Dienstag, 1. März 2022

Safran wirkt gegen Depressionen


Wussten Sie, dass Safran, das teuerste Gewürz der Welt, ein natürliches Antidepressivum ist, das sich als ebenso wirksam wie Medikamente wie Zoloft und Prozac erwiesen hat, aber viel sicherer ist?

 

Safran (Crocus sativus) ist so teuer, weil der fadenförmige Teil der Blüte, der zum Kochen verwendet wird, von Hand gepflückt und von der Blüte getrennt werden muss. Um ein Kilo Safran zu gewinnen, sind etwa 200.000 Krokusblüten erforderlich. Der Preis für ein Gramm Safran liegt bei fünf bis sieben Euro. Safran in höchster Qualität kostet pro Gramm 30 Euro und mehr. Safran, dessen Ursprung in Griechenland vermutet wird, wurde in der Vergangenheit verwendet, um die Stimmung zu heben, die Libido und die sexuelle Funktion zu steigern und das Gedächtnis zu verbessern. Diese und weitere Wirkungen werden durch die moderne klinische Wissenschaft unterstützt.

Safran wirkt ähnlich wie Antidepressiva

Safran wurde seit 2001 als Mittel gegen Depressionen erforscht. Präklinische und Pilotstudien zeigten schnell eine Wirkung, die der von herkömmlichen Antidepressiva wie Zoloft, Prozac und Tofranil gleichkam. Dies führte zu insgesamt 21 doppelblinden, kontrollierten klinischen Studien, in denen Safran entweder mit einem Placebo oder mit einem herkömmlichen Antidepressivum verglichen wurde. In einer ausführlichen Überprüfung dieser Studien kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Safran als Alternative zu synthetischen Antidepressiva bei der Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen in Betracht gezogen werden könnte.

Safran erhöht Serotonin, Dopamin und hemmt Entzündungen

Die meisten Studien wurden mit Safranextrakten durchgeführt, die auf die Verbindung Safranal (2%) standardisiert wurden, aber auch andere wichtige sekundäre Pflanzenstoffe wie Crocin, Crocetin und Safranal enthalten. Die antidepressiven Wirkungen von Safran sind auf mehrere Wirkorte zurückzuführen. So erhöht Safran beispielsweise den Gehalt an wichtigen stimmungsaufhellenden Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin im Gehirn. Safran ändert auch die Stressreaktion und reguliert die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA), um die Auswirkungen des Stresshormons Cortisol zu senken. Schließlich zeigt Safran auch eine schützende und entzündungshemmende Wirkung auf die Gehirnzellen. Immer mehr Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Entzündungen im Gehirn häufig ein Schlüsselfaktor bei Depressionen sind.

 

Was die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von Safran betrifft, so zeigt er in mancher Hinsicht ganz andere Ergebnisse als klassische Antidepressiva. Eine der Nebenwirkungen von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) wie Prozac (Fluoxetin) besteht beispielsweise darin, dass sie das sexuelle Verlangen und die sexuelle Leistungsfähigkeit hemmen. Da Safran in einigen Studien mit Tieren und Menschen aphrodisierende Wirkungen gezeigt hat, wurde eine vierwöchige randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Safranextrakt zur Behandlung von sexuellen Funktionsstörungen durch Prozac zu bewerten. 36 verheiratete Männer mit schweren Depressionen, deren Stimmung sich durch Prozac gebessert hatte, deren sexuelles Verlangen und sexuelle Funktion jedoch beeinträchtigt waren, erhielten vier Wochen lang entweder 30 Milligramm pro Tag Safranextrakt oder ein Placebo. Nach vier Wochen führte Safran zu einer deutlich besseren Erektionsfähigkeit und größerer Zufriedenheit mit der Sexualität im Vergleich zur Placebogruppe. Neun Patienten (60 Prozent) in der Safran-Gruppe erreichten eine normale Erektionsfähigkeit, während dies nur bei einem Patienten in der Placebo-Gruppe der Fall war. Der Safranextrakt zeigte keine unerwünschten Nebenwirkungen. Diese Studie zeigte, dass Safran sicher mit herkömmlichen Antidepressiva verwendet werden und einige ihrer Nebenwirkungen ausgleichen kann. Da Safranextrakt natürlich auch eigene Wirkungen hat und in mehreren Studien die gleiche Wirksamkeit wie Fluoxetin bei leichten bis mittelschweren Depressionen zeigte, ist ein herkömmliches Antidepressivum vielleicht nicht erforderlich.

Safran wirkt auch bei Älteren mit schweren Depressionen

Da sich die meisten Studien mit Safran bei Depressionen auf Erwachsene jungen und mittleren Alters konzentrierten, führten Forscher eine klinische Doppelblindstudie durch, in der die Wirkung von Safranextrakt mit dem Antidepressivum Zoloft (Sertralin) bei Patienten über 65 Jahren mit einer schweren Depression verglichen wurde. 50 ältere Patienten mit schwerer Depression, die ambulant behandelt wurden, erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder Safranextrakt (60 mg/Tag) oder Zoloft (100 mg/Tag) für sechs Wochen. Am Ende der Studie zeigten die Ergebnisse, dass sowohl der Safranextrakt als auch Zoloft klinisch relevante Verbesserungen bewirkten, wobei 17 von 25 Personen in der Safran-Gruppe vollständig auf die Behandlung ansprachen, verglichen mit 14 von 25 Personen in der Zoloft-Gruppe. In beiden Gruppen wurden keine wesentlichen Nebenwirkungen berichtet. Diese Studie zeigte ähnliche Ergebnisse wie die Behandlung von Depressionen mit Safranextrakt bei Erwachsenen im jüngeren und mittleren Alter.

Safran nicht überdosieren

Safran wirkt bereits in geringen Mengen und sollte nicht überdosiert werden. Bei Safran als Heilmittel gilt: „Viel hilft nicht viel.“ Im Gegenteil: Mehr als fünf Gramm rufen Schwindel, Übelkeit und Erbrechen hervor und die Einnahme von zehn Gramm oder mehr kann tödlich enden. Safran kann bei Schwangeren in höheren Dosen eine Fehlgeburt auslösen und sollte deshalb in der Schwangerschaft nicht verwendet werden.


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