Mittwoch, 17. Juni 2020


Häufiger Harndrang kann auf eine überaktive Blase hinweisen. Hier lesen Sie, woher das ständige „Müssen“ kommt und was man dagegen tun kann.

Manche Menschen müssen nur dreimal täglich zur Toilette für das „kleine Geschäft“, während andere beinahe jede Stunde das „stille Örtchen“ aufsuchen müssen. Gehören Sie zur letzten Gruppe? Dann sollten Sie wissen, dass es verschiedene Ursachen und mögliche Abhilfen gibt.

Anregende Getränke meiden

Eine der Ursachen für eine überaktive Blase sind anregende Getränke. Denken Sie dabei an koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee oder Cola. Auch Alkohol ist nicht der beste Freund Ihrer Blase. All diese Getränke reizen Ihre Blase, was dazu führt, dass sie ihren Inhalt schneller loswerden will, als eigentlich nötig.

Erlerntes Verhalten

Auch falsch erlerntes Urinierverhalten und eine falsche Sitzposition beim Wasserlassen können dazu führen, dass Ihre Blase Überstunden macht. Unter falsch erlerntem Urinierverhalten verstehen Urologen ein Verhalten, das dazu führt, dass die Blase nicht gewohnt ist, Urin aufzuhalten. Ein Kind bekommt oft von klein auf zu hören: „Wir gehen einkaufen, gehst du vorher noch mal schnell auf die Toilette?“ Frauen gehen oft auf die Toilette, bevor sie überhaupt den Drang verspüren, was Mediziner auch „präventives Wasserlassen“ nennen. Zum Beispiel in der Pause einer Kino- oder Theateraufführung oder kurz vor dem Nachhause gehen, wenn sie jemanden besucht haben.

Sitzhaltung beim Wasserlassen

Auch die Haltung beim Wasserlassen kann den Vorgang erschweren. Wasserlassen ist eindeutig eine Sache, die möglichst in Ruhe und entspannt stattfinden sollte, aber das bekommt bei weitem nicht jeder hin. Infolgedessen kann es vorkommen, dass die Blase nicht vollständig entleert wird und man kurz darauf wieder zur Toilette muss.

Trainieren Sie Ihre Blase

Sowohl bei falsch erlerntem Verhalten als auch bei falscher Sitzhaltung ist es wichtig, um bewusster mit dem Gefühl von Harndrang umzugehen. Versuchen Sie zum Beispiel, etwas länger zu warten, bevor Sie wirklich die Toilette aufsuchen. Auf diese Weise trainieren Sie Ihre Blase. Wenn Sie dann gehen, ist es wichtig, das mit der nötigen Aufmerksamkeit zu tun und sich Zeit zu nehmen. Wollen Sie mit einem Blasentraining beginnen? Dann ist es ratsam, dies mit Ihrem Hausarzt zu besprechen. Er kann Sie begleiten und Ihnen genau sagen, was Sie tun sollten und was besser nicht.

Beckenbodenmuskeln wichtig

Beckenbodenmuskeln sollen zwar trainiert werden, um die Funktion der Unterleibsorgane zu unterstützen, aber das ständige Anspannen der Beckenbodenmuskeln kann auch eine Ursache für eine überaktive Blase sein. Schließlich üben die Muskeln dann einen konstanten Druck aus. Im Gegensatz zu einer falschen Sitzhaltung ist eine dauernde Anspannung der Beckenbodenmuskulatur schwieriger als Grund für Blasenprobleme zu erkennen. Das liegt daran, dass viele Menschen nicht einmal merken, dass sie diese Muskeln anspannen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass dies die Ursache für Ihre überaktive Blase ist, können Sie einen speziellen Becken-Physiotherapeuten zurate ziehen. Diese Fachleute für Beckenbodenmuskulatur wissen genau, wie man die Muskeln in diesem Bereich des Körpers am besten entspannt.

Medikamente und Lebensalter

Neben anregenden Getränken, einer falschen Sitzhaltung beim Wasserlassen, das Anspannen der Muskeln und falsch erlerntem Verhalten können auch Medikamente und Lebensalter Gründe für eine überaktive Blase sein. So wirken zum Beispiel harntreibende Medikamente zur Entwässerung und Blutdrucksenkung oder Medikamente gegen Depressionen oder Psychosen auch auf die Blase. In diesem Fall müssen Sie ausprobieren, ob ein Blasentraining Linderung bringt.

Das Fassungsvermögen der Blase nimmt ab

Zum Älterwerden gehören leider auch häufig Harnwegsprobleme wie eine überaktive Blase. Senioren leiden häufig darunter, weil das Fassungsvermögen der Blase mit dem Alter abnimmt. Darüber hinaus führt das Alter bei Männern dazu, dass die Prostata sich vergrößert und auf die Harnröhre drückt. Infolgedessen ist der Harnstrahl weniger kräftig und das Risiko größer, dass Resturin in der Blase bleibt. Wie bereits erwähnt, muss man dann wieder schneller zur Toilette, als wenn die Blase vollständig geleert ist. Frauen haben natürlich keine Prostata, aber älter werdende Frauen merken ebenfalls, dass der Blaseninhalt abnimmt, so dass auch sie öfter Wasserlassen müssen.

Harndrang in der Nacht

Senioren müssen aufgrund des abnehmenden Fassungsvermögens der Blase auch nachts häufiger Wasserlassen, was natürlich sehr lästig ist. Natürlich ist das Älterwerden ein unaufhaltsamer Prozess, aber man kann den Körper ein wenig unterstützen. Meiden Sie zum Beispiel öfter Getränke, die die Blase reizen, und beginnen Sie mit einem Blasentraining. Wie bereits erwähnt, kann Ihr Hausarzt Sie diesbezüglich beraten und Ihnen Fachtherapeuten empfehlen.

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