Samstag, 19. Februar 2022

Viele Herzinfarkte verlaufen stumm



Viele Herzinfarkte äußern sich nicht durch die typischen Symptome wie Schmerzen, Atemnot und Schweißausbrüchen. Sie verlaufen beinahe ohne Beschwerden. Solche stillen Herzinfarkte werden oft nur durch Zufall entdeckt.

 

Menschen wissen oft erst Wochen oder Monate später, dass sie einen stillen oder stummen Herzinfarkt erlitten haben, wenn ein Arzt Herzschäden feststellt. Das Fehlen von Anzeichen oder Symptomen, die normalerweise mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht werden, kann es schwierig machen, einen stillen Herzinfarkt zu erkennen. Dennoch verursacht er Schäden wie jeder andere Herzinfarkt.

Was ist ein stiller Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt wird als „stumm“ oder „still“ bezeichnet, wenn er keine oder nur leichte Symptome aufweist oder Symptome, die man nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung bringt. Ein Herzinfarkt, auch bekannt als Myokardinfarkt, bedeutet, dass das Herz nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, was zu Schäden führt. In der Regel wird ein Herzinfarkt durch ein Blutgerinnsel verursacht, das den Blutfluss in einer der Herzkranzarterien (Koronararterien) behindert. Seltener kann auch ein Krampf in einer Herzkranzarterie den Blutfluss unterbrechen.

Herzinfarkte können sowohl im Schlaf als auch im Wachzustand auftreten, wenn:

· Sie gerade etwas körperlich oder seelisch sehr Belastendes erlebt haben.

· Sie schnell körperlich aktiv werden.

· Sie draußen in der Kälte körperlich aktiv sind.

Wer ist betroffen?

Stille Herzinfarkte treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern.

Wie häufig ist ein stiller Herzinfarkt?

Man schätzt, dass 50 bis 80 Prozent aller Herzinfarkte stumm verlaufen.

Wie wirkt sich ein stiller Herzinfarkt auf den Körper aus?

Ein stiller Herzinfarkt kann das Herz genauso schädigen wie ein offensichtlicher Herzinfarkt, bei dem ein Teil des Herzens nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Wenn Sie jedoch nicht wissen, dass Sie einen Herzinfarkt erleiden, erhalten Sie möglicherweise nicht die medizinische Hilfe, die Sie benötigen, um den Schaden zu begrenzen. Ein stiller Herzinfarkt geht außerdem mit einem höheren Risiko für eine Herzschwäche einher.

Was sind die Symptome eines stillen Herzinfarktes?

Menschen mit einem stillen Herzinfarkt haben Symptome, die normalerweise nicht mir einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht werden, leichte Symptome oder gar keine Symptome. Sie merken vielleicht überhaupt nicht, dass sie einen Herzinfarkt hatten.

Bei einem stillen Herzinfarkt können sich die Symptome so anfühlen:

· wie bei einer Grippe.

· wie ein Muskelkater in der Brust oder im oberen Rücken.

· wie ein Schmerz im Kiefer, in den Armen oder im oberen Rücken.

· Sie sind sehr müde.

· Sie haben Verdauungsstörungen.

 

Zu den Symptomen eines herkömmlichen Herzinfarktes gehören:

· Schmerzen in der Brust, die länger als ein paar Minuten andauern.

· Kurzatmigkeit.

· Unwohlsein im Oberkörper.

· Schwindelgefühle.

· Kalte Schweißausbrüche.

· Übelkeit und Erbrechen.

· Müdigkeit, die einige Tage lang anhalten kann, ohne dass es dafür eine Erklärung gibt.

Wie erkenne ich, ob ich einen Herzinfarkt oder eine Angina pectoris habe?

Menschen mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße, medizinisch koronare Herzerkrankung (KHK), können Schmerzen in der Brust bekommen, wenn sie sich bewegen. Diese Schmerzen hören nach ein paar Minuten Ruhe auf. Sie könnten einen Herzinfarkt haben, wenn die Schmerzen in der Brust nicht verschwinden.

Was sind die Risikofaktoren für einen stillen Herzinfarkt?

Andere gesundheitliche Probleme können das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen. Dazu gehören:

· Übergewicht.

· nicht regelmäßig Sport treiben.

· hoher Blutdruck.

· hoher Cholesterinspiegel.

· ungesunde Ernährung mit viel Cholesterin, Salz und ungesunden Fetten.

· hoher Blutzuckerspiegel.

· viel Stress.

· Rauchen.

 

Manche Dinge erhöhen das Risiko eines Herzinfarktes ohne, dass man sie ändern kann. Dazu gehören:

· Herzerkrankungen in der Familie.

· Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie).

· bei Männern ein Alter über 45 Jahre.

· Frauen nach der Menopause oder älter als 55 Jahre.

· eine COVID-19-Infektion.

Was verursacht einen stillen Herzinfarkt?

In den Herzkranzgefäßen lagert sich cholesterinhaltiger Plaque ab. Wenn sich ein Blutgerinnsel auf diesen Ablagerungen bildet, verhindert dies, dass sauerstoffreiches Blut zum Herzmuskel gelangt.

Wie wird ein stiller Herzinfarkt diagnostiziert?

Ein Arzt kann das anhand folgender Symptome feststellen:

· schneller oder unregelmäßiger Puls.

· ungewöhnliche Geräusche in der Lunge.

