Samstag, 8. Januar 2022

Tai-Chi zur Behandlung von Knie-Arthrose und Fibromyalgie



Die meditative Kampfkunst Tai-Chi ist eine wenig belastende Methode zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und ähnlich wirksam wie Physiotherapie.

 

Forschungen am Tufts Medical Center im amerikanischen Boston bestätigen frühere Studien, wonach Tai-Chi bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen ebenso wirksam ist wie Physiotherapie. Den Studienautoren zufolge sollte Tai-Chi sogar als verantwortungsbewusste therapeutische Wahl bei der Behandlung von Kniearthrose angesehen werden, da es in Bezug auf Schmerzlinderung und verbesserte Beweglichkeit fast die gleiche Wirkung wie Physiotherapie hat.

Tai-Chi lindert rheumatische Erkrankungen

An der Studie nahmen 204 Personen im Durchschnittsalter von 60 Jahren teil, die an Kniearthrose litten. Die Hälfte von ihnen nahm 12 Wochen lang zweimal pro Woche an einer Tai-Chi-Sitzung teil. Die andere Hälfte erhielt sechs Wochen lang zweimal wöchentlich Physiotherapie, gefolgt von sechs Wochen Übungen zu Hause. Zu Beginn der Studie wurde bei allen Teilnehmern der sogenannte WOMAC-Score ermittelt. Dieser Wert wird auf der Grundlage von Schmerzen, Steifheit und körperlicher Funktion bestimmt. Nach 12 Wochen hatte sich der WOMAC-Wert in der Tai-Chi-Gruppe um 167 Punkte verbessert. In der Gruppe der Physiotherapie-Gruppe waren es 143 Punkte. Zu Beginn der Studie lag der WOMAC-Wert in beiden Gruppen bei etwa 250 Punkten (auf einer Skala von 0 bis 500). Auch war in beiden Gruppen noch nach einem Jahr eine Verbesserung der Lebensqualität, des Medikamentenverbrauchs und der Stimmung festzustellen. Die Patienten, die Tai-Chi praktizierten, schnitten sogar deutlich besser ab: In dieser Gruppe waren deutlich weniger Patienten depressiv und fühlten sich körperlich besser, was offensichtlich ihre Lebensqualität erhöhte.

Die geistigen und körperlichen Auswirkungen von Tai-Chi

Tai-Chi ist eine alte chinesische Disziplin, die ursprünglich zur Selbstverteidigung eingesetzt wurde. Tai-Chi besteht aus einer Reihe von langsamen, anmutigen und wenig belastenden Bewegungen, die von einer tiefen Atmung begleitet werden, die Körper und Geist entspannt.

Tai-Chi integriert physische, psychosoziale und verhaltensbezogene Elemente und ist besonders geeignet, um sowohl seelische als auch körperliche Symptome im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen zu behandeln. Tai-Chi scheint das seelische Wohlbefinden zu verbessern, Stress, Angst, Depressionen sowie Stimmungsschwankungen zu verringern und das Selbstwertgefühl zu steigern. Die Wissenschaftler untersuchten auch die Auswirkungen von Tai-Chi auf Fibromyalgie, und die Ergebnisse sind eindeutig: Je länger man übt, desto größer ist der Nutzen. Lesen Sie dazu auch diesen Artikel: „Tai-Chi lindert Beschwerden bei Fibromyalgie“.

Wer mit Tai-Chi beginnen möchte, sollte sich professionell begleiten lassen. Tai-Chi wird nicht alle Probleme lösen, aber wenn man dieser Studie glauben darf, kann man davon ausgehen, dass die Übungen tatsächlich eine deutliche Linderung verschaffen.

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