Donnerstag, 9. Mai 2013


Peperoni - schön scharf senkt es die Blutfette
(Foto: Hans/pixabay.com)

Für unsere Gesundheit ist es wichtig, auf die Cholesterinwerte in unserem Blut zu achten. Insbesondere das Verhältnis der verschiedenen Blutfette sollte in Balance sein. Mit optimalen Werten kann man vielen Krankheiten vorbeugen.


Verschiedene Blutfette

Die Blutfette in unserem Körper bestehen aus verschiedenen Fettanteilen. Das Gesamtcholesterin besteht aus HDL (High Density Lipoprotein), LDL (Low Density Lipoprotein) und Triglyceriden.
Lipide (Fette) können nur in Verbindung mit anderen Substanzen im Blut transportiert werden, da sie nicht wasserlöslich sind. Blut besteht jedoch zum größten Teil aus Wasser und deshalb werden die Lipide an Proteine (Eiweiße) gebunden. Diese Lipoproteine unterscheidet man nach der Aufteilung von Fett- und Eiweißanteil in LDL, HDL und VLDL-Cholesterin (Very Low Density Lipoprotein).
Cholesterin ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Zellwände im Körper und ist die Ausgangssubstanz für verschiedene Hormone und die Bildung von Gallensäure und Vitamin D.
Zwei Drittel des Cholesterins werden vom Körper selbst im Darm und in der Leber produziert und ein Drittel wird mit der Nahrung aufgenommen. Dabei wird der Triglyceridwert am stärksten durch die Nahrungsaufnahme beeinflusst.

Wie hoch darf das Cholesterin sein?

Folgende Werte des Gesamtcholesterins gelten als normal:

wünschenswert unter 200 mg/dl unter 5,2 mmol/l
grenzwertig hoch 200-240 mg/dl 5,2-6,2 mmol/
hoch über 240 mg/dl über 6,2 mmol/l

Empfohlene Werte (positives) HDL-Cholesterin:
Bei Frauen zwischen 45 und 65 mg/dl (1,16 bis 1,67 mmol/l)
Bei Männern zwischen 33 und 45 mg/dl (0,85 bis 1,16 mmol/)l.

Empfohlene Werte (negatives) LDL-Cholesterin:
Bei Männern und Frauen sollte das LDL-Cholesterin 150 mg/dl (3,87 mmol/l) nicht übersteigen.

Welche Gesundheitsprobleme drohen?

Ein hoher Cholesterinspiegel führt auf Dauer zu Ablagerungen in den Arterienwänden. Die Blutgefäße werden durch diese sogenannten Plaques immer weiter verengt bis zum Gefäßverschluss (Arteriosklerose). Das kann gefährliche Folgen haben: Je nachdem wo der Gefäßverschluss auftritt, kommt es zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), eine schmerzhafte Durchblutungsstörung der Beine, die zu einer eingeschränkten Gehstrecke führt, zählt zu den häufig auftretenden Folgeerkrankungen eines zu hohen Cholesterinspiegels.

Negative Folgen hoher Blutfette treten umso schneller auf, je mehr zusätzliche Risikofaktoren vorliegen. Rauchen, Übergewicht, fettreiche Ernährung, wenig Bewegung, Bluthochdruck und weitere Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, beschleunigt die Bildung von Ablagerungen. Damit steigt die Chance auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies gilt besonders für Menschen, die genetisch bedingt einen höheren Cholesteringehalt im Blut haben. Bei ihnen wird von Geburt an zu wenig Cholesterin aus dem Blut gefiltert. Diese Hypercholesterinämie muss mit einer Diät und entsprechenden Medikamenten gesenkt werden. Die Therapie kann lebenslang notwendig sein.

Gutes und schlechtes Cholesterin

Das LDL-Cholesterin ist ein ungünstiges Blutfett und sollte deshalb möglichst niedrig sein. LDL-Cholesterin gibt seine Fettpartikel an die Arterienwände ab. Der Gegenspieler ist das HDL-Cholesterin. Davon sollten wir möglichst viel haben, denn die HDL-Cholesterin-Partikel können Cholesterin von den Arterienwänden aufnehmen und sorgen für „saubere“ Blutgefäße und beugen Ablagerungen vor. Das überschüssige Cholesterin wird vom HDL zur Leber transportiert und dort weiterverarbeitet und abgebaut.

Ursachen für erhöhten Cholesterinspiegel

Verschiedene Krankheiten können einen erhöhten Cholesterinspiegel verursachen. Dazu gehört eine Schilddrüsenunterfunktion, Gallensteine, Nierenerkrankungen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), angeborene Fettstoffwechselstörungen und die Einnahme bestimmter Medikamente (Thiazid-Diuretika, Anti-Baby-Pille, Kortisol, Betablocker).

Oft sind allerdings eine ungesunde Ernährung und ungünstige Lebensgewohnheiten die Ursache. Nahrungsmittel mit hohem Anteil an tierischem Fett wie Fleisch, Eigelb, Schmalz, Butter, Sahne, Schalen- und Krustentiere enthalten besonders viel Cholesterin. Besonders bedenklich sind die Transfettsäuren, die beim Erhitzen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren entstehen. Versteckte Transfettsäuren finden sich vor allem in frittierten Lebensmitteln wie Pommes frites oder Chips.

Vorbeugen - Cholesterinwerte senken

Bei erhöhten Cholesterinwerten ist eine Umstellung der Ernährung das erste Mittel der Wahl. Viele Ballaststoffe aus Vollkornprodukten und Gemüse, viele ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie in Olivenöl und Fisch, viel Bewegung und kein Nikotin können den Cholesterinspiegel senken. Auch Zwiebel und Knoblauch haben eine leicht cholesterinsenkende Wirkung. Gut dokumentiert als natürliche Cholesterinsenker sind auch Artischockenpräparate und Ingwerextrakte. Sie regen die Gallenfunktion an und senken das ungünstige LDL-Cholesterin.


Aktuellen Studien aus Hongkong zufolge senkt auch Capsaicin, das Chili, Pfeffer und Peperoni seine Schärfe verleiht, das LDL-Cholesterin und beeinflusst die Bildung von Gefäßablagerungen positiv. Selbst Weinliebhaber müssen nicht auf alles verzichten: Ein Glas Rotwein erhöht das »gute« HDL-Cholesterin und gleicht negative Einflüsse des schlechten LDL-Cholesterins aus. Sollte die Anpassung des Lebensstils nach sechs Monaten keine Verbesserung bewirken, können zusätzlich Medikamente zur Senkung der Blutfette notwendig werden.

Quelle: Liang YT, Tian XY, Chen JN, Peng C, Ma KY, Zuo Y, Jiao R, Lu Y, Huang Y, Chen ZY: Capsaicinoids lower plasma cholesterol and improve endothelial function in hamsters. Eur J Nutr. 2013 Feb;52(1):379-88. doi: 10.1007/s00394-012-0344-2

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