Sonntag, 26. Mai 2013


Das Lykopin der Tomaten senkt
das Schlaganfall-Risiko
(Foto: Gabler-Werbung/pixabay.com)

Lycopin, der Stoff der Tomaten seine rote Farbe verleiht, kann nach neuen Erkenntnissen Schlaganfällen vorbeugen.


Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten: Tomatensuppe, Tomatensoße, Tomatenketchup, als Saft oder getrocknet: Tomaten sind aus unserer Küche nicht wegzudenken und es gibt unzählige Rezepte und Zubereitungsarten.

Und wer viel von dem Carotinoid Lycopin aus Tomaten im Blut hat, bekommt seltener einen Schlaganfall. Die antioxidative Wirkung des Lycopins senkt die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall um 55 Prozent. Das bewiesen finnische Forschungen in einer Langzeitstudie mit 1000 Männern. Dies bestätigt die Annahme, dass eine Ernährung mit reichlich pflanzlichen Anteilen für ein geringeres Schlaganfallrisiko sorgt, so das Studienergebnis im Fachmagazin »Neurology«.

Obst und Gemüse: fünf Portionen täglich

Schon frühere Forschungen gaben Hinweise, dass fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag die Zahl der Schlaganfälle weltweit deutlich verringern könnte. Deshalb untersuchten die Wissenschaftler an der »University of Eastern Finland« in Kuopio 1031 Männer über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Die Teilnehmer waren zwischen 25 und 65 Jahre alt und zu Beginn der Studie wurde bei allen der Lycopingehalt im Blut bestimmt. Während der zwölf Jahre bekamen 67 Teilnehmer einen Schlaganfall.

Die Probanden mit den höchsten Lycopingehalten erlitten allerdings erheblich seltener einen Schlaganfall. Nur 11 Personen aus einer Gruppe von 259. Bei den 258 Teilnehmern mit sehr niedrigen Lycopin-Werten kam es zu 28 Schlaganfällen. Der Zusammenhang wurde noch klarer, wenn man die Schlaganfallursache Blutgerinnsel in die Bewertung miteinbezog. Dann war das Schlaganfallrisiko sogar um 59 Prozent geringer. Diese positiven Effekte zeigten sich nicht bei anderen Antioxidantien wie Beta-Carotin oder Retinol.

Rote Früchte enthalten reichlich Lycopin

Der natürliche fettlösliche Farbstoff Lycopin ist in hohen Konzentrationen in Tomaten und roten Früchten wie Wassermelonen, Papayas, rosa Pampelmusen und Hagebutten vorhanden. Einige Pflanzen und Mikroorganismen stellen Lycopin künstlich her, um sich vor Schäden durch Licht und Sauerstoff zu schützen.

Im Gegensatz zu anderen Mikronährstoffen wie Vitamin C nimmt der Lycopingehalt in verarbeiteten Lebensmitteln nicht ab, sondern sogar zu. Zerkleinern, Kochen oder in Verbindung mit Speiseöl wird die Bioverfügbarkeit erhöht. Das Lycopin kann wesentlich besser vom Körper aufgenommen werden. Lycopin aus konzentriertem Tomatenmark wird viermal besser aufgenommen als aus frischen Tomaten. Lycopin ist auch unter der Bezeichnung E 160 d als roter Lebensmittelfarbstoff in der Nahrungsmittelproduktion zugelassen.

Tomaten sind figurfreundlich

Wer viel und oft Tomaten isst, wird auch sein Körpergewicht leichter im Normalbereich halten können. Eine mittelgroße Tomate hat nur 18 Kalorien, da sie zu 95 Prozent aus Wasser besteht. Dafür liefert sie reichlich Magnesium und 40 Milligramm Vitamin C, die bei einem Erwachsenen die Hälfte des Tagesbedarfs decken und den Stoffwechsel ankurbeln sowie den Fettabbau fördern.

Haut und Kerne der Tomate liefern Ballaststoffe, sättigen und wirken verdauungsfördernd. Und die Bitterstoffe der Tomate tun ein Übriges: Der Appetit wird gezügelt, Fette können besser verdaut werden, weil die Leber zur Produktion von Gallenflüssigkeit angeregt wird. Essen Sie also reichlich Tomaten. Neben dem guten Geschmack und der variablen Verwendbarkeit schützen Sie sich ganz einfach vor diversen Gesundheitsproblemen.

Quelle: J. Karppi et al.: Serum lycopene decreases the risk of stroke in men: A population-based follow-up study, Neurology October 9, 2012 vol. 79 no. 15 1540-1547, DOI: 10.1212/WNL.0b013e31826e26a6

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