Freitag, 14. Januar 2022

Alpha-Liponsäure schützt die Nerven und reguliert den Blutzucker



Alpha-Liponsäure ist ein außergewöhnliches, vielseitiges und starkes Antioxidans. Es wird angenommen, dass diese Fettsäure eine wichtige Rolle bei verschiedenen Krankheiten, einschließlich Virusinfektionen, spielt.

Was ist Alpha-Liponsäure?

Alpha-Liponsäure ist eine schwefelhaltige Fettsäure, die in den Mitochondrien jeder Zelle vorkommt. Mitochondrien sind die „Energiefabriken“ jeder Zelle, die Glukose in Energie umwandeln. Die Alpha-Liponsäure ist daher für die Energieversorgung der Zellen unerlässlich. Die körpereigene Substanz hat besondere Eigenschaften und wirkt als Super-Antioxidans mit breitem Wirkspektrum.

Das Antioxidans überwindet leicht die Blut-Hirn-Schranke und ist sowohl wasser- als auch fettlöslich. Es schützt das Nervensystem gegen degenerative Erkrankungen. Alpha-Liponsäure beugt Typ-1- und Typ-2-Diabetes vor und reguliert erfolgreich den Blutzuckerspiegel.

Wie wird Alpha-Liponsäure aufgenommen?

Alpha-Liponsäure ist nur in geringen Mengen in der Nahrung enthalten. Fleisch und Innereien wie Leber, Herz und Nieren sind die Hauptlieferanten. Der Körper kann Alpha-Liponsäure selbst herstellen; R-Alpha-Liponsäure ist die natürliche, körpereigene Form.

Die synthetische Form ist die S-Alpha-Liponsäure und billigere Nahrungsergänzungsmittel enthalten meist diese synthetische Form oder eine Kombination. R-Alpha-Liponsäure hat gesundheitsfördernde Wirkungen; S-Alpha-Liponsäure hat wahrscheinlich keine Funktion und ist eher eine Belastung für den Körper. Die Alpha-Liponsäure aus der Nahrung und in ihrer natürlichen R-Form als Nahrungsergänzung wird vom Magen-Darm-Trakt hervorragend aufgenommen und verteilt sich schnell im Körper.

Das Super-Antioxidans

Alpha-Liponsäure ist ein besonderes, vielseitiges und starkes Antioxidans. Es durchdringt intra- und extrazelluläre wasser- und fettlösliche Strukturen wie Zellmembrane, Blutserum und Lipoproteine. Es lässt sich leicht in Dihydroliponsäure umwandeln, ein noch stärkerer Radikalfänger und Antioxidans. Alpha-Liponsäure und Dihydroliponsäure machen verschiedene Arten von freien Radikalen unschädlich und binden Schwermetalle wie Kadmium, Eisen, Kupfer und Quecksilber.

Alpha-Liponsäure und Dihydroliponsäure bringen bereits oxidierte Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Glutathion und Coenzym Q10 wieder in ihre aktive und ursprüngliche Form. Aus diesem Grund wird die Alpha-Liponsäure als das „Antioxidans der Antioxidantien“ bezeichnet.

All dies zusammengenommen sorgt dafür, dass eine Nahrungsergänzung oder Supplementierung mit Alpha-Liponsäure die gesamte antioxidative Kapazität des Körpers deutlich erhöht.

Alpha-Liponsäure und oxidativer Stress

Durch verschiedene Faktoren wie Giftstoffe, Bakterien, Viren und ein Mangel an Mikronährstoffen können die Zellen in biochemischen Stress geraten. Eine Zelle kann darauf auf verschiedene Weise reagieren, unter anderem mit der Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und reaktiven Stickstoffspezies (RNS). Sie sind die wichtigsten Vertreter des prooxidativen Systems. ROS setzen sich aus Superoxiden und Peroxiden zusammen und zeichnen sich durch starke mikrobizide Eigenschaften aus, was bedeutet, dass sie Mikroorganismen abtöten können.

Dieses System spielt auch eine Rolle bei Virusinfektionen und wie das Immunsystem darauf reagiert, beispielsweise mit der Produktion von Entzündungsbotenstoffen wie Zytokine. Studien deuten darauf hin, dass eine übermäßige Produktion von ROS mit praktisch allen Virusinfektionen der Atemwege einhergeht, Die übermäßige Produktion von ROS, die mit einer unzureichenden oder fehlerhaften antioxidativen Reaktion einhergeht, kann bei schwereren Formen von Virusinfektionen zur Sterblichkeit beitragen. Überschüssige ROS erhöhen die Bildung von Zytokinen und verstärken Entzündungen. Die Alpha-Liponsäure kann diese Auswirkungen hemmen.

Alpha-Liponsäure und Virusinfektionen

Es wird angenommen, dass oxidativer Stress, der aus einem Ungleichgewicht zwischen reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und schützenden Antioxidantien resultiert, bei verschiedenen Krankheiten, einschließlich Virusinfektionen, eine wichtige Rolle spielt.

Die Grippeerreger Influenzaviren sind RNA-Viren, die zur Familie der Orthomyxoviridae gehören. Während einer Influenza-Infektion lässt sich ein deutlicher Anstieg der Oxidationsprodukte in Blut, Urin und Lunge nachweisen. Erhöhte Konzentrationen von Oxidationsprodukten können noch mehr als drei Monate nach einer Grippeinfektion beobachtet werden.

Erhöhte Werte von ROS, Stickstoffmonoxid-Synthase 2 (iNOS) und Nitrotyrosin wurden auch im Lungengewebe von Patienten gefunden, die an einer Influenza-Infektion gestorben waren.

