Dienstag, 2. März 2021

Sanddorn- und Borretschöl: Reich an Omega-6 und Omega-7-Fettsäuren


Sanddorn- und Borretschöl sind reich an Omega-6 und Omega-7 sowie an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien wie Lycopin und Zeaxanthin.

 

Sanddornöl wird seit Jahrhunderten als Naturheilmittel verwendet, vor allem in der ayurvedischen und chinesischen Medizin. Das Öl wird aus dem Fruchtfleisch oder den Samen der sauer schmeckenden Sanddornbeere gewonnen. Die Sanddornbeere ist reich an Omega-7-Fettsäuren. Die Borretschblüte ist reich an Omega-6-Fettsäuren. Sowohl Omega-6 als auch Omega-7 sind sehr gesundheitsfördernd.

Sanddorn mit medizinischen Eigenschaften

Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides subsp. Rhamnoides) ist ein Strauch, der in der nordwestlichen Himalaya-Region und in einigen Teilen Europas vorkommt. Die häufigste Art, Hippophae rhamnoides L., findet man in der Natur vor allem in offenen, kalkhaltigen Dünen und enthält die höchste Menge an Omega-7. Alle Teile dieses Strauches haben potenziell medizinische Eigenschaften.

Sanddornöl: Quelle für Omega-7

Es gibt zwei Arten von Sanddornöl. Das Öl aus dem Fruchtfleisch der Beere hat eine satte, tiefrote oder dunkelorange Farbe; das Öl aus den Samen ist gelb oder hellorange gefärbt. Die beiden Öle haben eine unterschiedliche Zusammensetzung. Das Fruchtfleischöl enthält das meiste Omega-7. Mehr als die Hälfte des Fettgehaltes von Sanddornöl sind gesunde einfach und mehrfach ungesättigte Fette (durchschnittlich etwa 86 Prozent).

Sanddornöl ist eine der wenigen pflanzlichen Quellen, die alle vier Arten von Omega-Fettsäuren enthält: Omega-3, Omega-6, Omega-7 und Omega-9. Weitere Quellen für Omega-7 sind Macadamianüsse und fetter Süßwasserfisch. In geringerem Umfang ist es auch in Avocado enthalten.

Wichtige Nährstoffe im Sanddornöl

Sanddornöl ist auch reich an vielen anderen wichtigen Nährstoffen. Dazu gehören:

Vitamine

Vitamin B1, B2, B6, Biotin (B8)

Folsäure (B11)

Vitamin C

Vitamin E und andere Tocopherole

Vitamin K

Mineralien wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor

Antioxidantien, unter anderem Flavonoide und Carotinoide, besonders Beta-Carotin, Lycopin und Zeaxanthin

Proteine und einige essenzielle Aminosäuren

Organische Säuren wie Linolsäure, Linolensäure, Chinasäure, Oxalsäure, Zitronensäure, Weinsäure

Sterole wie B-Sitosterol, Cholesterin, Campesterol und Stigmasterol

Sanddornöl ist breit anwendbar

Dank der Menge an Omega-7-Fettsäuren ist das Öl auch gut für unter anderem:

 

· Haut (Neurodermitis, UV-Schäden) und Schleimhäute

· bei Mundtrockenheit, verringerter Speichelproduktion

· bei trockener Haut

· für Herz und Blutgefäße

· für die Verdauung

· bei trockenen Augen

· bei Entzündungen im Verdauungstrakt

· bei Scheidentrockenheit

· für die Leber

· für die Speiseröhre bei Sodbrennen (Refluxkrankheit)

Borretschöl ist reich an Gammalinolensäure (GLA)

Die Borretschblüte (Borago officinalis), auch Borretsch- oder Gurkenkraut genannt, enthält eine Omega-6-Fettsäure, die viele Vorteile für die Gesundheit hat. In der orthomolekularen Medizin (Behandlung von Krankheiten durch Gabe von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen) und der Naturdiätetik wird Borretschöl zur Erhaltung gesunder Haut und Schleimhäute, flexibler Gelenke, starker Knochen, eines regelmäßigen Menstruationszyklus, eines guten Immunsystems, einer normalen Zellteilung und eines gesunden Cholesterinspiegels eingesetzt. Es kann auch bei der Behandlung von Asthma, atopischem Ekzem, rheumatoider Arthritis und dem Sjögren-Syndrom helfen.

