Freitag, 19. Juli 2019


Warum stechen Mücken den einen mehr als anderen und werden wir eher gestochen, wenn wir Alkohol getrunken haben?

So schön der Sommer auch ist, aber seine Begleiterscheinungen wie Wespen oder Mücken können einem die Jahreszeit schon ziemlich vermiesen. Besonders Mücken, die einen abends auf Terrasse oder Balkon belagern oder einem nachts den ohnehin schon schlechten Hitze-Schlaf rauben, verderben ordentlich den Sommerspaß. „Und warum werde ausgerechnet immer ich gestochen?“, fragt sich so mancher jedes Jahr aufs Neue. Denn manche Menschen sind anfälliger für Mückenstiche als andere: Sie werden mehr gestochen und reagieren auf den Stich oft auch stärker mit großen Beulen und starkem Juckreiz. „Du hast süßes Blut“, heißt es dann meist lapidar. Aber dass Mücken „süßes Blut“ lieben, lässt sich ins Reich der Fabeln verbannen. Süßes Blut gibt es nicht und Mücken machen keinen Unterschied zwischen süß und sauer. Dafür scheinen Mücken laut Studien aber Menschen mit Blutgruppe Null zu bevorzugen. Allerdings ist die Blutgruppe Null viel häufiger vertreten als A, B, oder AB, daher ist es normal, dass mehr Menschen mit Blutgruppe Null gestochen werden.

Mücken lieben Schweißfüße und Parfüm

Mücken werden in erster Linie vom Körpergeruch angezogen. Menschen, die oft gestochen werden, schwitzen wahrscheinlich mehr oder haben eine höhere Konzentration an bestimmten Stoffen im Schweiß, wie Milchsäure, Eiweiße und Aminosäuren. Welche Substanzen anziehend wirken, ist je nach Mückenart unterschiedlich. So scheinen Menschen mit Schweißfüßen mehr Mücken anzulocken. Auch Parfüms sollen Mücken attraktiv finden.
Aus Forschungen an Zwillingen ging hervor, dass die Attraktivität für Mücken - zumindest teilweise - genetisch bedingt ist. Das kann mit genetisch bedingten Unterschieden des Körpergeruchs zu tun haben. Dabei sollen insbesondere die HLA-Gene (humane Leukozytenantigene) eine Rolle spielen. Auch das individuelle Immunsystem eines Menschen kann für eine unterschiedliche Bakterienflora auf der Haut verantwortlich sein. Diese Bakterien verarbeiten Schweiß auf unterschiedliche Weise und verursachen deshalb unterschiedliche Gerüche. Neuere Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Unterschiede beim Körpergeruch uns für Malaria-Mücken mehr oder weniger attraktiv machen.

Kohlendioxid wirkt anziehend

Mücken werden ebenfalls durch das Kohlendioxid unserer Atemluft angelockt. Das könnte erklären, warum schwangere Frauen oft mehr unter Stechmücken leiden. Vor allem im letzten Trimester atmen sie mehr Kohlendioxid aus. Kohlendioxid ist ebenfalls der Grund, warum Mücken lieber Erwachsene als Kinder stechen, obwohl gerade das Gegenteil der Fall zu sein scheint. Grund ist, dass Kinder meist stärker auf Mückenstiche reagieren. Auch beim Sport atmet man mehr Kohlendioxid aus. Zusätzlich steigt die Körpertemperatur, die Schweiß- sowie die Milchsäureproduktion: alles Faktoren, die Sie für Mücken besonders anziehend macht.

Und Alkohol?

Untersuchungen haben gezeigt, dass Bier einen tatsächlich attraktiver für (bestimmte) Mücken macht. Möglicherweise verändert der Abbau des Alkohols im Körper den Körpergeruch und die Ausatemluft. Oder der Alkohol beeinflusst die Durchblutung der Haut, was sich wiederum auf die Stärke des Körpergeruchs auswirkt. Ob andere alkoholische Getränke als Bier die gleiche Wirkung haben, ist mangels Forschung unbekannt. Genauso wenig ist bekannt, ob alle Arten von Mücken durch Bier oder Alkohol angelockt werden.

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