Sonntag, 30. Januar 2022

Postbiotika sorgen für eine gesunde Darmflora



Nicht nur Probiotika fördern eine gesunde Darmflora, sondern auch Postbiotika. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Prä-, Pro-, Post- und Synbiotika?

 

Wissenschaftler beschreiben Postbiotika als Stoffe, die von Mikroorganismen während des Fermentationsprozesses produziert werden. Die Einnahme von Postbiotika aus fermentierter Nahrung kann dafür sorgen, dass das Darmmilieu saurer wird, was günstig für das Wachstum der guten Darmbakterien ist.

 

Die Begriffe Prä- und Probiotika sind auf den Etiketten vieler Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel zu finden. Viele Menschen, die auf ihre Gesundheit achten, kennen inzwischen diese Begriffe und Substanzen, die einen wichtigen Beitrag liefern für ein gesundes Darmmikrobiom zur Unterstützung des Immunsystems. Viel weniger bekannt sind Postbiotika, ein relativ neuer Begriff auf dem Gebiet der “-biotika“, die aber in den letzten fünf Jahren immer häufiger wissenschaftlich erforscht wurden.

Der Unterschied zwischen Pro-, Prä- und Synbiotika

Probiotika sind lebende Bakterien, die durch Nahrungsergänzungsmittel oder probiotische Lebensmittel in die Ernährung aufgenommen werden können. Präbiotika liefern den Bakterien die Nahrung, die sie benötigen, um einen Fermentationsprozess in Gang zu setzen. Bei diesem Fermentationsprozess entstehen nützliche Stoffwechselprodukte, die die Grundlage für eine gesunde Darmflora bilden. Präbiotika bilden auch den Nährboden für Probiotika im Darm. Sie arbeiten zusammen und verstärken sich gegenseitig. Synbiotika ist eine Kombination von Prä- und Probiotika in einem einzigen Nahrungsergänzungsmittel.

Was sind Postbiotika und welche Arten gibt es?

Postbiotika sind Verbindungen, die als Endprodukt guter Bakterien bei der Fermentierung präbiotischer Ballaststoffe entstehen.

 

Es gibt verschiedene Arten von Postbiotika wie zum Beispiel:

 

· Kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, Propionat und Acetat;

· Lipopolysaccharide;

· Exopolysaccharide;

· Enzyme;

· Zellwandfragmente;

· Bakterienlysate, eine Mischung aus abgetöteten, aufgelösten Darmbakterien;

· Zellfreie Supernatanten, eine Mischung von Verbindungen, die von Bakterien und Hefen produziert werden;

· Verschiedene andere Stoffwechselprodukte wie Vitamine und Aminosäuren.

Gesundheitliche Auswirkungen von Postbiotika

Die Einnahme von Postbiotika hat verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit:

 

· Postbiotika senken den Blutzuckerspiegel.
In Studien wurde angedeutet, dass
Muramyldipeptide (postbiotische bakterielle Komponenten) die Glukose-Intoleranz verbessern, indem sie die Insulinempfindlichkeit erhöhen. Dadurch kann das Risiko für Fettleibigkeit (Adipositas) gesenkt werden.

· Postbiotika unterstützen das Immunsystem.
Postbiotika enthalten verschiedene Eigenschaften, die das Immunsystem unterstützen, wie zum Beispiel die kurzkettige Fettsäure Butyrat. Das stimuliert die Produktion von T-Zellen im Darm, die gebraucht werden, um die Immunreaktion zu regulieren. Auch Zellwandfragmente und zellfreie Supernatanten erhöhen die Produktion von Zytokinen. Diese entzündungshemmenden Botenstoffe erzeugen eine Immunreaktion. Diese Wirkung zeigte sich 2010 in einer Studie mit 80 gesunden Erwachsenen, die jeden Tag eine Art von Postbiotika erhielten. Das Ergebnis war ein geringeres Risiko für Atemwegsinfektionen und eine bessere Produktion von Antikörpern, die schädliche Gifte und Bakterien bekämpfen.

· Postbiotika unterstützen die Anwendung von Probiotika.
Es ist bewiesen, dass Pro- und
Postbiotika für eine Gesundheitswirkung zusammenarbeiten. Sie regulieren die Reaktion des Immunsystems.

· Postbiotika wirken effektiv bei Durchfall.
Eine
Übersichtsstudie aus 2020 über die Vorbeugung und Behandlung von häufig auftretenden Infektionskrankheiten bei Kindern unter fünf Jahren hat gezeigt, dass die Anwendung von Postbiotika die Dauer des Durchfalls erheblich verkürzte. Sie waren wirksamer als das Placebo. Das war auch der Fall bei der Vorbeugung von Rachenentzündung (Pharyngitis) und Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Weitere Forschungen sind nötig, um die Auswirkungen der verschiedenen Postbiotika zu bestimmen.

· Postbiotika haben antimikrobielle Eigenschaften.
Sowohl Pro- als auch
Postbiotika fördern das Wachstum guter Darmbakterien. Das sorgt für einen antimikrobiellen Effekt, weil die Kombination von Pro- und Postbiotika schädliche Bakterien bekämpft. Sie schützen den Körper vor Infektionen.

· Postbiotika lindern Ekzeme.
Eine randomisierte, placebokontrollierte
Doppelblindstudie bei 34 Erwachsenen mit atopischer Dermatitis hat gezeigt, dass die Einnahme von Postbiotika für 12 Wochen die Beschwerden des Hautekzems erheblich linderte im Vergleich zur Placebogruppe.

· Postbiotika reduzieren den Appetit.
Mehrere
Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen einer Reduzierung des Appetits und Postbiotika mit kurzkettigen Fettsäuren. Sie können einen Gewichtsverlust unterstützen, indem sie die Hungersignale unterdrücken.

Wie kann man Postbiotika in die Ernährung einbinden?

Leider sind postbiotische Nahrungsergänzungsmittel immer noch sehr schwer zu bekommen. Die gute Nachricht ist, dass Sie Postbiotika auch über die Ernährung aufnehmen können, indem Sie Lebensmittel und Getränke verwenden, die wichtige Quellen für Prä- und Probiotika sind. Für Präbiotika sind das zum Beispiel Gemüse, Obst, Getreideprodukte und so weiter, und bei Probiotika sind das zum Beispiel Milch- und Wasserkefir, Kombucha, Kimchi, Sauerkraut, Miso, Joghurt und Ähnliches.

Sind Postbiotika für jeden geeignet?

Postbiotische Nahrungsergänzungsmittel enthalten keine lebenden Kulturen und sind daher stabiler als Probiotika. Es ist jedoch wichtig, auf mögliche Nebenwirkungen zu achten. Zu Beginn können Postbiotika Unwohlsein im Darm verursachen, wie Blähbauch, Blähungen und Magenprobleme, die aber meist verschwinden, wenn der Körper daran gewöhnt ist. Bleiben die Probleme nach einer Gewöhnungsphase bestehen, stimmt etwas nicht im Darm und es ist wichtig, weitere Untersuchungen durchzuführen.

 

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