Montag, 22. März 2021

Schlafapnoe fördert Unfruchtbarkeit bei Männern


Schnarchen kann in Verbindung mit Atemaussetzern diverse Krankheiten verursachen. Laut einer neuen Studie ist auch das Risiko für Unfruchtbarkeit bei Männern erhöht.

 

Schnarchen ist für Mitmenschen unangenehm und schlafraubend, kann für den Schnarcher selbst aber durchaus harmlos sein. Gefährlich wird es allerdings, wenn zu den lauten Schnarchgeräuschen noch Atempausen hinzukommen. Solche kurzen Atemstillstände verursachen im Körper viel Stress und können auf Dauer krank machen. Besonders Herz, Blutgefäße und Gehirn leiden unter dem häufigen Sauerstoffmangel.

Schlafapnoe: Risiko für Unfruchtbarkeit

Eine Studie aus Taiwan zeigte bei Männern einen Zusammenhang zwischen dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom und einem Risiko für Unfruchtbarkeit. Die verwendeten Daten aus der Longitudinal Health Insurance Datenbank zeigten übrigens auch, dass eine über längere Zeit bestehende Schlafapnoe das Risiko zusätzlich erhöht. Beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom treten während des Schlafs regelmäßig kurze Atemstillstände auf, weil die Atemwege erschlaffen und zusammenfallen. Solche Atempausen gelten inzwischen als Risikofaktor für diverse Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Übergewicht und Diabetes, wenn sie mehr als fünfmal pro Stunde auftreten und länger als zehn Sekunden dauern. Die übliche Therapie mit einer Atemmaske senkt das Risiko und das scheint auch für eine Unfruchtbarkeit zu gelten.

Diagnose Unfruchtbarkeit

Die Studie betraf 4.607 Patienten mit einer Diagnose von Unfruchtbarkeit, die zwischen 2000 und 2013 mindestens dreimal ambulant oder einmal stationär im Krankenhaus behandelt worden waren. Sie wurden verglichen mit 18.428 Kontrollpatienten ohne die Diagnose Unfruchtbarkeit. Das Durchschnittsalter in beiden Gruppen lag bei 34 Jahren.

Das primäre Zielergebnis war die obstruktive Schlafapnoe als Risikofaktor, diagnostiziert durch eine Schlafuntersuchung (Polysomnographie). Sekundär untersuchte man die Dauer der Schlafapnoe (zwischen einem und mehr als fünf Jahren) und den Einfluss der Therapie. Dabei war es möglich, dass es überhaupt keine Behandlung gab, eine Behandlung mit einer Atemmaske (CPAP), eine Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP), bei der operativ das Gewebe im Rachenraum gestrafft wird, oder eine Kombination aus beiden Methoden.

Schlafapnoe ist unabhängiger Risikofaktor

Obstruktive Schlafapnoe erwies sich als unabhängiger Risikofaktor für Unfruchtbarkeit, ein Zusammenhang, der stärker war, wenn die Erkrankung länger andauerte oder unbehandelt blieb. Damit fällt Schlafapnoe in die gleiche Kategorie wie andere unabhängige Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, die Lungenkrankheit COPD, Fettleibigkeit, Herz-, Nieren-, und Lebererkrankungen sowie psychische Störungen. Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe hatten ein 1,24-fach höheres Risiko für Unfruchtbarkeit im Vergleich zu den Teilnehmern der Kontrollgruppe. Dieses Risiko war relativ am höchsten im Alter unter 40 Jahren.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie unter Schlafapnoe leiden könnten, weil Sie tagsüber häufig müde und erschöpft sind, zu Sekundenschlaf neigen, Gedächtnisprobleme haben oder erhöhten Blutdruck, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über eine Schlafuntersuchung.


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