Dienstag, 27. August 2019


Hitzewallungen, Schwitzattacken und dadurch Schlafstörungen: Kraft- und Widerstandstraining kann die Beschwerden um die Hälfte reduzieren.

Hitzewallungen und nächtliche Schwitzattacken gehören zu den lästigsten und kräftezehrendsten Wechseljahresbeschwerden. Schwedische Forscher fanden heraus, dass Krafttraining hilft, sie zu reduzieren. Damit scheint eine Alternative für diejenigen gefunden zu sein, die keine Hormontherapie durchführen können oder wollen.
Gewichte stemmen für die Gesundheit
Für Frauen in den Wechseljahren wird seit einiger Zeit ein Kraft- oder Widerstandstraining empfohlen, weil es sich positiv auf ihre allgemeine Gesundheit auswirkt. Diese Bewegungsform stimuliert die Stärkung und Erhaltung der Muskulatur, was dazu beiträgt, Herzkrankheiten, Knochenschwund (Osteoporose) und Krebs zu verhindern und das Gewicht unter Kontrolle zu halten. Neu ist die Erkenntnis, dass diese Trainingsform auch Hitzewallungen und die typischen Schwitzattacken beeinflusst, die oft zu Schlafstörungen führen. Forscher der schwedischen Universität Linköping testeten 58 Frauen, die an leichten bis schweren Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen litten. Die Frauen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine ein Widerstandstraining machte, während die Kontrollgruppe keine weiteren körperlichen Aktivitäten durchführte. Keine der Frauen, die an der Studie teilnahmen, hatte zuvor eine Hormonersatztherapie gemacht. Sie waren auch nicht an Krafttraining gewöhnt.
Work-out halbierte Beschwerden
Die Gruppe, die das Krafttrainingsprogramm zugeteilt bekam, folgte dreimal pro Woche einem 45-minütigen Training. Es wurden sowohl Übungen mit Gewichten als auch Übungen, bei denen der eigene Körper als Widerstand verwendet wurde, ausgeführt. Das Programm begann ruhig und wurde schrittweise mit mehr Anforderungen und schwereren Gewichten aufgebaut. Zu Beginn der Studie berichteten die Frauen durchschnittlich über 7,5 Hitzewallungen oder nächtliche Schwitzattacken täglich. Nach 15 Wochen Training reduzierte sich das auf 4,5 Schübe pro Tag, während in der Kontrollgruppe die Anzahl praktisch unverändert blieb. Außerdem waren die Hitzewallungen bei den trainierten Damen weniger stark.
Bessere Temperaturkontrolle des Gehirns
Der genaue Mechanismus von Hitzewallungen ist nicht bekannt, ebenso wenig die Behandlungswirkung. Eine Theorie, warum Bewegung die Häufigkeit der Hitzewallungen beeinflusst, ist jedoch, dass Nervenbotenstoffe (Neurotransmitter) wie Beta-Endorphine, freigesetzt werden, wenn wir große Muskelgruppen benutzen und fordern. Das wiederum kann die Fähigkeit des Gehirns verbessern, die Körpertemperatur zu kontrollieren und zu stabilisieren. Auch Cardiotraining könnte bei ausreichender Intensität einen ähnlichen Effekt haben, meinen die Forscher, was aber in früheren Studien nicht gezeigt wurde.
Das Widerstandstraining mit dem eigenen Körpergewicht erwies sich jedoch schon in anderen Studien als eine Möglichkeit für Frauen nach der Menopause, die Knochendichte zu erhöhen, das Bauchfett zu senken und die Herz-Kreislauf-Gesundheit zu verbessern – alles Bereiche, die besonders für ältere Frauen wichtig sind.
Alternative für Brustkrebspatientinnen
Diese ermutigenden Ergebnisse zeigen, dass dieser Ansatz eine gute Alternative für Frauen sein kann, die keine Hormone einnehmen dürfen oder wollen, wie beispielsweise Brustkrebspatientinnen. Dies erfordert aber noch eine Folgestudie. Ein wichtiger Tipp der Forscher für Frauen, die mit dem Krafttraining beginnen wollen, ist es, dieses schrittweise und unter Aufsicht aufzubauen. Auf diese Weise lassen sich Verletzungen vermeiden und die richtigen Techniken erlernen, so dass man dann anschließend das Training ausweiten und die Gewichte erhöhen kann.

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