Mittwoch, 10. Juli 2019


Sie sind winzig, nachtaktiv und reisen gerne: Bettwanzen breiten sich in den letzten Jahren immer mehr aus. Wie beugt man vor und wie bekämpft man sie?

Die Bettwanze (Cimex lectularius) ist ein Blutsauger, der unter anderem von menschlichem Blut lebt. Ihren Namen verdankt die Wanze dem Ort, an dem sie meistens zu finden ist, nämlich im und rund um das Bett: unter Matratzen, in der Bettwäsche, im Bettrahmen oder an Lattenrosten. Aber man findet sie auch in Rissen und Spalten, in Möbeln, hinter Tapeten, zerbrochenem Putz, Lichtschaltern, unter Teppichen oder hinter Fußleisten. Die etwa 5 Millimeter kleinen Winzlinge sind nachtaktiv und ihre Stiche verursachen häufig kleine, rote Quaddeln auf der Haut. Das kann zu Juckreiz führen oder - wenn man sehr empfindlich reagiert – auch zu Hautentzündungen, Unwohlsein oder Sehstörungen. Bettwanzen haben rotbraune Schuppen und leben etwa sechs bis zwölf Monate.
Wie kommen Bettwanzen ins Haus?
Bettwanzen werden vor allem durch den zunehmenden Reiseverkehr verbreitet. Bettwanzen oder ihre Eier landen in Kleidung und Koffern und werden so mit nach Hause genommen. Wenn man zu Hause das Gepäck auspackt, breiten sie sich aus. Man kann sich sogar in Kinos, Theatern, öffentlichen Verkehrsmitteln und überall wo größere Menschengruppen zusammenkommen „infizieren“. Sobald sie sich irgendwo niedergelassen haben, vervielfachen sie sich rasenschnell und sind schwer zu bekämpfen. Eine Bettwanze kann gut ein halbes Jahr ohne Nahrung überleben. Bettwanzen haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Aber ein gut aufgeräumtes Schlafzimmer, in dem nur wenige andere Dinge als ein Bett stehen, macht es für Bettwanzen schwieriger, ein geeignetes Versteck zu finden.
Wie beugt man am besten vor?
  • Wenn Sie ein Hotelzimmer beziehen (auch 5-Sterne-Hotels) oder eine andere Unterkunft, überprüfen Sie die Betten: achten Sie besonders auf die Unterseite der Matratze. Wenn Sie Ausscheidungen in Form von braunschwarzen Punkten auf Laken, Fußleisten oder rundum Gemälde und Steckdosen finden, ist das Zimmer wahrscheinlich von Bettwanzen befallen. Auch kann man in der Nähe ihrer Versteckplätze dunkle Hautschuppen antreffen. Überall wo eine Kreditkarte zwischen passt, ist auch Platz genug für Bettwanzen.
  • Stellen Sie Ihr Gepäck auf einen Stuhl oder Tisch und nicht auf den Boden oder auf das Bett: Auf diese Weise verhindern Sie, dass Sie eventuell vorhandene Bettwanzen als Andenken mit nach Hause nehmen. Halten Sie den Koffer während des Aufenthaltes möglichst geschlossen.
  • Es ist nicht sinnvoll, mit Licht zu schlafen oder Insektenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET zu verwenden. Das beeindruckt die Bettwanzen überhaupt nicht.
  • Wenn Sie während eines Aufenthaltes in einem Hotel oder anderen Unterkünften Anzeichen von Bettwanzen entdecken, und vor allem wenn sie gebissen werden oder winzige Blutstropfen auf den Laken sehen, seien Sie sehr vorsichtig, wenn Sie Ihre persönlichen Gegenstände mit nach Hause nehmen.
  • Wenn Sie bei der Ankunft zu Hause irgendwelche Zweifel haben, stecken Sie alle Kleidung in einen Müllsack, verschließen Sie ihn gut und frieren Sie ihn für mindestens zehn Stunden bei minus 18 Grad ein. Oder waschen Sie die Kleidung 30 Minuten lang mindestens bei 60 Grad. Auch eine halbe Stunde im Wäschetrockner bei 40 bis 45 Grad macht den Schädlingen den Garaus.
  • Sogar gebrauchte Kleidung, Bücher, Möbelstücke oder Gemälde können von Bettwanzen befallen sein. Achten Sie besonders auf Risse, Nähte, Fugen und Sprünge, wo sich Bettwanzen verstecken können.
Wie wird man Bettwanzen los?
Bettwanzen wird man schwer wieder los. Sie überleben lange Zeit und sind zunehmend resistent gegen Schädlingsbekämpfungsmittel. Deshalb wird dringend von der Verwendung von Insektiziden abgeraten, um die Resistenzentwicklung nicht zu fördern, und wegen der Gefahr von Nebenwirkungen. Hausmittel sind leider oft nicht stark genug, um Bettwanzen abzutöten.
Wenn man Bettwanzen entdeckt, sollten Sie den Raum verschließen und so wenig Dinge wie möglich umstellen. Nehmen Sie Kontakt mit einem professionellen Schädlingsbekämpfer auf. Er kann herausfinden, wo die Tiere genau sitzen und einen Plan zur Bekämpfung aufstellen. Es gibt verschiedene Methoden zur Behandlung von Räumen und Möbeln: Hitzeeinwirkung (+60°C), Kälteeinwirkung (-18°C), Behandlung mit Chemikalien und ähnliches. Sämtliche Verstecke der Bettwanzen müssen behandelt werden, wie Fußleisten, Bettgestelle, Matratzen und Gemälde. Nach der Behandlung mit chemischen Mitteln müssen die Räume gut gelüftet werden. Verdächtige Bettwäsche und Kleidung muss bei mindestens 60°C gewaschen oder auf andere Weise gereinigt werden.
Alle Risse und Fugen in Wänden, Decken und Holzverkleidungen sollten mit einer guten Versiegelung abgedichtet und lose Tapeten entfernt werden. Saugen Sie den Raum nach der Bekämpfung gründlich aus. Der Staubsaugerbeutel muss zunächst in einen Plastikbeutel gesteckt und mit einem Insektizid desinfiziert werden. Nach vier bis sechs Wochen müssen die befallenen Bereiche erneut kontrolliert werden.

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