Sonntag, 8. Dezember 2019


Schmerzen sind bei Fibromyalgie oder Weichteilrheuma ein Hauptsymptom und sehr belastend im Alltag. Meditative Bewegung kann die Schmerzen lindern.

Es ist an der Zeit, besser über die Trainingsbetreuung nachzudenken, die Menschen mit Fibromyalgie angeboten wird“, sagt Chenchen Wang. Sie ist Professorin für Rheumatologie und leitet die Abteilung komplementäre und integrative Medizin des Tufts Medial Centers in Boston. Wang ist spezialisiert auf Tai-Chi und Bewegungstherapie.
Welche Bewegungen sind optimal?
Bei Fibromyalgie oder Weichteilrheuma ist die Standardbehandlung die Bewegungstherapie, mit und ohne Physiotherapeuten. Darüber hinaus werden manchmal Schlafmittel und/oder Antidepressiva verschrieben. Eine kürzlich durchgeführte systematische Überprüfung durch die norwegische Cochrane-Review-Gruppe zeigt jedoch, dass derzeit unklar ist, welche Bewegungstherapie optimal die Beschwerden bei Fibromyalgie lindert und welche Form von Bewegung täglich dauerhaft beibehalten werden kann.
Bewegungen an die Krankheit anpassen
Die chronischen Schmerzen bei Fibromyalgie sind alleine belastend genug und machen die Betroffenen rat- und mutlos. Wer täglich unter Schmerzen leidet, erschöpft ist und schlecht schläft, braucht in jedem Fall ein Behandlungsangebot, zu dem er sich trotz der Krankheit in der Lage fühlt. Und das ist nun gerade die Schwierigkeit, denn zu intensive Bewegungstherapie entmutigt, weil sie als zu schmerzhaft und belastend erfahren wird. Das Leitmotiv sollte sein, dass eine Form von sanfter, ruhiger Bewegung gefunden wird, die zu den Fähigkeiten und Wünschen des Patienten passt. Auf diese Weise kann die Beziehung zum eigenen Körper wiederhergestellt werden.
Sanfte Bewegung und Atemübungen
Verschiedene Mind-Body-Bewegungsformen wie Yoga, Qi Gong und Tai-Chi zeigen positive Auswirkungen auf die chronischen Schmerzen von Patienten mit Fibromyalgie. Dies sind Behandlungsmöglichkeiten, die einfach auszuführen sind und eine sanfte Bewegungsalternative darstellen. Für Tai-Chi wurde sogar festgestellt, dass es wirksamer als Standardbewegungen ist und von den Patienten auch als angenehmer empfunden wird. Auch Atemübungen können den Schmerz beeinflussen, sogar wenn die Patienten sie eine halbe Stunde täglich unbegleitet zu Hause ausführen.
Schmerzen und Entzündungen werden gehemmt
Die Schmerzlinderung durch diese sanften meditativen Bewegungsformen wird auf verschiedene Weise erreicht. Einerseits entsteht ein erhöhtes Körperbewusstsein, wodurch die eigenen Grenzen besser berücksichtigt werden. Zum anderen kommt es zur Entspannung und gleichzeitig einer Entzündungshemmung, unter anderem durch die Stimulation des Vagusnervs (Parasympathikus). Drittens verbessert sich der Zustand des Körpers und die Muskeln werden elastischer. Zudem scheint es so zu sein, dass meditative Bewegung die Schmerzwahrnehmung verändert, so dass die bei Fibromyalgie festgestellte gestörte Schmerzwahrnehmung verbessert wird.

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