Sonntag, 14. Juli 2019


Reisen macht Spaß, birgt aber auch Gefahren, die sich mit praktischen Tipps vermeiden lassen.

Jedes Jahr reisen viele während der Ferienzeit in ferne Länder. Mit einigen grundlegenden Ernährungs- und Hygienebedingungen und einer Reihe nützlicher Tipps lassen sich viele Unannehmlichkeiten vermeiden, die die Urlaubsfreude trüben können.
Hygiene und Ernährung
Das Leitungswasser im Reiseland ist für Touristen nicht immer zum Trinken geeignet.

  • Mäßiges Risiko: Süd-Afrika, Inseln in der Karibik und im Stillen Ozean, Süd-Korea, die nördlichen Länder des Mittelmeerraumes, Israel, Japan.
  • Hohes Risiko: die südlichen Länder des Mittelmeerraumes, Entwicklungsländer in Afrika, Latein-Amerika und Asien.
Bevorzugen Sie gekochte und heiße Nahrungsmittel und verwenden Sie Getränke aus ungeöffneten Flaschen.

Falls das nicht möglich ist:
  • trübes Wasser zuerst filtern (zum Beispiel mit einem Kaffeefilter);
  • Wasser einige Minuten abkochen oder desinfizieren mit Chlortabletten oder -tropfen (erhältlich in der Apotheke);
  • bevorzugen Sie Getränke, die mit gekochtem Wasser zubereitet werden, wie Kaffee und Tee;
  • Meiden Sie Eiswürfel;
  • Putzen Sie die Zähne mit Mineralwasser oder abgekochtem Wasser.

Vermeiden Sie:
  • rohes Gemüse, Salat;
  • unpasteurisierte Milch, Eiscreme;
  • rohen oder nicht ausreichend gekochten Fisch, Krustentiere und Muscheln;
  • rohes oder nicht durchgegartes Fleisch;
  • Früchte, die man nicht selbst geschält hat.

Diese Maßnahmen tragen zum Schutz vor Durchfall, Cholera, Typhus und Paratyphus, Hepatitis A, Poliomyelitis (Kinderlähmung) und einer Reihe von Wurminfektionen bei.
Reisedurchfall
Bei leichten bis mäßigen Beschwerden (flüssiger und häufiger Durchfall mit Darmkrämpfen):
  • Flüssigkeitshaushalt auffüllen: viel trinken, am besten drei bis fünf Liter pro 24 Stunden (Elektrolytlösung aus der Apotheke, Tee).
  • eine selbst gemachte Mischung trinken aus fünf Teelöffeln Zucker, einem halben Teelöffel Salz pro Liter Wasser.
  • Nahrung: am besten mehrere kleine Mahlzeiten auf der Grundlage von Reis, Nudeln, geröstetem Brot, Bananen. Wenn die Umstände es erfordern (lange Busreise etc.) ist es am besten ein Medikament gegen Durchfall einzunehmen.