Welche Tests können helfen, einen stillen Herzinfarkt festzustellen?

Oft wird ein stummer Herzinfarkt erst Wochen oder Monate später diagnostiziert durch:

· eine körperliche Untersuchung.

· eine Blutuntersuchung.

· ein Elektrokardiogramm (EKG).

· eine Koronarangiographie, eine Katheteruntersuchung der Herzkranzgefäße.

· eine Computertomographie (CT).

· eine Magnetresonanztomographie (MRT).

· eine Belastungsuntersuchung.

· ein nuklearer Stresstest.

· ein Echokardiogramm, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens.

Wie wird ein stiller Herzinfarkt behandelt?

Leider merken viele Menschen nicht einmal, dass sie einen stillen Herzinfarkt erleiden, weil sie keine offensichtlichen Symptome haben. Ein Herzinfarkt jeglicher Art ist jedoch ein absoluter Notfall. Sie sollten sofort den Notruf 112 anrufen, auch wenn Sie nicht sicher wissen, ob Sie einen Herzinfarkt haben.

Der Mitarbeiter in der Notrufstelle kann Ihnen sagen, ob Sie ein Aspirin einnehmen sollten. Die Rettungssanitäter können Ihnen im Rettungswagen bereits notwendige Medikamente verabreichen.

Im Krankenhaus werden die Ärzte:

· das Herz überwachen.

· Ihnen Medikamente gegen Schmerzen und zur Auflösung oder Vorbeugung von Blutgerinnseln geben.

So bald wie möglich wird Ihr Arzt eine Herzkatheteruntersuchung durchführen, um ein Blutgefäß zu öffnen, das verengt oder verschlossen ist. Eine Gefäßstütze, ein sogenannter Stent, kann in das Blutgefäß eingesetzt werden, um es offen zu halten. In manchen Fällen ist eine Bypass-Operation an den Herzkranzgefäßen erforderlich, um einen Weg für den Blutfluss um den verschlossenen Bereich herum zu schaffen.

Wie muss ich mich nach einem stillen Herzinfarkt selbst versorgen?

Die im Krankenhaus verordneten Medikamente müssen zu Hause weiter eingenommen werden. Einige dieser Medikamente können für den Rest Ihres Lebens notwendig sein.

Zu den Medikamenten können gehören:

· Betablocker.

· Blutgerinnungshemmer.

· Fischöl, da die enthaltenen Omega-3-Fette das Cholesterin senken und das Blut fließfähig halten.

· Statine zu Senkung des Cholesterinspiegels.

· ACE-Hemmer, die die Herzfunktion stärken und regulieren.

 

Nach einem Herzinfarkt können Sie sich müde, traurig oder ängstlich fühlen. Ihre Gefühle sollten sich innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder normalisieren. Manche Menschen finden es hilfreich, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, in der sie sich mit anderen austauschen können, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben.

Wie kann ich mein Risiko für einen stillen Herzinfarkt senken?

Die Einnahme von Aspirin kann einem Herzinfarkt vorbeugen, aber sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie mit der Einnahme beginnen. Andere Dinge, die Sie zur Vorbeugung eines Herzinfarktes tun können, sind:

· ausreichend Bewegung und Sport.

· Hören Sie mit dem Rauchen auf.

· Ernähren Sie sich gesund und vielseitig.

· Vermeiden Sie übermäßigen Stress.

· Achten Sie auf ein normales Körpergewicht.

· Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben, die Ihr Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen, kann die Behandlung dieser Probleme, einen Herzinfarkt verhindern.

 

Zu diesen medizinischen Problemen gehören:

· Hoher Blutdruck.

· Hohes Cholesterin.

· Diabetes.

· Arterienverkalkung (Arteriosklerose).

Leider ist es möglich, einen weiteren Herzinfarkt zu erleiden, wenn man bereits einen hatte. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Medikamente weiter einnehmen und die Anweisungen Ihres Arztes befolgen. Auch eine Rehabilitation, die eine Kombination aus Schulung und Bewegung ist, kann hilfreich sein.

Wie sind die Aussichten nach einem stillen Herzinfarkt?

Die Erfahrungen der Betroffenen sind etwas unterschiedlich, je nachdem, wie stark der Herzinfarkt das Herz geschädigt hat. Die meisten Menschen können nach und nach wieder ihren normalen Tätigkeiten nachgehen und ein aktives Leben führen.

Bei einigen Menschen kann es zu Herzrhythmusstörungen oder Herzversagen kommen, was sehr ernst sein kann. Menschen, die zu lange mit der Behandlung eines Herzinfarktes warten, laufen Gefahr, dass ihr Herz schwer geschädigt wird und sie möglicherweise nicht überleben, wenn sie nicht schnell genug Hilfe bekommen. Eine Studie aus 2021 berichtet, dass nach einem stillen Herzinfarkt das Risiko für einen Schlaganfall im weiteren Leben ansteigt.

Was muss ich langfristig nach einem Herzinfarkt beachten?

Nach einem Herzinfarkt müssen sie vielleicht einige Veränderungen in Ihrem Leben vornehmen, wie zum Beispiel:

· Sich herzgesund ernähren, zum Beispiel mit einer mediterranen Ernährung.

· Aktiv sein.

· Nicht rauchen.

· Stress abbauen, Entspannungstechniken erlernen.

· Abnehmen und auf ein normales Gewicht achten.

· Verordnete Medikamente regelmäßig einnehmen.

· Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen.

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