Donnerstag, 15. Mai 2014


Das Gedächtnis leidet bei zu viel
und zu wenig Schlaf
(Foto: Giuliamar / pixabay.com)


Senioren, die im mittleren Alter zu viel oder zu wenig schlafen, haben ein erhöhtes Risiko für Gedächtnisprobleme. Das gilt auch für Menschen, deren Schlafgewohnheiten sich mit der Zeit verändern.


Im Alter braucht man weniger Schlaf, heißt es ja noch so im Allgemeinen. Doch neue Untersuchungen belegen, dass eine Änderung der Schlafgewohnheiten - zumindest bei Frauen - negative Folgen für die Gedächtnisleistung haben kann.
Zu diesem Schluss kamen Forscher des Brigham and Women's Hospital in Boston. Sie untersuchten 15.000 Frauen im Alter von 70 Jahren und älter. Die Frauen, die mehr als neun Stunden oder weniger als fünf Stunden schliefen, hatten ein schlechteres Gedächtnis als Frauen, die sieben Stunden pro Nacht schliefen. Der Unterschied in der Gedächtnisleistung entsprach einem Altersunterschied von etwa zwei Jahren.

2 Stunden mehr oder weniger Schlaf macht vergesslich

Auch die Frauen, bei denen das Schlafmuster sich zwei Stunden oder mehr veränderte, hatten eine schlechtere Gedächtnisleistung als die Frauen, bei denen die Anzahl Schlafstunden gleich gebliebenen war.

Laut Wissenschaftlerin Elizabeth Devore ist es sehr wichtig zu untersuchen, welche Faktoren die Verschlechterung des Gedächtnisses beeinflussen. Und Faktoren, die man selbst anpassen kann, verdienen besondere Aufmerksamkeit. »Genügend Schlaf zu bekommen, bleibt äußerst wichtig. Unsere Forschungen legen nahe, dass eine Schlaftherapie mögliche mentale Beeinträchtigungen verhindern kann.«

Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of the American Geriatrics Society veröffentlicht. Allerdings konnte noch kein kausaler Zusammenhang bestätigt werden, so dass weitere Forschungen notwendig sind.

Schlafstörungen machen krank

Wer über längere Zeit nicht genügend Schlaf bekommt, kann sowohl körperlich als seelisch krank werden. Neben einer verringerten Leistungsfähigkeit durch Tagesmüdigkeit können Folgeerkrankungen wie Verdauungsbeschwerden, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Übergewicht und Diabetes auftreten. Nehmen Sie deshalb Schlafstörungen nicht auf die leichte Schulter, sondern sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt.

Quelle: Devore, E. E., Grodstein, F., Duffy, J. F., Stampfer, M. J., Czeisler, C. A. and Schernhammer, E. S. (2014), Sleep Duration in Midlife and Later Life in Relation to Cognition. Journal of the American Geriatrics Society. doi: 10.1111/jgs.12790

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