Bei starkem Durchfall, der flüssig und sehr häufig auftritt und mit Blut oder Schleim einhergeht, länger als zwei Tage anhält und bei Fieber über 38,5 Grad sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Es kann eine Behandlung mit speziellen Antibiotika nötig sein. Trinken Sie aber ebenfalls reichlich nach der oben erwähnten Anleitung.
Sonne und Hitze
  • Vermeiden Sie Sonnenbrand: Bleiben Sie nicht zu lange in der Sonne und meiden Sie die Sonne während der heißesten Stunden (zwischen 11 und 15 Uhr).
  • Beugen Sie Sonnenstich und Hitzschlag vor: Bleiben Sie während der Mittagshitze drinnen oder im Schatten. Tragen Sie einen hellen Sonnenhut. Trinken Sie regelmäßig Wasser. Vermeiden Sie große Anstrengung nach dem Essen.
  • Alarmsignale: Treten nach einem Aufenthalt in der Sonne Symptome auf wie großer Durst, Kopfschmerzen, Schwächegefühl und Schwindel können Sonnenstich oder Hitzschlag die Ursache sein.
  • Was tun?: Suchen Sie einen kühlen Ort auf. Nehmen Sie eine kühle Dusche oder wickeln Sie sich in kühle, feuchte Handtücher, um die Körpertemperatur zu senken. Trinken Sie viel, vorzugsweise leicht gesalzenes Wasser. Bei Erbrechen, Schwindel, Übelkeit: Rufen Sie einen Arzt oder suchen Sie ein Krankenhaus auf.
Schwimmen im Meer und anderen Gewässern
Das Schwimmen im Meer birgt in der Regel kein hohes Risiko für Krankheiten.
  • Fragen Sie die einheimische Bevölkerung nach möglichen Gefahren beim Baden (Strömungen, hohe Wellen).
  • Überprüfen Sie, ob das Baden erlaubt ist.
  • Tragen Sie Badesandalen, um giftige Stiche oder Bisse zu vermeiden. Quallenbisse sind in der Regel harmlos, können aber Schmerzen und Reizungen verursachen. Um die Nesselzellen, die die Qualle auf der Haut hinterlässt, zu deaktivieren, gießt man möglichst Essig oder Meerwasser auf die betroffenen Stellen. Noch vorhandene Tentakel auf der Haut entfernt man mit Sand und schabt diesen mit einem Spatel, Messerrücken oder einer Bankkarte vorsichtig ab. Verwenden Sie kein Süßwasser oder Alkohol, das könnte noch vorhandene Nesselzellen aktivieren. Kühlen Sie die betroffenen Stellen mit Eis oder kalten Tüchern. Auch Cortison oder ein Allergiemittel (Antihistaminikum) lindern die Beschwerden. Bei starken Beschwerden oder einem Kontakt mit giftigen Quallen wie der Seewespe oder der Portugiesischen Galeere suchen Sie umgehend einen Arzt auf.
  • Um gereizte Augen (durch Salz, Sand, Chlor oder Staub) zu pflegen, nehmen Sie ein Augenbad oder befeuchtende Augentropfen mit.
Schwimmen in Süßwasser und Bilharziose
Bilharziose oder Schistosomiasis wird durch Würmer verursacht, deren Hauptträger Süßwasserschnecken sind. Im Falle einer Infektion dringen die Parasiten in die Haut von Menschen ein, die in verschmutztem Wasser baden oder schwimmen. Die Parasiten entwickeln sich in den Blutgefäßen im Bauchraum und produzieren in wenigen Wochen neue Eier. Nach einigen Tagen kann die Haut sich röten und anfangen zu jucken. Fieber, Schüttelfrost, Husten, Muskelschmerzen, schwerer Durchfall oder Blut im Urin treten nach ein bis zwei Monaten auf. Gegen Bilharziose gibt es noch keinen Impfstoff. Diese Krankheit tritt in tropischen Regionen auf und betrifft in Afrika vor allem das Gebiet südlich der Sahara. Bilharziose stellt in Ägypten und Zentralchina ein großes Problem für die Volksgesundheit dar. Wenn Sie durch diese Regionen reisen, gehen Sie nicht in stillstehende Gewässer mit Süßwasser. Eine Bilharziose lässt sich medikamentös behandeln.
Höhenlage und Gebirge
Viele Menschen leiden in den ersten Tagen ihres Aufenthaltes an Höhenkrankheit. Die Symptome können bereits ab einer Höhe von zweitausend Metern – häufiger ab dreitausend Metern – kurz nach der Ankunft auftreten: Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, allgemeines Gefühl von Schwäche und Erschöpfung, Appetitlosigkeit, trockener Husten. Schränken Sie Ihre Aktivitäten in den ersten Tagen ein. Beginnen Sie keinen Aufstieg, wenn Sie eines oder mehrere der oben genannten Symptome haben. Wenn Sie unter Atemnot leiden, oder feststellen, dass Gesicht, Hände oder Fußknöchel anschwellen, müssen Sie wieder absteigen, um einer Ansammlung von Flüssigkeit in Lunge oder Gehirn vorzubeugen. Denken Sie immer daran, genug zu trinken. Für Wanderungen über dreitausend Meter kann der Arzt eine angepasste Behandlung mit speziellen Entwässerungstabletten verordnen. Aber auch die Einnahme von Paracetamol oder Ibuprofen kann der Höhenkrankheit vorbeugen.
Reisekrankheit
Die Reisekrankheit entsteht durch Störung des Gleichgewichtssinnes und äußert sich durch verschiedene Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, die durch die Bewegungen des Verkehrsmittels (Bus, Auto, Schiff, Flugzeug) verursacht werden.

Wie kann man vorbeugen?
  • In regelmäßigen Abständen eine Kleinigkeit essen;
  • Weit voraus auf den Horizont schauen;
  • Im Auto oder Bus nicht lesen;
  • In Fahrtrichtung sitzen;
  • Auf dem Meer: in der Mitte des Schiffes oder an Deck bleiben.
Es gibt Medikamente, die diese Beschwerden lindern. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
Vorbeugung von Unfällen
Bei einem Auslandsaufenthalt sind Verkehrsunfälle die häufigste Todesursache. Nach der Ankunft, besonders bei einem großen Zeitunterschied, ist es wichtig, sich auszuruhen, bevor man sich ans Steuer setzt.
  • Überprüfen Sie, ob das Fahrzeug vollständig in Ordnung ist.
  • Nehmen Sie sich Zeit, um die Reiseroute vorzubereiten.
  • Fahren Sie vorsichtig! Die Straßen sind nicht immer in perfektem Zustand und unerwartete Hindernisse immer möglich.
  • Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie fahren müssen.
  • Achten Sie darauf, dass immer genügend Getränke wie Wasser oder Limonade im Auto sind.
Jetlag
Bei Reisen über verschiedene Zeitzonen hinweg kann der Zeitunterschied den Schlaf-Wach-Rhythmus stören. Die benötigte Zeit zur Anpassung hängt von der Anzahl der Zeitzonen ab, die Sie durchquert haben. Passen Sie Ihren Tagesrhythmus hinsichtlich Mahlzeiten und Schlaf nach der Ankunft an den Rhythmus vor Ort an.
Flugreisen
Legen Sie alle Medikamente, die Sie schnell benötigen, in Ihr Handgepäck. Achtung: Flüssigkeiten sind im Flugzeug nicht erlaubt.
Wenn das Flugzeug im Landeanflug ist und sinkt, kann der Druckunterschied unangenehme Auswirkungen auf das Trommelfell im Ohr haben:
  • Schlucken, Gähnen oder Kaugummi kauen kann die Beschwerden lindern;
  • Drücken Sie Nase und Mund leicht zusammen und versuchen Sie, auszuatmen;
  • Die Verwendung eines abschwellenden Nasensprays kann sinnvoll sein;
  • Eine Klimaanlage verursacht oft trockene Augen: Künstliche Tränen als Einzeldosierungen können helfen. Das ist besonders wichtig für Kontaktlinsenträger.
  • Bei langen Flugreisen lassen sich Probleme in Beinen und Füßen (z.B. Gefäßentzündungen) verhindern, indem man regelmäßig etwas trinkt (kein Alkohol) und sich rechtzeitig bewegt, kurz auf und ab geht, die Füße ausstreckt und kreisen lässt.
  • Menschen, die bereits eine Thrombose hatten oder ein erhöhtes Risiko für Thrombose haben müssen manchmal besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Lasse Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

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