Gammalinolensäure (GLA) ist eine Omega-6-Fettsäure, die nur in sehr geringen Mengen in der Nahrung vorkommt. Im Körper wird sie aus Linolsäure gebildet, aber die Umwandlung von Linolsäure in Gammalinolensäure kann schwanken.

 

Das passiert zum Beispiel, wenn Sie:

 

· zu viele Transfettsäuren aus stark verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Fast Food konsumieren,

· zu viele gesättigte Fette essen,

· regelmäßig Zucker verwenden,

· regelmäßig Alkohol trinken,

· viele nicht vollwertige (raffinierte) Kohlenhydrate essen,

· einen Mangel an den an der Umwandlung beteiligten essenziellen Nährstoffen haben: Magnesium, Vitamin B6, Niacin (B3), Zink, Selen, Vitamin C, Vitamin E, das Enzym Delta-6-Desaturase, das Linolsäure in GLA umwandelt. Ältere Menschen haben zum Beispiel weniger dieses Enzyms.

Nahrungsergänzung (Supplementierung) von Borretschöl (GLA)

Anzeichen eines möglichen Mangels sind unter anderem trockene Haut, geschwächte Schleimhäute und ein höheres Risiko für chronische Entzündungskrankheiten. Supplementierung mit der Omega-3-Fettsäure EPA (Eicosapentaensäure) sowie Omega-6 (GLA), beugt der übermäßigen Bildung von entzündungsfördernden Abbauprodukten der Arachidonsäure vor.

Die GLA-Supplementierung bei atopischem Ekzem hat einen geringeren Effekt, wenn Sie gleichzeitig Kortikosteroide wie Cortison verwenden. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren oxidieren leicht. Die Einnahme dieser Fettsäuren muss mit einer ausreichenden Zufuhr von Antioxidantien (vor allem Vitamin E) einhergehen.

Das sollten Sie bei der Einnahme hoher Dosen GLA beachten

 

1. Ausreichend Zink, Vitamin C und Vitamin B6 werden für die Umwandlung von GLA benötigt.

2. GLA fördert die Kalziumaufnahme und -aktivität.

3. GLA hemmt die Thrombozytenaggregation und kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Medikamenten verstärken.

4. GLA kann die Wirksamkeit des Antibiotikums Ceftazidim erhöhen.

5. GLA erhöht die Wirksamkeit von regulären Krebsmedikamenten wie Tamoxifen und Paclitaxel.

6. GLA kann die Wirksamkeit der Krebsmedikamente Cisplatin und Carboplatin senken.

7. GLA schützt die Nieren möglicherweise vor Schäden durch das Immunsuppressivum Cyclosporin, ein Medikament zur Unterdrückung des Immunsystems. GLA kann die Wirkung von Cyclosporin verstärken.

8. Die Einnahme von GLA kann den Bedarf an Schmerzmitteln (NSAID) und Kortikosteroiden senken.

9. GLA erhöht (theoretisch) das Risiko für Krampfanfälle bei der Anwendung von Phenothiazinen. Diese Neuroleptika werden zur Behandlung von Psychosen und zur Beruhigung verordnet. In Kombination mit GLA ist daher Vorsicht geboten.

10. Manchmal treten Magen-Darm-Beschwerden auf. Dem kann man vorbeugen, in dem man GLA-Präparate zu einer Mahlzeit einnimmt.

 

Nachtkerzenöl ist für dieselbe Wirkung bekannt wie Borretschöl. Das liegt daran, dass dieses Öl ebenfalls reich an GLA ist. Borretschöl enthält 23 Prozent GLA, während Nachtkerzenöl nur 8 bis 10 Prozent GLA enthält.

Äußerliche Anwendung von Borretschöl

Gemischt mit Calendulaöl hat Borretschöl eine heilende Wirkung bei trockenen, juckenden Hautproblemen wie Ekzemen und Schuppenflechte. Das Borretschöl kann lokal auf Gesicht und Körper aufgetragen werden. Für Massagen kann das Öl pur oder in Kombination (4 bis 8 Prozent in Süßmandelöl, Macadamiaöl oder Calendulaöl) verwendet werden.

Borretschöl kann auch als nährende Haarmaske für sehr trockenes, geschädigtes oder brüchiges Haar verwendet werden. Tragen Sie das Öl auf das Haar auf, achten Sie dabei besonders auf die Spitzen. Lassen Sie die Ölmaske für eine halbe Stunde auf der Kopfhaut und im Haar und waschen Sie das Haar anschließend mit einem Shampoo. Es kann auch als neutrales Trägeröl für die Verdünnung von ätherischen Ölen verwendet werden.


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