Donnerstag, 5. September 2013


Blaubeeren wirken vorbeugend gegen Diabetes Typ 2
(Foto: hans / pixabay.com)

Ganze Früchte senken das Risiko für Typ 2-Diabetes und Fruchtsäfte lassen das Risiko steigen, zeigen neue Forschungen.


Das Obst gut ist für die Gesundheit und zu einer ausgewogenen Ernährung gehört ist unbestritten. In neuen Studien der »Harvard School of Public Health« (HSPH) zeigte sich, dass der Verzehr von ganzen Früchten - insbesondere Blaubeeren, Trauben und Äpfel - mit einem geringeren Risiko für Typ 2-Diabetes einhergeht. Ein höherer Konsum an Fruchtsäften ließ das Risiko allerdings eher ansteigen. Die Studie war die erste, die die Wirkung einzelner Früchte auf das Diabetes-Risiko untersuchte.

Obst beugt Diabetes vor

»Obst wird zur Vorbeugung von Diabetes empfohlen, obwohl frühere Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich des Obst-Verzehrs kamen. Unsere Ergebnisse geben neue Beweise, dass bestimmte Früchte besonders vorteilhaft sind, um das Typ 2-Diabetes-Risiko zu senken«, sagt Studienautor Qi Sun, Professor am Ernährungsinstitut der »Harvard School of Public Health«.

Die Wissenschaftler aus Großbritannien, Amerika und Singapur prüften Daten, die zwischen 1984 und 2008 aus drei Langzeit-Studien mit 187.382 Teilnehmern gesammelt worden waren. Die Teilnehmer gaben in Fragebögen alle vier Jahre an, wie viel und wie oft sie durchschnittlich bestimmte Obstsorten aßen. Teilnehmer mit bestehendem Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs wurden ausgeschlossen. Die Ergebnisse zeigten, dass 12.198 Teilnehmer (6,5 Prozent) während der Studie Typ 2-Diabetes entwickelten.

Wirkung bestimmter Obstsorten untersucht

Die Forscher untersuchten sowohl den gesamten Obstkonsum als auch den Konsum einzelner Obstsorten: Trauben oder Rosinen; Pfirsiche, Pflaumen oder Aprikosen; Bananen, Melonen, Äpfel oder Birnen; Orangen, Grapefruits, Erdbeeren und Blaubeeren. Zusätzlich untersuchten sie Apfel-, Orangen-, Grapefruit- und andere Fruchtsäfte.

Ganze Früchte positiver als Fruchtsaft

Menschen, die mindestens zwei Portionen wöchentlich von bestimmten ganzen Früchten aßen - besonders Blaubeeren, Trauben und Äpfel - reduzierten ihr Risiko für Typ 2-Diabetes um mehr als 23 Prozent im Vergleich zu denen, die weniger als eine Portion pro Monat aßen. Umgekehrt erhöhten diejenigen, die eine oder mehrere Portionen Fruchtsaft täglich zu sich nahmen ihr Risiko für Typ 2-Diabetes um mehr als 21 Prozent. Die Forscher stellten fest, dass ein Austausch von drei Portionen Fruchtsaft pro Woche durch den Verzehr ganzer Früchte, das Diabetes-Risiko um 7 Prozent senken könnte.

Früchte günstiger wegen Ballaststoffen

Der glykämische Index - ein Maß, wie schnell Kohlenhydrate eines Lebensmittels den Blutzucker steigen lassen - erwies sich nicht als wesentlicher Faktor, um die Verbindung zwischen Fruchtsorte und Typ 2-Diabetes-Risiko festzustellen. Dennoch könnte der hohe glykämische Index von Fruchtsaft den Zusammenhang zwischen Fruchtsaftkonsum und erhöhtem Diabetes-Risiko erklären, denn der Saft passiert den Verdauungstrakt wesentlicher schneller als die ballaststoffreichen Früchte.

Anthozyane wirken gesundheitsfördernd

Die Forscher stellen die Theorie auf, dass die positiven Wirkungen von bestimmten Obstsorten durch einen speziellen Bestandteil hervorgerufen werden können. Frühere Studien fanden beispielsweise einen Zusammenhang zwischen Anthozyanen in Beeren und Trauben und einem niedrigeren Herzinfarktrisiko. Bei Mäusen verbesserten Anthozyane die Aufnahme von Glukose aus dem Blut. Doch weitere Forschungen sind notwendig, um zu ermitteln, welche Bestandteile in den günstigeren Obstsorten das Diabetes-Risiko beeinflussen.

Mehr ganze Früchte essen

»Unsere Daten unterstützen weiter die heutigen Empfehlungen mehr ganze Früchte zu verzehren, aber nicht Fruchtsaft, um Diabetes vorzubeugen«, sagt Studienleiter Isao Muraki, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ernährungsinstitut der »Harvard School of Public Health«. »Und unsere neuesten Forschungsergebnisse könnten dazu beitragen die Empfehlungen zu verfeinern und die Diabetesprävention zu erleichtern.«

Quelle: Isao Muraki, et al.: Fruit consumption and risk of type 2 diabetes: results from three prospective longitudinal cohort studies, BMJ 2013;347:f5001, DOI: 10.1136/bmj.f5001

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