Montag, 30. März 2020


Low-Carb und Diäten ohne Kohlenhydrate sind heute angesagt. Brot ist aber eine gute Jodquelle. Welche Alternativen gibt es und warum ist Jod wichtig?

Immer mehr Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Jodmangel. Grund dafür ist, dass immer weniger Brot gegessen wird. Sei es aus Angst vor Gluten oder weil man keine Kohlenhydrate mehr essen will. Einige Mediziner machen sich darüber schon Sorgen. Aber warum ist Jod so wichtig? Und wie können wir ohne Brot trotzdem ausreichend Jod zu uns nehmen?
Die Schilddrüse braucht Jod
Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse im Hals. Sie braucht Jod, um Schilddrüsenhormone produzieren zu können. Darum ist es wichtig, genügend Jod mit der Nahrung aufzunehmen. Wenn der Körper nicht genügend Jod über die Nahrung erhält, vergrößert sich die Schilddrüse immer weiter, um durch mehr hormonproduzierende Zellen doch noch ausreichend Hormone herstellen zu können. Diese Vergrößerung nennt man Struma oder auch landläufig Kropf. Ein Jodmangel kann für Erschöpfung, Muskelschwäche und Gewichtszunahme sorgen. Auch trockene Haut, Haarausfall und brüchige Nägel sind Anzeichen eines Jodmangels. Viele Menschen mit Jodmangel leiden auch unter kalten Händen. Die Schilddrüse reguliert über Hormone die Geschwindigkeit des Stoffwechsels in den Körperzellen. Aus diesem Grund verlangsamt sich bei einer Unterversorgung mit Jod auch der Herzschlag. Umgekehrt beschleunigt sich der Herzschlag, wenn der Körper mit Jod überversorgt ist.
Jodmangel weit verbreitet
Ein Drittel der Bevölkerung weltweit und auch in Europa kämpft mit einem Jodmangel. Deutschland gilt nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO als Gebiet mit leichtem bis mäßigem Jodmangel, allerdings fehlen aktuelle Zahlen dazu. Immer mehr Menschen ernähren sich außerdem überwiegen oder ausschließlich pflanzlich, was laut Forschern das Risiko für einen Jodmangel erhöht.
Jodmangel wichtig Ungeborene und Säuglinge
Vor allem in der Schwangerschaft und Stillzeit ist es besonders wichtig, dass Frauen genügend Jod aufnehmen, denn ein Mangel kann laut Wissenschaftlern den Intelligenzquotienten bei Kindern um mehr als zwölf Punkte senken.
Ist Brot die einzige Jodquelle?
Um genügend Jod aufzunehmen, raten Ernährungsexperten dazu, viel Brot zu essen. Aber weil Brot relativ viele Kohlenhydrate enthält und viele Menschen lieber glutenfrei und kohlenhydratarm essen wollen, wird Brot immer häufiger aus der Ernährung gestrichen. Neben Brot findet man Jod auch in Fisch (Kabeljau, Makrele, Thunfisch, Seezunge, Lachs, Hering), Eiern, Käse, Joghurt und Muscheln. Sogar Endivien und Bananen enthalten geringe Mengen Jod. Am meisten Jod liefern Meeresalgen.
Algen sind reich an Jod
Meeresalgen wie zum Beispiel Kombu enthalten extrem viel Jod. Sogar soviel, dass bei täglichem Verzehr die Schilddrüse quasi durchdreht. Von allen Algen ist Kombu die jodhaltigste Wasserpflanze. Empfohlen wird, mit Algen abzuwechseln wie Nori, Dulse (Lappentang) und Wakamé. Dabei kann man auch Weizennudeln durch Nudeln aus Algen ersetzen.
Empfohlene Tagesmenge
Die empfohlene Tagesmenge an Jod liegt für Erwachsene bei 150 Mikrogramm. Für Schwangere steigt der Bedarf auf 175 Mikrogramm und für Stillende sogar auf 200 Mikrogramm. Die tägliche Höchstmenge liegt bei 600 Mikrogramm für Erwachsene.
Keltisches Meersalz
Viele Menschen gehen davon aus, dass keltisches Meersalz reich an Jod ist, aber leider ist das nach Analysen nicht der Fall; es ist sogar arm an Jod. Wie kommt es dann, dass Brot oft reich an Jod ist? Das liegt daran, dass Bäcker spezielles Bäckersalz verwenden, dem Jod zugesetzt wurde. Wenn Sie wenig Jod aufnehmen, können Sie zum Kochen ein jodiertes Meersalz verwenden. Jodiertes Speisesalz enthält nur Natrium und Chlorid, während Meersalz Dutzende von Mineralien und Spurenelementen enthält. Vielen schmeckt Meersalz auch besser. Keltisches Meersalz enthält sogar noch mehr Mineralien als übliches Meersalz. Manche Menschen mischen jodiertes Meersalz mit keltischem Meersalz, um so das Beste aus beiden zu kombinieren.
Nahrungsergänzungsmittel
Das Jod in Nahrungsergänzungsmitteln ist Kaliumjodid. Das wird gut vom Körper aufgenommen. Es gibt auch viele natürliche Jodnahrungsergänzungen, vorwiegend aus Algen. Beerentang und Knotentang sind Beispiele dafür. Ein Nachteil bei diesen natürlichen Jodnahrungsergänzungen ist, das der genannte Jodgehalt manchmal nicht stimmt. Bekannt ist auch die Lugol‘sche Jodlösung, die nach dem französischen Arzt Jean Guillaume Lugol benannt wurde. Er entwickelte 1829 eine Lösung aus elementarem Jod und Kaliumjodid in Wasser. Das ist das älteste bekannte Medikament zur Behandlung eines Jodmangels. Von dieser Lösung, die es in verschiedenen Stärken von 1%, 2% und 5% in Apotheken gibt, fügt man einen Tropfen einem Glas Wasser hinzu. Einziger Nachteil ist der charakteristische Geruch und Geschmack nach Jod.
Abwechslung sehr wichtig
Es ist nicht vernünftig, sich für eine ausreichende Jodversorgung nur an Brot zu halten. Es ist nicht nur zu einseitig, sondern birgt auch ein Risiko. Untersuchungen von Verbraucherschutzorganisationen ergaben, dass viele Bäcker überhaupt kein jodiertes Salz verwenden. Aus diesem Grund ist es besser, die Aufnahme von Jod so viel wie möglich durch unterschiedliche Nahrungsmittel abzudecken.
Viel Natrium im Speisesalz
Es ist also nicht unbedingt nötig, Brot zu essen, um den Jodbedarf zu decken. Jodiertes Speisesalz als Jodquelle hat den Nachteil, dass es viel Natrium enthält. Ernährungswissenschaftler warnen deshalb, weil ein hoher Salzkonsum den Blutdruck erhöht. Meeresalgen enthalten zwar ebenfalls Natrium, aber auch viele wichtige Mikronährstoffe und ein gutes Aroma. Der Geschmack kommt durch das herzhafte Glutamat in den Algen, das als Geschmacksverstärker bekannt ist und ebenfalls den Blutdruck erhöhen kann. Daher sollten auch Meeresalgen nur in Maßen verwendet werden.

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