Sonntag, 18. Oktober 2015


Darmbakterien beeinflussen auch die Blutfette und
das Risiko für Gefäßkrankheiten
(Foto: OpenClips - pixabay.com)
Die Bakterien der Darmflora spielen eine Rolle bei Veränderungen des Gewichts, der Blutfette und der Menge des guten Cholesterin HDL.


An der Universität Groningen wird schon einige Zeit der Zusammenhang zwischen chronischen Entzündungen und der Entstehung von Herz- und Gefäßkrankheiten untersucht. Menschen mit ernstem Übergewicht leiden an diesen chronischen Entzündungsprozessen im Körper, weil das Zusammenspiel zwischen Darm, Leber und Fettgewebe bei ihnen gestört ist. Wahrscheinlich haben sie dadurch ein erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten.

Darmbakterien im Fokus
Es ist nun möglich von den Darmbakterien ein besseres Bild zu bekommen und mehr Einsicht, welche Rolle sie im menschlichen Körper spielen. Dafür benutzen Wissenschaftler modernste DNA-Sequenz-Techniken. Dadurch konnten die Forscher bei 893 Menschen den Zusammenhang zwischen der Darmflora und den Blutfetten untersuchen.

Einfluss auf das Cholesterin
Aus der Studie geht hervor, dass 34 Arten von Darmbakterien mit Veränderungen beim Körpergewicht, dem Gehalt an Fettsäuren im Blut und bei der Menge an gutem Cholesterin HDL verbunden werden. Dieser Zusammenhang war bislang unbekannt. Gleichzeitig scheinen diese Bakterien wenig am schlechten Cholesterin LDL zu verändern.

Neue Therapiemöglichkeiten
Die Studienergebnisse bieten Anknüpfungspunkte für neue Behandlungsmöglichkeiten, um Herz- und Gefäßkrankheiten vorzubeugen. Die Zusammenstellung der Darmflora ist vielleicht über Ernährung, Prä- und Probiotika so zu beeinflussen, dass sie Körpergewicht und Blutfette auf einem Niveau halten, das Gefäßkrankheiten vorbeugt. Die Forscher erwarten, dass weitere Untersuchungen mehr Verständnis in den Zusammenhang zwischen Ernährung, Darmflora und Gefäßkrankheiten bringt. In den letzten Jahren hat man allerdings schon herausgefunden, dass die Darmbakterien eine weitaus größere Rolle für Körperfunktionen und Psyche spielen als früher angenommen wurde. Auch bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems - wie beispielsweise multiple Sklerose - scheinen die Darmbakterien eine wichtige Rolle zu spielen. Ein Ungleichgewicht der Darmflora fördert die Entstehung multipler Sklerose.

Quelle: Jingyaun Fu, Marc Jan Bonder, María Carmen Cenit, Ettje Tigchelaar, Astrid Maatman, Jackie A.M. Dekens, Eelke Brandsma, Joanna Marczynska, Floris Imhann, Rinse K. Weersma, Lude Franke, Tiffany W. Poon, Ramnik J. Xavier, Dirk Gevers, Marten H. Hofker, Cisca Wijmenga, and Alexandra Zhernakova. The Gut Microbiome Contributes to a Substantial Proportion of the Variation in Blood Lipids. Circulation Research, September 2015 DOI: 10.1161/CIRCRESAHA.115.306807

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Gesundheit & Wissenschaft

Gesundheit & Wissenschaft
Bitte beachten Sie, dass Artikel auf dieser Seite generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen können.

Categories

Angelika Lensen. Powered by Blogger.

Autor(en)

Alle Beiträge auf Gesundheit & Wissenschaft wurden von Angelika Lensen erstellt.

About Me

Mein Foto
Ich schreibe als freie Journalistin für Online- und Printmedien
über Gesundheit, Medizin und Wissenschaft.


Werbepolitik

Diese Internetseite ist frei von Werbung und wird ausschließlich privat finanziert.

Letzte Aktualisierung

Beliebte Artikel

Folgen Sie dem Blog per E-Mail

Google+ Badge