis aristata, Berberis vulgaris und Coptis chinensis zu finden, die seit Jahrtausenden weltweit eingesetzt werden. Berberin kann als Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden, meist in Form von Berberin (Hydro)Chlorid oder Berberinsulfat.
Seit der Jahrhundertwende hat das wissenschaftliche Interesse an Berberin stark zugenommen und die medizinischen Eigenschaften und Wirkmechanismen von Berberin wurden umfassend erforscht und dokumentiert. Berberin ist ein interessanter Phytonährstoffe zur Vorbeugung und/oder zusätzlichen Behandlung von (Magen-Darm)-Infektionen, Fettstoffwechselstörungen, Fettleibigkeit, metabolischem Syndrom, Diabetes, polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebererkrankungen, Leaky-Gut-Syndrom („leckender Darm“), Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmbakterien), Reizdarmsyndrom und entzündlichen Darmerkrankungen.
Berberin sollte nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit verwendet werden. Darüber hinaus kann Berberin das Cytochrom P450 (CYP 3A4 und CYP 2D6) hemmen. Das kann die Wirkung bestimmter Medikamente wie Blutgerinnungshemmer, Diabetesmedikamente, Schlafmittel sowie Arzneimittel, die das Immunsystem hemmen, beeinflussen. Chronische oder hoch dosierte Anwendung kann die Aufnahme von B-Vitaminen beeinträchtigen.

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