In einer Studie hemmte Alpha-Liponsäure die Vermehrung des Influenzavirus. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass Alpha-Liponsäure ein mögliches Grippemittel sein könnte, das weitere Untersuchungen verdient.

Alpha-Liponsäure und SARS-CoV-2

Coronaviren sind eine Familie von einzelsträngigen, umhüllten Positiv-RNA-Viren. Der Schweregrad von COVID-19 scheint von der massiven Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine abzuhängen. Diese Entzündungsstoffe erzeugen den bekannten „Zytokinsturm“. Eine Reaktion, die eine sich selbst erhaltende Entzündungsreaktion hervorruft. Sowohl bei der Influenza als auch bei SARS-CoV-2 können neben den Atemwegen auch andere Organe betroffen sein, wie das Herz, die Nieren und das zentrale Nervensystem.

Zu den Folgen einer Virusinfektion des Lungengewebes gehören die Beeinträchtigung und Zerstörung der feinsten Blutgefäße (Kapillargefäße) sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Lungenschleimhaut. Diese Auswirkungen sind zum Teil auf den entzündungsfördernden Zytokinsturm zurückzuführen.

Mehrere Studien deuten auf eine mögliche positive Wirkung von Alpha-Liponsäure bei SARS-CoV-2-Infektionen hin. Durch die Verringerung der ROS-Konzentration kann Alpha-Liponsäure auch eine entzündungshemmende Wirkung haben und die Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine reduzieren.

Die Alpha-Liponsäure scheint eine weitere nützliche Eigenschaft zu haben: Sie erhöht die zelluläre Aufnahme von Cystein und N-Acetylcystein (NAC) und regt dadurch die Bildung des ebenfalls starken Antioxidans Glutathion an.

COVID-19 ist auch durch eine Störung in den Mitochondrien gekennzeichnet. Es ist wahrscheinlich, dass Alpha-Liponsäure den oxidativen Schaden in den Mitochondrien verringern kann.

Alpha-Liponsäure: das Breitspektrum-Antioxidans

Die Wirkungen von Alpha-Liponsäure haben sich selbst bewiesen. Teilweise wird sie als registriertes Arzneimittel bei Diabetes und Neuropathie angewendet und von Krankenkassen erstattet.

 

Alpha-Liponsäure wird häufig eingesetzt bei folgenden Erkrankungen:

· Diabetes Typ 1 und 2

· Folgeerkrankungen bei Diabetes wie Nerven- und Augenschäden (diabetische Neuropathie, diabetische Retinopathie)

· Insulinresistenz, metabolisches Syndrom

· Lebererkrankungen

· Augenkrankheiten (Grauer (Katarakt) und grüner (Glaukom) Star, Netzhautschäden)

· Burning Mouth Syndrom (BMS) oder Zungenbrennen

· Bell-Lähmung (Gesichtslähmung)

· Schutz gegen Strahlung

· Wunden

· Karpaltunnelsyndrom

· Arteriosklerose der Beine (Schaufensterkrankheit)

· Neurodegenerative Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson)

· Schwermetallbelastung (Kadmium, Quecksilber, Kupfer, Eisen)

· Erhöhter oxidativer Stress

· Alterungsprozesse

Wechselwirkungen Alpha-Liponsäure

 

1. Alpha-Liponsäure kann die Wirkung von blutzuckersenkenden Medikamenten verstärken.

2. Alpha-Liponsäure kann den Spiegel der Schilddrüsenhormone beeinflussen.

3. Alpha-Liponsäure wirkt den schädigenden Auswirkungen des Krebsmedikamentes Adriamycin bzw. Doxorubicin entgegen.

4. Alpha-Liponsäure kann die Wirkung gewichtsreduzierender Medikamente verstärken.

5. Die Nahrungsergänzung mit Alpha-Liponsäure ist ungünstig bei einem Vitamin-B1-Mangel; ein Vitamin-B1-Mangel sollte vor der Anwendung von Alpha-Liponsäure ausgeglichen werden.

Ist die Anwendung von Alpha-Liponsäure sicher?

Es wurden in Studien keine unerwünschten Nebenwirkungen für Alpha-Liponsäure registriert. Hohe Dosierungen bis 2400 Milligramm wurden in klinischen Studien ohne nennenswerte Nebenwirkungen angewendet bzw. nur Nebenwirkungen, die auch in der Placebo-Kontrollgruppe auftraten. Sehr selten wurden Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Schwindel wahrgenommen. Für die sichere Anwendung in der Schwangerschaft gibt es bislang aber noch keine ausreichenden Studien und wird daher nicht empfohlen.

Dosierung von Alpha-Liponsäure

Die empfohlene Dosierung liegt bei 600 bis 1800 Milligramm täglich. Das ist abhängig von der S- oder R-Form; die natürliche R-Alpha-Liponsäure ist wahrscheinlich in niedrigeren Dosierungen wirksam.

Von Menschen ohne ernste Gesundheitsprobleme können etwa 100 bis 200 Milligramm täglich eingenommen werden. Man geht davon aus, dass der Körper Alpha-Liponsäure besser aufnimmt, wenn sie unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen wird, das heißt 30 Minuten vor oder zwei Stunden nach dem Essen.

Vitamin E und Alpha-Liponsäure verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung bei oxidativem Stress, so dass es sich lohnt, sie zu kombinieren. Diese Kombination hat allerdings eine blutverdünnende Wirkung und muss bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmern berücksichtigt werden. Besprechen Sie generell die Einnahme von Alpha-Liponsäure am besten vorher mit einem Arzt, Apotheker oder Therapeuten.

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